17.03.2009 · Peer Steinbrück hält sich wahrscheinlich für den größten Finanzminister aller Zeiten. Als Außenpolitiker ist er eine glatte Fehlbesetzung. Er mag sich über das Schweizer Bankgeheimnis ärgern. Das berechtigt ihn noch lange nicht zu überheblichen Frontalattacken.
Von Jürgen DunschPeer Steinbrück hält sich wahrscheinlich für den größten Finanzminister aller Zeiten. Auch als Wahlkämpfer schreibt er sich wohl überragende Qualitäten zu. Als Außenpolitiker ist er in jedem Fall eine glatte Fehlbesetzung.
Wie er gegen die Schweiz vorgeht, hat mit einem gutnachbarschaftlichen Verhältnis nichts mehr zu tun, gleichgültig, wie stark die Unterstützung für seinen Konfrontationskurs in der Regierung sein mag. Zuerst die „Peitsche“, dann die Bezeichnung der Schweizer als „Indianer“, die sich durch die deutsche Kavallerie erschrecken ließen: Wer so redet, hat keine Ahnung davon, wie rasch dies alte Befürchtungen eines aggressiven Stahlhelmträgers im Norden wachruft.
Beide Länder sind eng miteinander verwoben, kulturell bilden sie sogar eine Gemeinschaft. 250.000 Deutsche leben in der Schweiz und fühlen sich insgesamt wohl. Darunter sind zum geringsten Teil Steuerflüchtlinge oder Superreiche, sondern zum Beispiel viele Ostdeutsche, die in ihrer Heimat als Hartz-IV-Empfänger dem Staat auf der Tasche liegen würden. Steinbrück mag sich über das Schweizer Bankgeheimnis ärgern. Das berechtigt ihn noch lange nicht zu überheblichen Frontalattacken.
Jürgen Dunsch Jahrgang 1948, Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.
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