http://www.faz.net/-gqe-74814
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
F.A.Z.-Index -- --
DAX ® -- --
Dow Jones -- --
EUR/USD -- --

Veröffentlicht: 08.11.2012, 14:33 Uhr

Steigerung zu 2011 6,6 Millionen Bürger sind überschuldet

Schuldnerkarrieren starten oft bereits in jungen Jahren. Bundesweit stecken nach einer Analyse rund 6,6 Millionen Menschen im Schuldensumpf. Experten rechnen für 2013 mit einer Verschärfung des Problems.

© dpa Mehr Menschen als im vergangenen Jahr haben Schulden

Immer mehr Menschen geraten in die Schuldenfalle. Fast jeder zehnte Erwachsene (9,65 Prozent) in Deutschland ist nach einem am Donnerstag in Düsseldorf vorgelegten Schuldneratlas der Wirtschaftsauskunftei Creditreform überschuldet. Damit habe sich die Zahl der Betroffenen gegenüber dem Vorjahr um rund 190.000 auf bundesweit 6,6 Millionen weiter erhöht, hieß es.

Schulden Schuldneratlas 2012 © dapd Vergrößern In Bremen haben die Menschen die meisten Schulden.

Hauptursache der Überschuldung seien neben überzogenen Einkäufen auch private Schicksalsschläge wie Scheidungen, Trennungen oder Krankheiten. Für das kommende Jahr rechnet die Wirtschaftsauskunftei mit einem weiteren Anstieg der bundesweiten Schuldnerquote auf „9,85 oder 9,9 Prozent“. Mit rund 3,8 Millionen Menschen sei mehr als jeder zweite Betroffene derart tief im Schuldensumpf, dass er kaum noch eine Chance habe, die Krise aus eigener Kraft zu bewältigen, sagte Creditreform-Sprecher Michael Bretz.

Mehr zum Thema

Derartige Schuldnerkarrieren starteten oft bereits im jugendlichen Alter. Hintergrund seien dabei häufig Ratenkredite für Konsumgüter wie Autos oder Smartphones, die später nicht mehr bedient werden könnten. Bedenklich stimme aber auch die Zunahme von Schuldnern im Alter ab 70 Jahren. Bundesweite Schuldnerhochburg ist Bremerhaven mit einer Schuldnerquote von 18,32 Prozent.

„Dort ist jeder fünfte überschuldet. Das ist dramatisch“, sagte Bretz. Schuldner-Schwerpunkte seien aber auch Wuppertal (18,09 Prozent), Pirmasens (18,0 Prozent), Offenbach am Main (17,3 Prozent), Halle (Saale) sowie viele Städte im Ruhrgebiet. Unter den Bundesländern liege Bremen mit einer Quote von 13,62 Prozent an der Spitze. Mit 6,98 Prozent hat Bayern die niedrigste Schuldnerquote.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Hype Jeder fünfte Deutsche hat schon Pokémon Go gespielt

16 Millionen Deutsche sind schon einmal auf Monsterjagd gegangen, hat der Computerverband Bitkom herausgefunden. Ob das beliebte Smartphone-Spiel gefährlich ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Mehr

26.07.2016, 10:30 Uhr | Wirtschaft
Waffengewalt Tote nach Schießerei in amerikanischem Nachtclub

In Fort Myers im Bundesstaat Florida sind mehrere Menschen durch Schüsse getötet oder verletzt worden. Sie hielten sich nachts vor und in einem Club bei einer Party für junge Menschen auf. Mehr

25.07.2016, 17:26 Uhr | Gesellschaft
Trotz Serien-Hits Der Absturz der Netflix-Aktie

Die Online-Videothek Netflix gewinnt kaum noch Kunden. Die Anleger sind verschreckt. Mehr Von Thomas Klemm

27.07.2016, 09:28 Uhr | Finanzen
Reutlingen Mann tötet Frau mit Machete und verletzt weitere Menschen

Am Sonntagnachmittag hat ein 21 Jahre alter Mann in Reutlingen eine Frau getötet. Anschließend verletzte der mutmaßliche Täter weitere Menschen mit dem Messer, wurde jedoch nach kurzer Zeit von der Polizei festgenommen. Erste Ermittlungsergebnisse deuten auf eine Beziehungstat hin. Mehr

25.07.2016, 13:31 Uhr | Gesellschaft
Artensterben Wie wenig ist zu viel?

Umweltverschmutzung, Wilderei und Zerstörung der Lebensräumen: Der gravierende Einfluss des Menschen auf die Artenvielfalt kann nicht geleugnet werden. Doch wann ist eine Art wirklich gefährdet? Mehr Von Joachim Müller-Jung

27.07.2016, 07:57 Uhr | Wissen

Leeres Gerede

Von Werner Mussler, Brüssel

Die EU-Kommission sieht von Bußgeldern gegen Spanien und Portugal ab. Dieser Schritt ist unter mehreren denkbaren Optionen die mildeste. Schade. Mehr 5

Abonnieren Sie den Newsletter „Wirtschaft“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden