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Start-up : Was ist Entrepreneurship?

  • -Aktualisiert am

Innovator, Kommunikator, Visionär und Optimist. Ein Entrepreneur unterscheidet sich vom Manager deutlich. Was aber genau ist Entrepreneurship?

          Bill Gates (Microsoft), Dietmar Hopp und Hasso Plattner (SAP), die Gebrüder Samwer (Alando und Yamba!) - von diesen und anderen erfolgreichen Unternehmensgründern wird häufig in den Medien berichtet. Teilweise ist ihr Handeln wie der Fall Microsoft illustriert nicht unumstritten, aber in der Regel wird diesen Entrepreneuren ein gewisser Vorbildcharakter zugeschrieben.

          Auch Politiker sehen in den Entrepreneuren häufig Galionsfiguren, die der Volkswirtschaft innovative Impulse verleihen und neue Arbeitsplätze schaffen. Doch was ist eigentlich ein Entrepreneur und was ist Entrepreneurship?

          Der Entrepreneur - eine schillernde Persönlichkeit

          Eine einheitliche und umfassend gültige Definition der Begriffe Entrepreneur und Entrepreneurship fällt wie bei vielen anderen betriebswirtschaftlichen Konzepten relativ schwer. So werden mit dem Entrepreneur häufig Begriffe wie Innovator, Kommunikator, Visionär, einsamer Kämpfer und Optimist assoziiert. Interessant ist in diesem Kontext, dass der Entrepreneur im US-amerikanischen Raum primär als jemand betrachtet wird, der für sich und die Gemeinschaft neuen Wohlstand schafft - eine Vorstellung, die im deutschsprachigen Raum weniger fest verankert ist.

          Französische Wurzeln

          Ursprünglich stammt der Begriff des Entrepreneurs aus dem Französischen und wurde erstmals vom britischen Volkswirt Richard Cantillon im Jahre 1725 verwendet. Er verstand den Entrepreneur hauptsächlich als Risikoträger mit Einkommensunsicherheit. Später erweiterten und verfeinerten dann vor allem Joseph Schumpeter (Entrepreneur setzt neue Kombinationen durch) oder auch David McClelland (Entrepreneur besitzt ausgeprägtes Leistungsbedürfnis) das Begriffsverständnis.

          Initiative, Organisation, Einsatzbereitschaft, Erträge und Unsicherheit

          Neuere Definitionen des Begriffs wie etwa von Hisrich/Peters vereinen Elemente dieser früheren Konzeptionen, indem sie auf die Initiative der Gründer, die neu geschaffene Organisation, die erforderliche Einsatzbereitschaft, die erzielbaren Erträge und die Unsicherheit der unternehmerischen Betätigung (Stichwort: kalkuliertes Risiko) eingehen.

          Ein Unternehmen kann vor allem dann einen Gewinn erzielen, wenn es eine Geschäftschance realisiert, die anderen zum Beispiel aufgrund von Unsicherheit, asymmetrischer Information oder mangelnder Sensibilisierung nicht offensichtlich ist. Volkswirtschaftlich betrachtet stellt deshalb jede Unternehmensgründung zugleich auch ein Experiment dar, über dessen Ergebnis erst die Gründung selbst Aufschluss geben wird und durch die gegebenenfalls eine „Schöpferische Zerstörung“ (Schumpeter) bisheriger Lösungen eingeleitet wird.

          Entrepreneurship als Prozess

          Wie in der voranstehenden Umschreibung des Entrepreneurs bereits anklingt, wird Entrepreneurship in der Regel als ein dynamischer Prozess verstanden. Auch wenn sich die Wissenschaft nicht einig ist, in wie viele Phasen dieser Prozess unterteilt werden soll, so lassen sich bei Unternehmensgründungen meist eine Vorgründungsphase, eine Gründungsphase und eine Phase der Frühentwicklung unterscheiden.

          Die Vorgründungsphase umfasst die Identifikation einer Geschäftsidee, deren Evaluation und die Formulierung eines Geschäftskonzepts. In der Gründungsphase vollziehen der Unternehmer und sein Team die formelle Gründung (Eintrag in das Handelsregister und Ähnliches), akquirieren die erforderlichen Ressourcen und treten mit ihrem Angebot in den Markt ein. Darauf aufbauend wird in der Phase der Frühentwicklung vor allem die Marktdurchdringung angestrebt, die als Wachstumsmotor für das Start-up dienen soll.

          Entrepreneurship als Managementansatz

          Allgemeiner kann Entrepreneurship aber auch als ein Managementansatz verstanden werden, bei dem besonderer Wert auf die Identifikation unternehmerischer Chancen, deren kreative Realisierung und geschäftliche Nutzung gelegt wird - unabhängig davon, ob dies in einem neuen oder bereits etablierten Unternehmen erfolgen soll. Dass ein solcher Managementansatz gerade in Zeiten großer Turbulenz und Unsicherheit im Unternehmensumfeld an Bedeutung gewinnt, liegt auf der Hand. Die verbreitete Forderung lautet deshalb, mehr Unternehmertum auch in etablierte Unternehmen zu tragen und damit ein „entrepreneurial mindset“ bei den Mitarbeitern zu entwickeln.

          Fazit

          Der Entrepreneur und der Bereich des Entrepreneurship sind beide äußerst vielfältig. Verbunden ist damit aber auch wieder einmal die nicht überraschende Einsicht, dass es nicht gelingen kann, sie in eine einheitliche, universell gültige Definition zu pressen.

          Ein intellektueller Zugang zum Wesen des Entrepreneurs und des Entrepreneurship kann über ein mehrdimensionales Begriffsverständnis, insbesondere über eine Prozessbetrachtung - von der Ideengenerierung bis hin zur Unternehmensetablierung - gelingen. Dass sich die Aufgaben eines Entrepreneurs dabei von jenen eines Managers/Unternehmers in einem etablierten Unternehmen teilweise markant unterscheiden, prägt die Identität des Bereichs Entrepreneurship.

          Dr. oec. Marc Gruber ist Habilitand und stellvertretender Vorstand am Institut für Innovationsforschung, Technologiemanagement und Entrepreneurship an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und leitet als Geschäftsführer das ODEON Center for Entrepreneurship (NN). gruber@bwl.uni-muenchen.de

          Quelle: @wiz

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