30.01.2003 · Führungskräfte auf Zeit können zur Wertsteigerung und Existenzsicherung eines Unternehmens beitragen - in Turn-around- wie Wachstumsphasen.
„Nicht lange ist es her, da war Interimsmanager noch ein Synonym für Sanierer“, sagt Anselm Görres, Gründer und Geschäftsführer von ZMM Zeitmanager München. „Heute erzielen wir nur noch etwa ein Fünftel unserer Umsätze mit Krisenmanagement. Die Klienten haben gelernt, dass Zeitmanager sehr viel mehr können, als reines Sanieren.“ Manager auf Zeit sind heute besonders gefragt bei der kurzfristigen Überbrückung von Vakanzen, bei komplexeren Umstrukturierungsprozessen, Produktionsverlagerungen, beim Coaching der Geschäftsführung oder auch beim Gesellschafterwechsel. „Eigentlich immer dann, wenn größere Projekte oder auch Probleme anstehen, die nicht mehr mit Alltagsroutinen zu lösen sind“, heißt es bei ZMM.
Entscheidend ist die Qualifikation des Managers auf Zeit. „Klassische Zeitarbeitsfirmen oder die neuerdings viel gerühmten Personal-Service-Agenturen können bei der Besetzung von Führungsaufgaben auf Zeit meist nicht mithalten, liegt ihr Schwerpunkt doch auf der Ebene von Facharbeitern und Sachbearbeitern.“ Beim Interimsmanagement sind dagegen erfahrene Führungskräfte gefragt, die mit hervorragender Branchenkenntnis, langer Berufserfahrung und wichtigen Kontakten eine Kombination aus klassischer Unternehmens- und Personalberatung liefern. Der Vorteil: „Sie bleiben nicht so lange, wie diejenigen, die Headhunter vermitteln. Außerdem sind die Lösungen nicht so aufwendig wie jene, die von klassischen Unternehmensberatungen erstellt werden. Denn gerade für den Mittelstand sind meist einfachere Rezepturen der schnellste Weg zur Lösung“, resümiert Görres und verweist auf den Pool von über 1.500 Interimsmanagern bei ZMM, um auch in ausgefallenen Branchen international schnelle Lösungen anbieten zu können.
„Neue Besen kehren besser“
Nicht nur, dass sich für Mittelständler die Marktbedingungen durch den Konjunktureinbruch und internationalen Wettbewerbsdruck verschärft haben. Auch die Kreditvergabe der Banken als klassische Finanzierungsquelle ist durch Insolvenzrekorde und die neuen Baseler internationalen Eigenkapitalvereinbarungen (Basel II) mit der Pflicht einer risikoabhängigen Eigenkapitalhinterlegung für Kreditinstitute deutlich restriktiver geworden.
„Folglich ist zu beobachten, dass die kleineren und mittleren Unternehmen verstärkt nach privaten Eigenkapitalgebern oder strategischen Investoren Ausschau halten“, sagt Klaus Weigel, Geschäftsführer von DZ Unternehmerpartner, eine Tochter der DZ Bank. Das gelte auch, wenn die Nachfolge der Unternehmensführung nicht geregelt ist oder wenn kurzfristig Schwierigkeiten im Unternehmen auftauchen, die trotz funktionierenden Geschäftsmodells und guter Marktpositionierung eine gewisse Bedrohung darstellen könnten. So bieten sich für Unternehmer, Eigenkapitalinvestoren und aktive Eigenkapitalfonds mit Branchen erfahrenen Managern gleichermaßen Chancen. „Neue Besen kehren bekanntlich besser.“
Eine Entwicklung, von der beispielsweise auch Eigenkapitalfonds mit Unternehmensbeteiligungen im Small- und Mid-Cap-Segment profitieren könnten. Diese erzielten gegenüber den großen Buy-out-Fonds mit Volumina von mehreren Milliarden Euro oftmals deutliche bessere Renditen, sagt Weigel.
„Kombination aus Kapital und Köpfen entscheidet“
Ein Grund für das positive Abschneiden dieser Fonds sieht Thomas Fornoff, Geschäftsführer der Management- und Kommunikationsberatungsgesellschaft Intellisource, in der aktiveren Einflussnahme auf die Unternehmensführung bei kleineren und mittleren Unternehmen. Das gilt vor allem in Umbruchsphasen der Umstrukturierung und des weiteren Wachstums.
So erhöhe das Gespann von Investor und Interimsmanager die Chancen beträchtlich, einen Mehrwert auch bei Mittelständlern zu schaffen - beispielsweise durch Optimieren der Vertriebsprozesse und der Produktpolitik. „Im Idealfall arbeiteten Investor und Zeitmanager Hand in Hand“, so Fornoff. Denn eine der großen Herausforderungen des Mittelstands sei die Kombination aus „Kapital und Köpfen“. So ließen sich Nachfolgeprobleme lösen, aber auch eine oftmals dünne Personaldecke bei hoch qualifizierten Mitarbeitern gut überwinden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,29 $ | −0,52% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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