08.01.2004 · Obwohl der Markt für Eigen- und Risikokapitalbeteiligungen wächst, finden Start-ups mit Technologiefokus bislang noch schwer Kapital.
Von Theo WeberStart-up-Unternehmen mit Technologiefokus und Sitz in Deutschland bestrafte im Jahr 2002 der Markt für Eigen- und Risikokapitalbeteiligungen gleich zweifach. Zum einen war insbesondere die Finanzierung von Unternehmen in frühen Entwicklungsphasen rückläufig. Zum anderen schnitt die Bundesrepublik generell im Hinblick auf das investierte Gesamtvolumen im internationalen Vergleich schwach ab.
Investitionen in Technologiefirmen um ein Drittel niedriger
Zwar verzeichnete die Technologiebranche im Jahr 2002 nach wie vor den größten Anteil (38 Prozent) an allen Eigen- oder Risikokapital-Finanzierungen. Doch das Investitionsvolumen sank auch hier nahezu um ein Drittel auf 39 Milliarden Dollar. Auffällig ist dabei, daß der Trend der rückläufigen Investitionen im Technologiebereich nicht parallel zu der Gesamtentwicklung auf dem Private Equity-Markt verläuft. Denn Private-Equity-Investitionen sind in den Jahren 2001 und 2002 kaum gesunken. Im ersten Halbjahr 2003 machte sich sogar ein Wachstum bemerkbar - die Investitionen lagen in diesem Zeitraum bereits über der Hälfte des Jahresvolumens in 2002. Ob dieser Trend ein Hoffnungsschimmer für die Technologiesparte ist, bleibt abzuwarten - doch einige Signale weisen darauf hin. Es gibt bereits Zeichen für ein Anziehen der Technologie-Investitionen.
Rückläufige Frühphasenfinanzierungen
Das relativ stabile Niveau der Private Equity-Investitionen ist hauptsächlich auf Buy-Out-Investments zurück zu führen, also die mehrheitliche Übernahme der Anteile einer Gesellschaft durch die Geschäftsführung beziehungsweise ein fremdes Management. Mit 42 Milliarden Dollar machten sie über zwei Drittel der Gesamtinvestitionen im ersten Halbjahr 2003 aus. Dagegen fielen die Finanzierungen von Unternehmen in frühen Entwicklungsphasen sehr bescheiden aus: Sie erhielten gerade einmal drei Milliarden Dollar. Auch Unternehmen in der Expansionsphase konnten nicht viel erwarten: Sie konnten nur auf sieben Milliarden Dollar zurückgreifen. Sowohl die Frühphasen- und die Expansionsfinanzierungen waren in 2002 und im ersten Halbjahr von 2003 rückläufig. Auch der Zufluß von neuen Mitteln in Privat Equity Fonds (Fundraising) ließ im ersten Halbjahr 2003 stark nach. Nur rund ein Viertel des gesamten Volumens des Jahres 2002 (88 Milliarden Dollar) ließ sich zusammentragen.
Nur neunter Platz für Deutschland
Den Technologieunternehmen fällt es insbesondere in Deutschland schwer, Private Equity- und Venture Capital-Gesellschaften für Investitionen zu gewinnen. Im internationalen Vergleich liegt die Bundesrepublik im Bereich der Technologie-Investitionen nur an neunter Stelle, bei einem Volumen von 800 Millionen Dollar. Auch was das investierte Gesamtvolumen betrifft, gerät Deutschland bald in eine niedrigere Liga: Vom dritten auf den sechsten Platz rutschte die Bundesrepublik mit einem Volumen von 2,37 Milliarden Dollar. Vor ihr liegen die Vereinigten Staaten (62,68 Milliarden Dollar), Großbritannien (9,58 Milliarden Dollar), Frankreich (5,53 Milliarden Dollar), Italien (2,48 Milliarden Dollar) und Japan (2,38 Milliarden Dollar).
Die Eigenkapitalinvestoren haben seit der Boom-Phase 1999 / 2000 ihren Fokus verschoben. Sie investieren lieber in Unternehmen mit stabilen Umsätzen und marktreifen Produkten. Doch positive Entwicklungen auf dem Aktienmarkt und Unternehmen, die nachhaltig erfolgreiche Technologien anbieten, können ein günstigeres Klima schaffen, das sich langfristig auch auf Technologieinvestitionen auswirkt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,29 $ | −0,52% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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