Der größte amerikanische Aluhersteller, Alcoa, hat die Bilanzsaison mit einem Netto-Verlust eröffnet. Schwächere Aluminiumpreise belasteten die Geschäfte des amerikanischen Konzerns. Allerdings zog die Nachfrage im Raumfahrt- und Automobilgeschäft an.
Nach einem Gewinn von 322 Millionen Dollar im Vorjahresquartal lag das Minus aus dem fortlaufenden Geschäft bei zwei Millionen Dollar, wie das amerikanische Unternehmen mit dem ehemaligen Siemens-Chef Klaus Kleinfeld an der Spitze am Montag nach Börsenschluss in Amerika mitteilte. Ohne Sonderposten verdiente Alcoa aus dem fortlaufenden Geschäft allerdings 61 Millionen Dollar oder sechs Cent je Aktie. Weil die Analysten mit noch schlechteren Zahlen gerechnet hatten, stieg die Aktie nachbörslich leicht.
Der Umsatz fiel um neun Prozent auf sechs Milliarden Dollar. Der Aluminiumpreis tendierte zuletzt nahe eines Zwei-Jahrestiefs. Nach Unternehmensangaben fiel der Preis im Vergleich zum Vorjahr um 18 Prozent.
Gradmesser für die Konjunktur
Das Unternehmen legt traditionell als erster amerikanischer Großkonzern seine Zahlen vor und läutet damit die Berichtssaison ein. Zudem ziehen Börsianer aus den Alcoa-Zahlen Rückschlüsse auf die Geschäftsentwicklung anderer Firmen. Alcoa gilt wegen der breiten Verwendung von Aluminium als ein Gradmesser für die Konjunktur. Im Auto wird Aluminium etwa für Motorblöcke eingesetzt, bei Flugzeugen für den Rumpf. Auf der gerade gestarteten wichtigen Luftfahrtmesse im britischen Farnborough werden zahlreiche Großaufträge erwartet.