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Neue Abgasregeln : Starker Einbruch von EU-Neuwagenmarkt im September

  • Aktualisiert am

Nicht zugelassene Volkswagen stehen auf einem Parkplatz des noch nicht eröffneten Flughafens BER in Schönefeld bei Berlin. Bild: dpa

Die Zahl der neu zugelassenen Autos in der EU ist im September deutlich zurückgegangen. Schuld daran ist die WLTP-Umstellung. Manche Autohersteller traf es besonders hart.

          Der europäische Automarkt hat im September in Folge der neuen EU-Abgasregeln einen starken Einbruch verzeichnet. Die Zahl der Neuzulassungen in den EU-Ländern sei im Jahresvergleich um 23,5 Prozent auf 1,09 Millionen Pkw gesunken, teilte der Branchenverband Acea am Mittwoch in Brüssel mit.

          Der Rückgang war erwartet worden, nachdem die Zahl der Neuzulassungen im August wegen der Umstellung auf den neuen Abgastest WLTP europaweit sprunghaft angestiegen war. In den ersten neun Monaten des Jahres nahmen die Neuzulassungen dank kräftiger Zuwächse in den Vormonaten um 2,5 Prozent auf 11,95 Millionen zu. In Europa gilt das neue Abgas- und Prüfverfahren WLTP seit dem 1. September. 

          Besonders stark ging die Nachfrage im September in einigen osteuropäischen Ländern wie Rumänien zurück. Aber auch in großen Märkten wie Spanien und Frankreich sank sie klar zweistellig. In Deutschland lag der Rückgang mit 30,5 Prozent über dem Durchschnitt.

          VW verzeichnet besonders starke Einbußen

          Der Grund: Im August hätten einige Hersteller noch im großen Stil alte Modelle in den Markt gedrückt, deren Emissionen nach dem vorherigen Standard NEFZ getestet wurden, erklärte die Unternehmensberatung EY. Diese seien entweder mit hohen Rabatten an Endkunden verkauft oder als Eigenzulassungen auf die Höfe der Händler gestellt worden. Im August war der Pkw-Markt in der EU im Vergleich zum Vorjahresmonat um 31,2 Prozent gewachsen. 

          „Es war zu erwarten, dass auf den Zulassungsboom im August ein massiver Einbruch beim Neuwagenabsatz folgen würde“, erklärte EY-Autoexperte Peter Fuß. Die Flaute werde voraussichtlich auch im Oktober noch anhalten. „Denn neben vorgezogenen Käufen dürfte auch das stark eingeschränkte Angebot eine Rolle spielen: Einige Modelle sind noch nicht nach dem neuen Prüfstandard zertifiziert und daher nicht verfügbar“, erklärte er. Zum Ende des Jahres werde sich die Situation „voraussichtlich aber wieder normalisiert haben“.

          Besonders stark sanken demnach die Neuzulassungen bei denjenigen Autobauern, die zuvor noch am stärksten zugelegt hatten: So sank die Zahl der EU-weiten Neuzulassungen von Fahrzeugen der Renault-Gruppe im September um 27 Prozent, beim Fiat-Konzern betrug das Minus 32 Prozent. 

          Einbruch beim Diesel noch stärker

          Unter den deutschen Autobauern verzeichnete der VW-Konzern mit einem Minus von 48 Prozent besonders starke Einbußen. Bei der Marke Volkswagen war der Rückgang dabei konzernintern überdurchschnittlich stark. Bei der Marke Porsche sackte die Zahl der Zulassungen gar um mehr als zwei Drittel ab. Am Dienstag hatte VW-Chef Herbert Diess vor dem Niedergang der deutschen Autoindustrie gewarnt, unter anderem, weil sich Regulatoren in „bisher unbekannter Hast“ darin übten, „unserer Branche neue Technikvorgaben zu machen“. 

          BMW büßte mit einem Minus von konzernweit 8,6 Prozent nur vergleichsweise moderat ein, und bei Daimler ging es um 11,8 Prozent bergab. Für den vom französischen Hersteller PSA übernommenen Autobauer Opel wies der Branchenverband zusammen mit Vauxhall ein Minus von 11,2 Prozent aus.

          Die Diesel-Neuzulassungen brachen in den fünf größten EU-Märkten Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien um 40 Prozent ein und damit noch erheblich stärker als der Gesamtmarkt, der in diesen Ländern um insgesamt 22 Prozent schrumpfte.

          Fuß sieht dies kritisch: „Diese Entwicklung ist umso bitterer, als neue Dieselmotoren der Euro 6d-Temp-Norm sauber, hoch effizient und grundsätzlich ein wichtiger Pfeiler einer Strategie zur Senkung der CO2-Emissionen sind“, erklärte er. Angesichts des starken Rückgangs des Diesel-Marktanteils bleibe nun zur Erreichung der von der EU beschlossenen CO2-Ziele eigentlich nur ein massiver Anstieg der Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen. „Und davon sind wir derzeit weit entfernt.“

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