http://www.faz.net/-gqe-93n76

Disney-Kommentar : Star Wars gegen Netflix

Imperiale Sturmtruppen in einer Szene aus dem Film „Rogue One“ Bild: dpa

Auf die kommenden Umwälzungen ist von den Hollywood-Konzernen keiner so gut gerüstet wie Disney. Das liegt auch daran, dass das Unternehmen Luke Skywalker & Co. nicht nur auf der Leinwand Geld machen kann.

          Die Unterhaltungsindustrie sieht sich gewaltigen Herausforderungen gegenüber. Immer mehr Menschen sehen Videodienste wie Netflix als Alternative zum Kabelanschluss oder zum Kinobesuch. Das trifft nicht nur Kabelanbieter und Kinobetreiber, sondern auch die Film- und Fernsehstudios, die um die Bedeutung der klassischen Verwertungskanäle für ihre Produktionen fürchten müssen.

          Aber auch im Zeitalter veränderter Sehgewohnheiten kommt es noch immer in erster Linie auf die Inhalte an. Das zeigt sich allein darin, dass Netflix seine Bibliothek mit immer mehr eigenem Material bestückt. Wahrscheinlich ist daher von den traditionellen Hollywood-Konzernen keiner für diese Umwälzungen so gut gerüstet wie Disney. Das Unternehmen hat eine Fülle an Stoffen, die sich wieder und wieder verwerten lassen, wie jetzt die Ankündigung einer neuen Star-Wars-Trilogie unterstreicht.

          Dabei ist Disney noch nicht einmal so abhängig von Kinoerfolgen wie meisten Wettbewerber, denn die Rechte an Inhalten wie Star Wars lassen sich auch an anderen Stellen des Konzerns wie in den Freizeitparks zu Geld machen. Disneys Verwertungsmaschinerie sucht in der Branche ihresgleichen, und das bringt den Konzern auch in der Netflix-Welt in eine gute Ausgangsposition.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Merkel trifft sich am Sonntag mit Autobossen

          Diesel-Nachrüstungen : Merkel trifft sich am Sonntag mit Autobossen

          Der Streit um Diesel-Nachrüstungen nähert sich offenbar seinem Ende: Am Sonntag will sich die Kanzlerin mit den Konzernchefs der Autoindustrie treffen. Eine Lösung soll in der kommenden Woche stehen.

          Topmeldungen

          Kommentar zur SPD : Morsche Knochen, bloße Nerven

          Im Fall Maaßen steht die Regierungskoalition am Rande des Nervenzusammenbruchs – vier Sätzen eines Beamten halber. In der SPD lodert die Sehnsucht nach der Opposition. Doch es steht mehr auf dem Spiel als ihr Seelenheil.

          Brexit-Verhandlungen : Schlichtweg inakzeptabel

          Die Zurückweisung auf dem EU-Treffen in Salzburg hat die Briten schockiert. Premierministerin Theresa May reagiert trotzig. Die Gegner ihres Plans im Land sehen sich aber bestätigt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.