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Standpunkt: Ulrich Bindseil Deutschland und die Target2-Salden

 ·  Selten hat ein abstrakter Notenbankmechanismus in Deutschland so viel Aufmerksamkeit erregt wie die Target2-Salden des Eurosystems. Insbesondere Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn schlägt Alarm. Ulrich Bindseil von der EZB widerspricht ihm fundamental. Ein Standpunkt.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (38)

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Sophia Orti
Sophia Orti (rum) - 23.02.2012 11:22 Uhr

Wieder zu 1 und 6

In der Tat soll die Notenbank den Zahlungsausgleich ermöglichen und erleichtern, aber nicht unmögliche Zahlungen. Wenn kein Geld da ist, weil man wenig geleistet hat, hat man eben kein Geld und kann man nicht zahlen: so einfach ist es! Die EZB ermöglicht durch inflationären Gelddrucken unmögliche Zahlungen, und die Zahlungsepfänger sind die betrogenen. Die Target 2 Salden sind und die Ungleichgewichte die Folgen davon, dass die Schuldner leben und gelebt haben auf Kosten von anderen, und wahrscheinlich weiter leben werden. Im Wort Zahlungsausgleich steht es: Ausgleich. Ausgeglichene Bilanz soll der normale Zustand sein, alles andere nur vorübergehend. Das gilt ebenso für Länder wie andere Gruppen und selbst für Personen: das liegt im Wesen vom Austausch, man gibt und nimmt. Geld sollte dem Austausch dienen, nicht der Alimentierung. Ja, diese Währungsunion sollte man in Frage stellen, wie jede Währung, die Unrecht und Betrug ermöglicht.

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Sophia Orti
Sophia Orti (rum) - 22.02.2012 19:01 Uhr

"Abstrakter Notenbankmechanismus"

Zu These 1: Der Euro ist tatsächlich ein System fester Wechselkurse, und zwar ein schlechtes: Geldschöpfung von Ländern inflationärer Tradition wird mit Deutschlands Geldschöpfung gleichgestellt. Inflationseuros sind eins zu eins und unbeschränkt konvertierbar mit harten Euros. Wir bekommen Geldzufluss und eine importierte Inflation.
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Zu These 3: die Kapitalabflussländer und ihre Banken werden so wie so mit Geldschöpfung weiter gerettet, während in Deutschland bis zum Ertrinken überflutet wird. In einem gesunden System fester Wechselkurse gäbe es Mechanismen dagegen.
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Zu These 4: Und gleichzeitige Kapitalflucht und Verschuldung der Kapitalabflussländer, was höchstwahrscheinlich der Fall ist, hat keine Wirkung auf die Target 2 Salden?! Wer mit schmelzenden EURO Forderungen (möglichst nah, aber unter 2%, aber fast immer über 2%) hier zahlt, lebt auf Kosten Deutschlands.
.
These 5: hier wird mit Propaganda argumentiert, die eher zeigt, wie verzweifelt die Sache ist.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.02.2012 11:29 Uhr
Sophia Orti
Sophia Orti (rum) - 23.02.2012 11:29 Uhr

Zum Aufsatz "Die Bundesbank in der Klemme" kommentierte ich: ...

"Hoffentlich sitzen in der EZB keine Dilettanten wie der sehr geehrte Herr Professor Dr. Frank Westermann" --- Es sieht aber so aus, dass da doch Dilettanten sitzen.

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Horst Müller

Ein Ideologe wie aus dem Bilderbuch. Sein Geld, seine Versorgunsansprüche,

die zahlen wir. Jetzt kann sich jeder mal selber überlegen, ob er diesem Vater Staat noch Anstand und wenn ja, wie viel Anstand er diesem Staat noch schuldet. Blockpartei Politiker und ihre Apparate. Und wir leben dann danach.

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Caspar Gröning

Sehr überzeugend!

Der Standpunkt des Experten Blindseil ist doch sehr überzeugend dargelegt.
Zusammengefasst sagt er nicht mehr als:

Was nicht sein darf, kann auch nicht richtig sein (Lehrsatz eines guten Politikers).

Danke für diesen Artikel, er half mir die Argumente des Herrn Sinn immer mehr zu vertrauen.

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Edda Kuhlmann

Das bisschen Risiko

Was ich all diesem Geschwurbel entnehme ist dass die Risiken dadurch "minimiert" werden das die Mitgliedstaaten "zu Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und soliden Staatsfinanzen" zurueckkehren, die EZB mehr "elastisch" (also unbegrenzt) Zentralbankliquidaet bereitstellt (die Druckerpresse anwirft) und diejenigen, die noch etwas haben, den Glauben an die Waehrungsunion dadurch bezeugen, dass sie immer weiter Geld hineinschaufeln. Also mit anderen Worten, wir sind Toast.

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Wolfgang Herrmanns

Dieser "Standpunkt" ist keine Gegenposition zur Sinn-Position, sondern Corporate-Identity

Bindseil argumentiert positivistisch aus Verträgen, die gebrochen wurden und in der Institution EZB Süd-mehrheitsgeprägter (Um-)Interpretation unterliegen. Die von den Lesern vorgetragene Kritik am so begründeten EZB-"Standpunkt" erscheint mir die wichtigsten Punkte überzeugend aufzugreifen. Dennoch wäre zu wünschen, dass einer Sinn-Gegenposition mehr Raum zur Entfaltung gegeben würde. So könnte z.B. die politische Redaktion des "Standpunkts" durch den Autor/EZB zugunsten eingehenderer Begründungen durch den Autor/EZB weichen. Möglicherweise gibt es doch auch Gegenargumente: Bindseil hat als Co-autor in ifo Schnelldienst 64. Jg., 34.–35. KW, 31. August 2011 weniger politisch argumentiert. Es bleibt allerdings immer die Frage unbehandelt, die Sinn umtreibt: was passiert, wenn das System aufgelöst wird?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2012 08:51 Uhr
Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 22.02.2012 08:51 Uhr

Die Gegenposition zu Sinn, d.h. die Regierungs- und EU-Position kann man ...

... ja jeden Tag in den ÖR-Anstalten und den allermeisten Zeitungen hören bzw. lesen. Sie sind i.d.R. eigentlich nur die etwas umformulierten Informationen des Bundespresseamtes. EURO-Gegner, Gegner der illegalen Bail-Outs, welche automatisch gesetzestreu zum GG und den Verträgen von Maastricht und Lisabon stehen haben fast keine öffentlich Plattform auf der sie sich erklären können. Die FAZ steht mit ihrer kritischen Begleitung der illegalen Bail-Outs und dem gesamten EURO-Desaster leider ziemlich alleine.

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Bernd Klehn

Thema verfehlt

Target2-Salden bilden einen Teil der Nettoauslandsschulden, -guthaben ab. Die entscheidende Frage, die sich stellt ist, ob langfristig die Länder mit 100% Nettoauslandsschulden (Portugal, Spanien, Griechenland und dauerhaften Leistungsbilanzdefiziten diese bedienen können? Sie können nicht, siehe Saldenmechanik. Anschließend ist nur noch zu erörtern, welche ausländischen Gläubiger die Abschreibungen irgendwann vornehmen müssen, wenn sich die privaten Auslandsgläubiger und sogar die inländischen mit Unterstützung des Eurosystems vom Acker gemacht haben, dann bleiben nur noch die öffentliche Hände der Überschussländer, Holland, Finnland, Deutschland. Wer denn sonst? Private ausländische Kapitalgeber werden diese Länder, bis es zur Insolvenz gekommen ist, meiden und die inländischen Anleger werden versuchen den Rest in Sicherheit zu bringen, bevor die Saldenmechanik unbarmherzig zuschlägt.

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Carolus Doomdey
Carolus Doomdey (Domday) - 21.02.2012 20:28 Uhr

Jetzt wird mir endlich vieles klarer:

Nach Meinung des Beamten Bindseil hat die Elbe in Richtung Quelle zu fließen, wenn die Order so lautet. Die Beamtenschaft wird dafür sorgen - koste es, was es wolle, denn technisch ist es machbar.

Mein Gott, welche Beamten haben wir?

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K. Peter Luecke

Aha, das ist also nur eine Schein-Währungsunion !

Denn es ist offenkundig nicht gewährleistet, dass es "... Regelungen (gibt), die "eine regelmäßige Glattstellung gegen Devisenreserven" erfordern, so dass faktisch schon lange nicht mehr ... "ein Euro ... einen Euro wert (ist)". Dies Illusion einer Währungsunion wird also nur durch solche künstlichen Kreditlinien wie TARGET möglich gemacht ! In der Finanzwelt werden solche Konstruktionen "Blasen" genannt - aufgeblasen bis zum Platzen ! Tolle Währungsunion! Aber diese Erkenntnis hat sich offensichtlich noch nicht bis zur EZB herumgesprochen !? Jetzt, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, wird von dort nur noch schöngeredet.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2012 10:29 Uhr
Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 22.02.2012 10:29 Uhr

Es gibt keine Regelung um die Inanspruchnahme der Target2-Konten einzuschränken, diese ..

... Pfeifen haben das bei der Installierung des EURO schlicht und einfach vergessen (manche sagen auch absichtlich ...). Wie auch immer, die einzige Möglichkeit die Inanspruchnahme wenigstens etwas zu beeinflussen, wäre, die Bonitätsanforderungen für die zu hinterlegenden Papiere zu erhöhen. Gemacht hat man vor ein paar Tagen gerade das Gegenteil, man hat die Qualitätskriterien drastisch abgesenkt. Inzwischen kann man auch einen Packen alter Zeitungen als Sicherheit hinterlegen. Deutschland war dagegen, ist aber überstimmt worden (Wenn 12 Wölfe und 5 Lämmer abstimmen, was es heute als Abendessen gibt, überrascht das Ergebnis sicher niemanden). Das dramatische an der Sache ist, dass hier ein Kreislauf in Gang gesetzt worden ist, mit dem man die EZB bis unters Dach mit Junk-Bonds vollstopfen kann. Deutschland kann nichts unternehmen, es gibt keine Instrumentarien mit denen diese weitere Plünderung verhindert werden könnte - außer, Deutschland findet zurück zur DM (T2 Jan 2012 498 Mrd €)

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Ulrich Dinkelbach
Ulrich Dinkelbach (Roxi1) - 21.02.2012 19:00 Uhr

Die Leser der FAZ...

...lassen sich offenkundig kein X für ein U mehr vormachen, wie die Kommentare praktisch einhellig belegen. Es fragt sich nur, wann der Mißmut über diese Umstände so groß sein wird, daß er sich in zielgerichtete Aktionen kanalisiert. Ziel dieser Aktionen müßte sein, intellektuell einwandfreie Antworten zu erhalten, die belastbar sind.
Im anderen Fall müßte sich die Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland in einiger Zeit fragen lassen, weshalb sie trotz bestehender Unklarheiten nicht mit dem nötigen Nachdruck nachgefragt hat.
Liebe FAZ, liebe Presse, liebe Medien, tut etwas, den Bundespräsidenten abzuservieren ist ja schön und gut, aber hier geht doch mal richtig um etwas, das bedrohlicherweise jeden arbeitenden Menschen betreffen wird.

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Jarve Cocker
Jarve Cocker (Jarve) - 21.02.2012 18:46 Uhr

Ulrich Bindseil bringt da einiges durcheinander ... Absicht?

Da ich selbst Branchenkenner, Insider und Wissenschaftler bin, muss ich Herrn Bindseil in allen Punkten widersprechen. Kein einziges Argument Sinn's wird glaubhaft und nachweislich widerlegt. Es werden die einfachsten ökonomischen Grundsätze über den Haufen geworfen bzw. falsch wieder gegeben. Das verwendete Fachchinesisch soll dabei nur von den Defiziten der Aussagen ablenken (so, dass es ein Otto-Normal-Verbraucher nicht mehr verstehen kann). Ich bleibe dabei, die EZB und deren Akteure sind leider schon lange nicht mehr unabhängig. Alle unterwerfen sich den Forderungen der Club-Med Lobby unter französischer Führung. Die Einflußnahme der Deutschen innerhalb der EZB wurde durch geschickte französische Personalpolitik auf ein Minimum begrenzt. Auf den Punkt gebracht: Die Haftung für die Milliarden liegen beim deutschen Steuerzahler, bestimmen tut der Club-Med unter französischer Führung und deren politischen Einflußnahme.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.02.2012 19:23 Uhr
Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 21.02.2012 19:23 Uhr

Sie sagen es, aber schließlich wird ja ganz "demokratisch" in der EZB abgestimmt .....

..... die Ergebnisse verwundern dennoch nicht. Auch bei der Abstimmung an der 12 Wölfe und 5 Lämmer teilnahmen, verwunderte das Ergebnis niemand. Es wurde darüber abgestimmt, was es heute zum Abendessen geben solle.

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Oliver Pasch

Ausfallrisiko TARGET2-Saldo und neues Geld drucken

Die meisten Kommentare kommen nicht umhin zu polemisieren.

Prof. Sinn denkt im "worst-case-Szenario", die Buba macht aufgrund ihrer Bedeutung in der öffentlichen Wahrnehmung u.a. beruhigende "Schönwetteransagen". TARGET2-Salden sind also ausfallgefährdet. Dieses Verlustrisiko trägt die Buba (soweit ich weiß), d.h. die Notenbank "druckt" dann neues Geld, um diese Verluste auszugleichen. Daraus resultiert Inflation, sobald die Banken ihr Angstsparen bei der sicheren Buba aufgegeben haben und dieses "neue Geld" aus der Geldmenge M0 in die Geldmenge M3 wechselt.

Die USA haben bekanntlich auch eine "Währungsunion" (alle Bundesstaaten zahlen mit US-Dollar), dort funktionieren Sicherheiten scheinbar sehr gut. Äergerlich finde ich hingegen, daß wir von den Angelsachsen, Franzosen und natürlich Griechen beständig wegen unserer alls zu gering empfundenen Beiträge angegangen werden, dies teilweise auf recht rüpelhafte Weise. Wir laufen der gewollten Weichwährung EURO doch willig in die Arme.

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Closed via SSO

hat er die Schule erfolgreich absolviert?

eine einzige Frage bringt sein Propagandagestammel ins Absurdistan.
Was geschieht wenn der Euro kracht?
Dieses Target-Monstrum zwingt D zur Rettung um jeden Preis. Alle Staaten muessen von D gerettet werden solange Target den zweifachen Jahreshaushalt Deutschlands bindet.
Wenn Sie sich mal nicht verrechnen, die lieben Retter.

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Robert Weber
Robert Weber (rf65) - 21.02.2012 16:47 Uhr

Wem nützt es?

Prof. Sinn hatte ausführlich beschrieben, wie Waren z. B. nach Griechenland exportiert werden, im Gegenzug eine Forderung der Bundesbank ensteht und leider offen ist, ob diese jemals einglöst werden kann. Sollte dies nicht möglich sein, wäre der Schaden für Deutschlands Bürger groß. Dieses Kernproblem hat Herr Bindseil mit seinen Ausführungen in keiner Weise beantwortet und damit das Vertrauen in die EZB weiter beschädigt.

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Ignaz Wrobel

Die Argumentation von Bindseil ist die eines bezahlten Lobbyisten

die davon aus geht, dass das vermeintlich Unmögliche nicht eintreten darf. Das vormals Unögliche war der Staatsbankrott eines Mitgliedlandes im Eurosystem. Jetzt wissen wir es besser. Und was bleibt von dem Geschwafle Bindseils noch übrig, wenn die minderwertigen Kredite, die die Target2 Forderungen der DBuBa besichern sollen, ausfallen?
Das gesamte Eurosystem funktioniert doch nur noch weil die EZB Geld generiert / druckt und mit dem neu geschffenen "Werten" die Staatsanleien der PIIGS + B/Fr. Staaten aufgekauft werden.

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Herold Binsack
Herold Binsack (Devin08) - 21.02.2012 16:26 Uhr

Du sollst nicht fordern, was dem Sinn der gemeinsamen Währung widerspräche!

Die wichtigste Behauptung Sinns, nämlich dass die „Rettungsschirme in Kürze verbraucht sein“ werden, wird hierin nicht stichhaltig widerlegt, sondern einfach nur, und dies in Form der Abgabe eines naiven Glaubensbekenntnis’ (du sollst nicht fordern, was dem Sinn der gemeinsamen Währung widerspräche!) als „selbsterfüllende“ Prophezeiung abgetan. Ich fasse es nicht: ist das jetzt ein (nicht mehr zu unterbietendes) Niveau ob der Unfähigkeit zu höherem oder dank des Unwillens zu demselbigen? Oder anders gefragt: Hören wir solches vom Kader einer herrschenden oder einer verlorenen Klasse?

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.02.2012 08:57 Uhr
Horst Müller

Exzellente Analyse!

Sehr gut erfasst. Danke. Der Vergleich passt!

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Karin Jürgens
Karin Jürgens (Bashi49) - 21.02.2012 15:32 Uhr

Rollt jetzt die nächste Propagandawelle über uns hinweg?

Gestern jubelte im Handelsblatt ein Herr Burkhard Varnholt von der Schweizer(?) Sarasin Bank, daß die Krise dabei wäre, sich in Luft aufzulösen. Heute erklärt uns Herr Bindseil, daß die EU-/IWF-Programme und die Anstrengung aller Mitgliedsstaaten eine Rückkehr zu Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und solide Staatsfinanzen ermöglichen, Voraussetzung ist nur ein (Glaubens-) Bekenntnis zur Währungsunion. Bisher hat das leider noch nicht funktioniert. Die TARGET2 Salden der DBuBa steigen übrigens nicht erst seit 18 Monaten, sondern seit Mitte 2007 exponentiell (!) an. Es gibt zu diesen Ausführungen noch so manches zu sagen, Klarstellung lohnt sich aber wohl nicht. Die Argumente von Herrn Prof. Sinn waren für mich klarer, realitätsnäher, überzeugender und für mich als Laie nachvollziehbar.

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Bernd Jürgen  Tesche

Scheuklappen!!

Die vorgestellten Gegenthesen zu SINN´s Bemerkungen sind aus der Sicht der EZB und auf Basis der Verträge einleuchtend, scheint mir. Nur ist das zu kurz gesprungen, weil völlig ausgeblendet und nicht kommentiert wird, dass diese "schlaue" System durch den automatischen, administrativen Vollzug der Geldmengenverteilung innerhalb Europas als negative Begleiterscheinung im Ernstfall zu einer Vermögensverschiebung führen kann. Diese Nebenwirkung ist das Problem. Sie ist nicht akzeptabel insoweit müssen Lösungen her. Dabei ist die von Sinn vorgeschlagene amerikanische sicherlich nur eine der denkbaren. Kreativität ist schnell gefragt.

Im Ergebnis jedenfalls kann es nicht sein, das der Bundetag bestimmten Maßnahmen mit zusätzlichen Risiken ausdrücklich zustimmen muß, während es hier automatisch noch um viel größere Beträge geht.

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Carlos Anton

Herr Bindseil geht nicht auf die kritischen Punkte ein!

Herr Blindseil kommt zu einigen zweifelhaften Konklusionen. Natuerlich ist die internationale Zahlungsfähigkeit eines Landes immer durch den Gold- und Devisenbestand seiner Notenbank beschränkt, wodurch denn wohl sonst. Gemeinsame Waehrung bedeutet nicht gemeinsame Gold- und Devisenbestaende!! Dann behauptet er, der dramatische Anstieg der Target2-Salden stuende nicht im Zusammenhang mit Leistungsbilanzdefizite der Randlaender. Also alles reiner Zufall? Alternative Erklaerungen bietet er nicht.

Auf die 2 wichtigsten Punkt geht er gar nicht ein, wie naemlich die Target2-Salden besichert sind (durch Schrottpapiere) und warum die Salden nicht wie im FED-System ausgeglichen werden.

Der ganze Beitragt ist eine Nebelkerze.

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Rüdiger Kimpel

Übliche Salami-Taktik der deutschen Behörden - Immer nur halbe Wahrheit

Der Bericht ist wieder einmal parteipolitisch geprägt und stimmt in vielen Punkten nicht:
1) Target 2 Salden - wie kann es sein, dass ECB Rat, der ja dominiert wird von den schwachen Staaten die zu hinterlegenden Sicherheiten klammheimlich von A+ auf inzwischen alle Geschäftskredite heruntergestuft hat - Griechenland kann also als Sicherheit ihre maroden Unternehmenkredite hinterlegen.
2) wie kann es überhaupt sein, dass die Bundesrepublik und die Bundesbank als wichtigster Geldgeber und wichtigster Partner im ECB Rat kein Veto Recht haben oder zumindestens Anspruch auf eine Schlüsselposition - wir Deutschen habe de facto nichts in dem ECR Rat ,der letzen Endes die Politik macht zu sagen - darum auch die Rücktritte von Weber und Stark.
3) Warum müssen Target 2 Kredite nicht wie in den USA einmal im Jahr zurückgeführt werden. Inzwischen sind die europäischen Target Kredite prozentual weiter höher als die USA.
4) Der deutsche L-BilanzÜberschuss besteht zu 50% aus Targetforderungen.

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