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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Standpunkt: Jens Weidmann Was steckt hinter den Target2-Salden?

 ·  Bundesbankpräsident Weidmann meldet sich in der Targetdebatte zu Wort. Der Schlüssel zur Lösung der Schuldenkrise liege nicht bei den Notenbanken, schreibt er in einem Gastbeitrag für die F.A.Z.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (64)

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Maximilian Samwer

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen...

...warum geht mir dieses historische Zitat permanent durch den Kopf, wenn ich diesen Artikel zu Target2-Salden lese? Nein, ich will nicht die Mauer verharmlose oder die Kosten des Euros für fleißige Steuerzahler dramatisieren... Aber bei den endlosen Versprechungen unserer Damen und Herren Berufspolitiker und Spitzenbürokraten und den Ergebnissen der Politik habe ich inzwischen jeden Respekt verloren. Da brauchte es gar keinen Herrn Wulff mehr... Ich würde mir ernsthaft überlegen, ob ich diesen Kollegen die Hand schütteln würde. Vor unserem Land und seinen Leistungen habe ich Respekt. Vor den Parteisystemen und ihren Insassen habe ich dagegen jeden, aber auch jeden Respekt verloren. Die Skylobby des Kanzleramtes ist wohl vor allem oberhalb von Tomarenwurfreichweite gelegt worden, von unserem Euroeinführer Kohl... Und das betrifft nicht die CDU allein, im Grunde ist gar keine Partei wählbar, mit ihren Reflexpolitikern... Ich freue mich auf die freien Wähler 2013...

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Bernd Klehn

Zentralbankgeldschwemme

Das Hauptproblem einer Zentralbankgeldschwemme, neben evtl. zukünftiger Inflation, hat Daniel Gros wie folgt beschreiben:

"The problem is that no debtor will ever appear insolvent (and admit to it) in an environment of essentially free money. No debtor will thus have an interest to engage in a restructuring or rescheduling as long as interest rates remain close to zero and liquidity is available without limits."

Kurzum die Markwirtschaft, zu der auch Pleiten von Banken und Volkswirtschaften gehören, ist seit 2008, in den USA seit 2001, von den Zentralbanken vorübergehend außer Kraft gesetzt worden. Dieses geht nicht gut und wir spüren dieses. Die Spannungen sind unter Decke der Zentralbankgeldliquiditätsschwemme weiter gewachsen und steuern jetzt, zumindest für einige Euroländer auf erdbebenartige Entladung zu.

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Es geht nicht um die reinen Geldbewegungen,

es geht um die damit verknüpften Absichten und Gründe. Und es geht besonders um die erforderlichen Finanzierungen der Geldbewegungen. Die Verbuchungen der Geldtransfers von Konten bestimmter Euroländer auf Konten anderer Länder zeigen das nicht auf; aber sie zeigen indirekt durch ihre starke Einseitigkeit auf, daß erhebliche Probleme und auch Risiken bestehen.

Das System der Nationalen Notenbanken - die EZB ist ja lediglich Bestandteil des Systems - hat in mehrfacher Hinsicht seinen ursprünglichen Charakter aufgegeben. Einerseits betrachten sie bestimmte Wertpapiere, speziell Staatsanleihen aus mehreren südlichen Euroländern (aber auch z.B. Irland) als zentralbankfähig. Allein das ist recht fragwürdig und im Fall von Griechenland nicht gegeben.

Weiterhin haben sie ihre originären Ziele und ihre Unabhängigkeit in Richtung aktiver Geldpolitik in erheblichem Maß aufgegeben, indem sie ersatzweise Tätigkeiten privater Finanzinstitute, beispielsweise des Interbankenmarktes, übernahmen.

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Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 15.03.2012 01:23 Uhr

Salden von Italien und Spanien explodieren auf 400 Milliarden Euro

...Die neuesten Zahlen aus dem Target 2-Krimi geben jenen Recht, die vor einem weiteren Ungleichgewicht in Europa gewarnt haben. Spanien und Italien haben demnach im Jahr 2012 einen Gesamtstand von Verbindlichkeiten in Höhe von 400 Mrd. Euro kumuliert.
Die Target 2-Salden ergeben sich aus den Krediten, die die EZB vergibt: Sie muss sich selbst dafür immer Geld bei anderen Euro-Staaten leihen. Solange das System weiterexistiert, ist das kein Problem. Geht jedoch ein Land pleite oder zerfällt die Eurozone, dann bleibt Deutschland auf seinen Forderungen sitzen. Das sind derzeit etwa 500 Mrd. Euro. Bisher wurde dieses Thema als nicht besonders kritisch betrachtet.

Wenn jedoch Weidmann in einem Gastbeitrag für die FAZ schon einmal festhält, dass er das „Auseinanderbrechen der Währungsunion für absurd“ halte, dann muss die Lage ernster sein als bisher zugegeben. Hielte Weidmann das Auseinanderbrechen nämlich wirklich für völlig absurd, er würde es mit keinem Wort erwähnen...

DMN heute.

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Bernd Klehn

Private Kapitalströrme

"Sehr beunruhigend ist, dass Herr Weidmann keinen ökonomischen Mechanismus angeben kann durch den die Zahlungsbilanzkrise in der Euro-Zone, die in den Target2 Salden ihren Niederschlag findet, beendet werden könnte. "

Den gibt es auch nicht. Wo die Reise hin geht bestimmen die privaten Kapitalbewegungen. Das Eurosystem kann da gar nicht gegenhalten, sondern nur die öffentlichen Hände der Überschussländer immer mehr in Haftung für die Eurokrisenländer bringen und entsprechend erlauben, dass die privaten Gläubiger sich dort zurückziehen.

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Ellen Schreiber

Tickende Zeitbombe

Die "Väter" des Euro haben mit der Währungsunion eine Zeitbombe scharf gemacht, die niemand mehr anfassen will - bis die große Explosion kommt. Es ist einfach erbärmlich, wie sich die beteiligten Akteure jetzt winden, nur um sich selber ja nicht "die Finger zu verbrennen". Lieber geht nach deren Willen ganz Europa (und damit meine ich den Wohlstand der arbeitenden Bevölkerung) unter. EINFACH ERBÄRMLICH!!!!!

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Günter K. Hesse
Günter K. Hesse (v6yz) - 14.03.2012 17:43 Uhr

"absurd" haben wir schon

seit dem 25.3.2010, als der völkerechtlich verbindliche Vertrag (No Bail Out) gebrochen wurde. Sehr beunruhigend ist, dass Herr Weidmann keinen ökonomischen Mechanismus angeben kann durch den die Zahlungsbilanzkrise in der Euro-Zone, die in den Target2 Salden ihren Niederschlag findet, beendet werden könnte.

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Bernd Klehn

Eurosystem

"Herr Weidmann beschreibt den Mechanismus und umschreibt die Systembrüche innerhalb des Eurosystems. Die politischen Schlussfolgerungen müssen andere ziehen."

So simpel kann das Eurosystem es sich nicht machen. Es hat schließlich vorwiegend die Ungleichgewichte gefördert und nicht so sehr die Politik, also muss es jetzt auch gegensteuern. Die Fiskalpolitik kann dieses gar nicht alleine schaffen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.03.2012 19:18 Uhr
Thomas Schmidt

Wiederspruch

Doch, genau das darf er!
das ist der Unterschied zwischen Ihm und Helikopter Ben, das schreibt er ja deutlich mit demokratischer Legitimation.
Ungleichgewichte gefördert? Rating und Bonität werden nicht von der EZB festgelegt. Jaja, alles ist alternativlos!!!!

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Mark Schmidt
Mark Schmidt (Mark222) - 14.03.2012 14:12 Uhr

Weidmann deutet politischen Handlungsbedarf an

Herr Weidmann beschreibt den Mechanismus und umschreibt die Systembrüche innerhalb des Eurosystems. Die politischen Schlussfolgerungen müssen andere ziehen. Und dazu gehört vor allem die Frage, ob die EZB nicht inzwischen eine politische Entscheidungsmacht ausübt, die ihr nie zugedacht war und wie diese wieder beschränkt werden kann. Wenn mittels mehrheitsinduzierter Entscheidung über die Qualität von geforderten Sicherheiten anderen Staaten Risiken in Höhe von 750 Milliarden Euro und prinzipiell beliebig mehr angedient werden können, während Parlamente sich bisher nur zu Rettungspaketen mit einem wesentlich niedrigeren Handlungsrahmen durchringen konnten, stellt sich in der Tat die Frage der verbleibenden parlamentarischen Kontrolle, die das Verfassungsgericht jüngst im Zusammenhang mit dem viel kleineren EFSF aufgeworfen hat. Wenn man weiterdenkt: Hätte das Verfassungsgericht den Beitritt zum Euro mit dem heutigen Wissen um die ökonomischen Wirkungen nicht stoppen müssen?

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Bernd Klehn

Wer trägt die Verluste?

Eine Währungsunion, die Ungleichgewichte ausbaut, so dass anschließend einige Mitglieder in eine Zahlungsbilanzkrise geraten, um dann, als nichts mehr geht, die fehlenden privaten Kapitalströme durch ELAs, Target2, Eurosystemstaatsanleihenkäufe und Rettungsschirme zu ersetzen kann nicht stabil bleiben. Sie arbeitet dauerhaft gegen die privaten Kapitalströme gegenan, dieses ist noch nie erfolgreich gelungen, schon lange nicht unter der Beseitigung der Ursache des Desasters, den Ungleichgewichten. Übrigens wer behauptet, dass die Target2-Salden kein eigenständiges Risiko darstellen, möge darlegen, wie denn innerhalb der Währungsunion , wenn die Streichung eines Teils der Nettoauslandsschulden der Eurokrisenländer erforderlich ist, insbesondere nachdem sich die ausländischen Privatanleger vom Acker gemacht haben, die erforderlichen Abschreibungen erfolgen können und sollen, wenn nicht durch Auflösung der Target2-Salden?

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Klein Sparer
Klein Sparer (Raider69) - 14.03.2012 11:42 Uhr

Hybris?

Herr Weidmann hält (Zitat):"ein Auseinanderbrechen der Währungsunion schlichtweg für absurd". Ich verstehe kaum die Details der Materie, aber auch hier glaube ich , dass der gesunde Menschenverstand in paar Fragezeichen setzen muss. Begründung: Leute, die eine denkbare Option von vornherein für absurd halten, werden sich mit dieser Option nicht mehr beschäftigen und dann umso härter von ihr getroffen wenn sie eintritt. Herr Weidmann persönlich wird davon aber wahrscheinlich nicht getroffen werden. Es ist nicht die Währungsunion, die schon längst auseinander gebrochen ist, es ist der Union der Menschen selbst. Fleißig und reich sind auseinander gebrochen. Wir (fleißig) retten keine Griechen, wir retten keine Währungsunion mit den Steuergeldern, wir retten Reiche. Die Umverteilung von Fleißig nach Reich beschleunigt sich, je größer die Töpfe (EU größer als Nationalstaat). Das wollen sich die Reichen nicht nehmen lassen. Reallöhne sinken, Boni steigen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt

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Eberhard Gläser

Saldenmechanik

Mangels solventer Abnehmer VERSCHENKEN wir seit geraumer Zeit unsere Exporte (kein Wunder, dass die deutsche Autoindustrie "boomt wie noch nie": heutige Zeitungsmeldung) -- und lassen die Schuldner das Ganze in Form der Target-2-Salden unlimitiert bei uns anschreiben.

Schon die Vorstellung, dass diese "Salden" jemals wieder getilgt werden, darf man als Träumerei bezeichnen. Denn dies ginge einzig über Exporte der Schuldner an uns, im Umfang eben dieser Salden (wahlweise Monetisierung der Salden = Enteignung durch Inflation).

Da müssten schon einige Millionen PIIGS-Cayennes gebaut und an die Deutschen verkauft werden, damit die Tilgung klappt -- was Herr Weidmann von seinem Büroschreibtisch aus aber offenbar für durchführbar hält.

Letztendlich gut zu wissen, wer rechtzeitig vor dem wirtschaftlichen Untergang gewarnt hat -- und wer nicht!

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Horst Ziegler

Interbankenmarkt versagte

Hauptaussage ist wohl, dass die Banken sich im Euro-Raum nicht mehr vertrauen. Der Interbankenmarkt ist wohl mittlerweile zweigeteilt. Die Nordregion funktioniert noch. Für die Südregion hat die EZB die Interbankenfunktion übernommen. Mit diesem Instrument kommt man den Lieferanten aus dem Norden entgegen, die ihre Forderungen aus Güterlieferungen durch Zentralbankgeld beglichen bekommen. Der Nachteil ist der, dass damit die Geldmenge insgesamt steigt und künftig Inflation auslösen könnte. Nicht muss, wie man derzeit sieht. In diesem Kontext denke ich jetzt an die Ausführungen von Herrn Sinn. Dessen Beitrag rhetorisch zwar brillant ist, aber im Kern den Nord-Südhandel zum Erliegen bringen würde. Wir kommen also nicht umhin, die Haupttender-Funktion der EZB weiter in Anspruch zu nehmen, bis die Lage der Südländer kulminiert ist und diese Länder zu eigenen Währungen zurückkehren. Bis dahin hat die Deutsche Politik einen Plan-B zu bevorraten!

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Hans-Jörg Rechtsteiner

Liest man den gesetzlichen Aufgabenkatalog der BuBa (vgl. meinen letzten Beitrag unten), ..

so kann man unschwer das Fehlverhalten der deutschen Zentralbank benennen:

1. Das vorrangige Ziel, die Preisstabilität zu gewährleisten, ist durch die Flutung der Märkte mit Liquidität hochgradig gefährdet.
2. Die exponentiell in die Höhe schießenden Target2-Salden sind Ausdruck einer extremen Instabilität der Zahlungs- und Verrechnungssysteme, zu deren Stabilität die BuBa doch beitragen sollte.

Angesichts offensichtlicher Verstöße gegen die gesetzlichen Fundamente der BuBa sind die – wie ein Mitforist treffend schrieb – scholastischen Spitzfindigkeiten in der Argumentation Herrn Weidmanns verständlich. Aber nicht akzeptabel, wie man hinzufügen muß.

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Dennis Gartner

Jetzt gibt auch Weidmann den Weichspüler

Ein Jammer, Herr Weidmann ! Für mich waren Sie - nach Sarrazin, der als Bundesbanker bereits 2009 den Konkurs Griechenlands empfahl, womit er Recht hatte - einer der letzten in der Sache ehrlichen Offiziellen. Jetzt fangen Sie auch mit dieser elenden Weichspülerei und Verharmlosung der Giga-Risiken an, die uns an die Wand drücken werden. Noch immer wurden sämtliche offiziösen Zahlen zur Euro-Verschuldung ins Negative korrigiert. Stets kam und kommt die Feststellung , die Schulden und Fehlbeträge seien "höher als erwartet". Und da kommt der gute Herr Weidmann daher und verharmlost auch noch die Risiken, angefangen von den T2-Kontokorrenten bis hin zum Gelddrucken ducrh die Bad-Bank EZB.

Ein Jammer, Herr Weidmann ! Auch Sie können wir abschreiben.

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Gerhard Rohlfs

Der Ausverkauf (3) „Unsere Ersparnisse gibt uns keiner zurück“

Prof. Sinn: „Hinter den Forderungen der Bundesbank gegen die EZB stecken unsere Ersparnisse. Die gibt uns keiner zurück.“
„Im Endeffekt werden dreieinhalb Billionen Staatsschulden der Südländer vergemeinschaftet sein. Deutschland wird einen erheblichen Teil seines Auslandsvermögens verlieren - entweder über Staatskonkurse, über Inflation oder, am wahrscheinlichsten, über Steuererhöhungen zur Finanzierung der anstehenden Transferunion.“
Bei diesen Summen wäre dann nicht nur das Netto-Auslandvermögen weg, sondern zusätzlich erhebliche Teile des GESAMTEN Nettovermögens: Gemäß dem DIW verfügten Privathaushalte 2007 über ein Nettovermögen von 6 Billionen 600 Mrd. Euro.

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Gerhard Rohlfs

Der Ausverkauf (2) Die Bundesbank kann ihre 500 Mrd. Target-Forderungen nie fällig stellen

FAZ v. 18.02.2012, Prof. Sinn:
„Wir sitzen in der Falle“
„Die Rettungsschirme werden in Kürze verbraucht sein.“
Die Ansteckungsgefahr einer griechischen Staatspleite „wird von den Gläubigern an der Wall Street, in London und Paris instrumentalisiert. Sie sagen: Wenn Ihr Griechenland nicht rettet, bricht die Welt zusammen. In Wahrheit bricht ihr Vermögensportfolio zusammen, nicht die Welt.“
Ja. Leider ändert das nichts an der politischen Abhängigkeit.
.
„Wir können die [Target-] Forderungen nie fällig stellen. … Heute besteht schon die Hälfte des deutschen Nettoauslandsvermögens aus Forderungen der Bundesbank gegen das EZB-System. Geht es nach dem Willen der EZB, könnte die andere Hälfte bald auch noch weg sein.“
Leider besteht kein Grund zur Annahme, dass das Spiel beendet wird, wenn das deutsche Netto-Auslandsvermögen weg ist, und dass nicht auch der Rest, also das INLANDS-Vermögen, herangezogen wird.
Exportvizeweltmeister Deutschland also bald Netto-SCHULDNER?

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Karin Jürgens
Karin Jürgens (Bashi49) - 13.03.2012 21:41 Uhr

Eindeutige Absage an den ESM!

"Es ist nicht Aufgabe der Geldpolitik, marode Banken künstlich am Leben zu erhalten oder die Zahlungsfähigkeit von Staaten abzusichern. Entscheidungen über die Umverteilung größerer Solvenzrisiken von Banken oder Staaten zwischen den Steuerzahlern der Mitgliedsländer dürfen nur gewählte Regierungen und Parlamente treffen." - Das heißt eindeutig: Kein ESM !
Schade, daß Herr Weidmann so diplomatisch verklausuliert, das versteht nicht jeder. Ich habe es auch erst dreimal lesen müssen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.03.2012 09:57 Uhr
wolf haupricht

Der ESM birgt für die Gläubigerländer unkalkulierbare Risiken..

weil im Krisenfall ein Totalverlust des Kapitals droht und der Anteil D`s steigen würde.
Statt die Schulden der Problemländer zu vergesellschaften (sozialisieren), sollten sich die Rettungsmaßnahmen deshalb ganz auf die Aufrechterhaltung des Finanzsystems konzentrieren.
Das aber setzt voraus, dass die Länder ihren Banken staatliche Garantien geben,damit diese ihre Verluste zeitlich strecken und aus späteren Gewinnen begleichen können.
Fazit: Der ESM muss weg und darf auf keinen Fall erhöht werden

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Herbert Kern
Herbert Kern (pleiades) - 13.03.2012 19:40 Uhr

Bei der Fokusierung auf Herrn Weidmann


sollte man die Rolle von Herrn Asmusen, gestern, heute und morgen? nicht
ganz aus dem Blick verlieren; CDF´s, z.Bsp.
Beide waren u.a. Berater von Kanzlerin Merkel.

Asmusen vorher: finanzpolitischer Intimus von Eichel, Steinbrück, Schäuble: Heute.: EZB

Weidmann heute: Bundesbank.

Beide kennen sich gut aus Studienzeiten.

Gehen EZB und Bundesbank Hand in Hand??

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wolf haupricht

Wichtig ist doch, dass das Thema nicht nur auf dem Tisch liegt....

und nicht nur von Hr. Weidmann, sondern ebenso durch Prof. Sinn aktuell gehalten wird.
Weber und Stark haben ihre Chancen unzureichend genutzt und sich schnell in die Büsche verzogen. Damit haben sie ihre Einwirkungsmöglichkeiten verspielt, im Gegensatz zu Weidmann und Sinn, die wohl den Kampf aufnehmen. Nur das zählt und wird Wirkung zeigen. Wer hätte das dem Newcomer Weidmann zugetraut. Respekt.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 13.03.2012 23:05 Uhr
Stefan Waldburg

Das mit Weber und Stark...

...sehe ich genauso. Die Besetzung von EZB-Führungspositionen durch Vertreter aus den Mittelmeerstaaten und die damit verbundene, indes zu erwartende Abkehr von der Geldstabilitätspolitik hätte unbedingt vermieden werden müssen. Die Achse Monti/Draghi hätte vermieden werden müssen. Italien hält mit akt. 180 Milliarden Euro die größten Verbindlichkeiten in Target2.

Wieviel Zähne man Weidmann hier allerdings noch zubilligen wird, nun das wird sich zeigen. Die ca. 550 Milliarden Forderungen der Bundesbank liegen einstweilen im Feuer.

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