06.04.2005 · Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat sein Unverständnis über die von Wirtschaftsmanagern vertretene These geäußert, Arbeitsplätze seien in Deutschland zu teuer, neue könnten nur noch im Ausland entstehen.
Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat die Verlagerung deutscher Arbeitsplätze ins Ausland mit Hilfe von Steuersubventionen kritisiert. Vor Abgeordneten des baden- württembergischen Landtags sagte Wiedeking am Dienstag abend in Stuttgart.
„Es ist wenig sinnvoll, ja geradezu der Gipfel des Unsinns, wenn man in Zeiten, in denen mehr als fünf Millionen Menschen als Arbeitslose in Deutschland registriert sind, den Job- Export auch noch aus dem deutschen Steuertopf subventioniert.“ Zudem zahle die EU - auch mit deutschen Beiträgen zur EU-Kasse - Zuschüsse für Firmenansiedelungen in den osteuropäischen Ländern, die den dortigen Regierungen dann dazu dienten, Firmen aus Westeuropa mit günstigen Steuersätzen anzulocken. Nach Auffassung von Wiedeking sollte die Bundesrepublik die Milliarden Euro, die dort ausgegeben werden, besser dazu verwenden, die einheimischen Unternehmen wettbewerbsfähiger zu machen, etwa durch Steuersenkungen.
„Wir verarmen, wenn wir asiatisch werden wollen“
Deutschland könne seine Spitzenposition im globalen Wettbewerb auch nicht durch Lohn- und Sozialdumping absichern. „Wir verarmen, wenn wir asiatisch werden wollen“, sagte er. Chinesische Lohnkosten wären volkswirtschaftlicher Unsinn. Mit welchem Geld solle dann der deutsche Arbeitnehmer konsumieren, fragte der Porsche-Chef. Die Lohnkosten seien nicht das eigentliche Problem in Deutschland. Als Beispiel könne Porsche gelten. Das Stammwerk stehe im Herzen des Hochlohnlandes Deutschland. Trotzdem sei Porsche weltweit erfolgreich unterwegs.
Von einer „baden-württembergischen Krankheit“ wie sie noch im Sommer vergangenen Jahres mit Blick auf das hiesige Lohnniveau diagnostiziert wurde, verspüre Porsche herzlich wenig, sagte Wiedeking. Der frühere Mercedes-Chef Jürgen Hubbert, hatte diese Feststellung getroffen. Wiedeking erwartet vom künftigen Ministerpräsidenten Günther Oettinger starke Impulse für die Wirtschaft. Wiedeking appellierte am Dienstag an den nächsten Regierungschef: „Geben Sie dem Begriff vom Musterländle wieder neue Strahlkraft, machen Sie Baden- Württemberg zu dem Beispiel, dem andere Bundesländer nacheifern müssen“. Der Porsche-Chef fügte hinzu: „Ich garantiere Ihnen, dann müssen wir alle hier uns auch nicht die geringsten Sorgen um die Zukunftschancen des Standortes Baden-Württemberg im globalen Wettbewerb machen“.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |