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„Stammzellen-Zeitreise“ : Wie das Silicon Valley das Sterben abschaffen will

Stammzellen sind vielfältig verwendbar. Mit ihnen können Organe hergestellt werden, hier eine kleine „künstliche“ Leber aus der Kinderklinik in Cincinnati. Bild: Cincinnati Children’s/Max Planck

Der Traum vom ewigen Leben ist uralt. Im Silicon Valley versuchen sie, ihn wahr werden zu lassen. Im Hintergrund: Der deutschstämmige Multi-Gründer Peter Thiel.

          Der Traum vom ewigen Leben ist uralt und Gegenstand unzähliger Sagen. Im Silicon Valley arbeiten namhafte Unternehmen mit teils beachtlichen Summen daran, ihn Wirklichkeit werden zu lassen. Der Technologiekonzern Alphabet (Google) beispielsweise hat schon vor vier Jahren eine eigene Unternehmung mit dem Namen Calico gegründet und mit einem Milliardenbetrag ausgerüstet, die nicht weniger tun soll als das Altern zu attackieren. Echtes Anti-Aging. In Mountain View, wo das Google-Hauptquartier steht, hat wiederum auch die SENS-Stiftung ihren Sitz, die sich mit der Frage beschäftigt, warum Menschen altern und wie das manipuliert werden kann. Ihr visionärer Forschungschef Aubrey de Grey, der sich früher ausführlich mit künstlicher Intelligenz beschäftigte, erklärte sein Ziel einmal so: „Mir geht es nicht darum, tausend Jahre alt zu werden. Mein Ziel ist, dass Menschen einmal den Tod so lange vermeiden können, wie sie das wollen.“

          Alexander     Armbruster

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Eine Hoffnung verbindet sich dabei mit Blut und Stammzellen. Darauf setzt zumindest das Start-up Forever Labs, das aus dem in Mountain View ansässigen Gründerzentrum Y Combinator hervorgegangen ist. Das Unternehmen bietet an, Stammzellen aufzubewahren – und diese gegen mit der Alterung verbundene Krankheiten einzusetzen oder gar gegen das Altern selbst.

          Mäuse zusammengenäht

          Der zugrunde liegende Gedanke lautet: Stammzellen sind vielseitig verwendbar, werden mit zunehmendem Alter aber nicht nur zahlenmäßig weniger, sondern auch weniger funktional. Deswegen nun das Angebot, in jungen Jahren Stammzellen zu bunkern und für später aufzubewahren. Steven Clausnitzer, der das Unternehmen führt und mitgegründet hat, bezeichnete dies gegenüber dem Internetdienst „Techcrunch“ als „Stammzellen-Zeitreise“. Er selbst habe beispielsweise vor zwei Jahren, im Alter von 38, Stammzellen eingelagert – die seien nun im Gegensatz zu ihm nicht älter geworden.

          Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat das Lagern der Stammzellen des Unternehmens schon genehmigt. Eine Genehmigung dafür, die Stammzellen für Verjüngungstherapien zu modifizieren und anzuwenden, gebe es jedoch bislang noch nicht. Jason Camm, der leitende Medizin-Fachmann der Wagniskapitalgesellschaft des Internetunternehmers Peter Thiel, berät auch Forever Labs. Eine finanzielle Verflechtung zwischen Thiel und dem Unternehmen gebe es aber nicht. Gleichwohl darf man davon ausgehen, dass Thiel das Ziel durchaus sympathisch ist. „Meiner Ansicht nach kann man sich zum Tod auf dreierlei Weise verhalten“, sagte er bekanntlich einmal: „Man kann ihn akzeptieren, man kann ihn leugnen, oder man kann ihn bekämpfen. Ich glaube, unsere Gesellschaft besteht vor allem aus Leuten, die ihn hinnehmen oder leugnen. Ich bekämpfe ihn lieber.“

          Forever Labs ist bei weitem nicht die einzige Unternehmung, die in Stammzellen oder dem Blut von jüngeren Menschen Hoffnung sieht, das Altern aufzuhalten oder zumindest dessen Folgen. Jesse Karmazin hat eine Firma mit dem vielversprechenden Namen Ambrosia gegründet und bietet Menschen, die älter als 35 Jahre sind, Bluttransfusionen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen an – für mehrere tausend Dollar. Mehr als hundert Menschen haben sich nach seinen Worten schon als Kunden registriert, sagte er vor einiger Zeit schon dem Finanzsender CNBC während der „Code Conference“, einer prominenten jährlichen Zusammenkunft von Vertretern der Technologiebranche in Kalifornien.

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