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Stahlverarbeitung RAG plant neue Kokerei

 ·  Der Koksmangel macht den Stahlproduzenten zu schaffen. Der Essener Energie- und Chemiekonzern RAG sieht Absatzchancen und will 300 Millionen Euro in eine Kokerei investieren.

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Der wegen des Koksmangels geplante Ausbau der Kokereikapazität in Deutschland schreitet voran. Der Essener Energie- und Chemiekonzern RAG hat gerade mit den drei potentiellen Abnehmern eine Absichtserklärung (Letter of Intent) unterzeichnet, wie das Unternehmen bestätigt hat. Auch hat am Dienstag für die in Bottrop geplante neue Kokerei im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung die Anhörung begonnen.

Die RAG will die bestehende Kokerei in Bottrop, wo derzeit 400 Mitarbeiter jährlich rund zwei Millionen Tonnen Koks „drücken", um zwei Batterien erweitern. Durch die Produktion von zusätzlichen 1,25 Millionen Tonnen Koks sollen etwa 100 neue Arbeitsplätze entstehen. Abnehmer sind die Stahlkonzerne Arcelor (Luxemburg) und Voest Alpine (Österreich) sowie die saarländische Rogesa, die in Dillingen für ihre Gesellschafter Dillinger Hütte und Saarstahl Roheisen erzeugt.

300 Millionen Euro teure Investition

Die etwa 300 Millionen teure Investition soll im wesentlichen in Form eines Mietkaufs von diesen drei Kunden finanziert werden, die von Anfang 2007 an jeweils ein Drittel der Koksproduktion abnehmen werden. In den noch anstehenden Verhandlungen ist das Einsatzverhältnis vom importierter und heimischer Kokskohle sowie der sich daraus ergebende Kokspreis festzulegen.

Arcelor bezieht den Koks für Stahlhütten in Bremen und Eisenhüttenstadt. In der Neuausschreibung der vorhandenen Bottroper Produktion hat sich Thyssen Krupp zulasten der Bremer Stahlwerke erhöhte Koksmengen gesichert. Der neue Vertrag über fast 1,5 Millionen Tonnen ist unterschriftsreif.

Spotmarktpreise von fast 500 Doller je Tonne

In Deutschland werden für die Hochöfen mehr als acht Millionen Tonnen Koks benötigt. Da die eigene Kapazität bei weitem nicht ausreicht, ist das Land mit jährlichen Einfuhren von mehr als drei Millionen Tonnen größter Einkäufer im internationalen Kokshandel. Als China Anfang 2004 wegen des hohen Eigenbedarfs in der stark wachsenden heimischen Stahlindustrie die Koksausfuhren aussetzte, haben sich die bereits hohen Spotmarktpreise auf fast 500 Doller je Tonne mehr als verdoppelt.

Inzwischen kostet die Tonne zwar wieder weniger als 300 Dollar. Aber da die Kokskohlenlieferanten gerade die Preise um bis zu 100 Prozent auf etwa 100 Dollar je Tonne anheben, dürfte Koks 2005 auch wieder teurer werden.

Quelle: St., Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.12.2004, Nr. 287 / Seite 16
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