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Stahl / Industriegüter Thyssen-Krupp kauft Aktien vom Großaktionär Iran zurück

 ·  Mit dem Rückkauf reduziert der Konzern auf Druck der Vereinigten Staaten den Iran-Anteil am Unternehmen auf unter fünf Prozent. Damit entgeht Thyssen-Krupp „drohenden Restriktionen“ auf dem amerikanischen Markt.

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Der Mischkonzern Thyssen-Krupp hat auf Druck der Vereinigten Staaten für 406 Millionen Euro Aktien seines Großaktionärs Iran zurückgekauft, um so den Iran-Anteil am Unternehmen auf unter fünf Prozent zu drücken. Damit wolle man „drohenden Restriktionen“ auf dem für Thyssen-Krupp wichtigen amerikanischen Markt entgehen, teilte der Konzern am Montag mit. Der Aufsichtsrat beschloß zudem Firmenverkäufe mit einem Umsatzvolumen von sieben Milliarden Euro.

Mit dem Aktienrückkauf würden befürchtete „gravierende wirtschaftliche Einbußen im amerikanischen Geschäft des Konzerns“ verhindert, hieß es in einer Mitteilung. Der Rückkauf sei unter Berufung auf einen Artikel des Aktiengesetzes erfolgt, der einen solchen Schritt „zur Abwendung eines schweren unmittelbar bevor stehenden Schadens“ ermöglicht.

Thyssen-Krupp zahlt den dreifachen Marktpreis

Thyssen-Krupp wollte zu den Hintergründen nicht weiter Stellung nehmen. In mit der Situation vertrauten Kreisen hieß es, ein amerikanisches Gesetz schließe Firmen von Regierungsaufträgen aus, deren Eigentümer aus den Vereinigten Staaten nicht wohl gesonnenen Ländern stammten. Das seit vielen Jahren existierende Gesetz werde offenbar neuerdings strenger angewendet, hieß es in der Branche hierzu. Thyssen-Krupp macht vor allem mit Aufzügen und als Autozulieferer in den Vereinigten Staaten einen Umsatz in der Größenordnung von sieben bis acht Milliarden Dollar.

Der Konzern kaufte nach eigenen Angaben mit den 406 Millionen Euro 16,9 Millionen Aktien von der IFIC Holding, in der Iran seine Anteile am Unternehmen hält. Damit hat der Konzern etwa 24 Euro je Aktie und somit den dreifachen aktuellen Marktpreis bezahlt. Mittelfristig sollen die erworbenen Aktien sukzessive wieder an den Markt gegeben werden, hieß es seitens des Unternehmens. Der Analyst einer Frankfurter Großbank bezeichnete es als sehr bedauerlich, daß Thyssen-Krupp eine so hohe Prämie für die Aktien zahlen mußte.

Konzernausbau bei Autozulieferung und Aufzügen

Nachdem Iran als Großaktionär bei ThyssenKrupp ausgeschieden ist, verfügt das Unternehmen mit der Krupp-Stiftung (knapp 20 Prozent) und der Thyssen-Stiftung (fünf) Prozent nur noch über zwei Großaktionäre. Iran hielt zuletzt eine Beteiligung von 7,79 ProzentThyssenKrupp will mit seinem Verkaufsprogramm die Konzernstruktur straffen. Sie soll sich künftig auf die Bereiche Stahl, Industriegüter und Dienstleistungen ausrichten. Mittelfristig soll durch internes Wachstum und weitere Zukäufe ein Umsatz von an die 46 Milliarden Euro erreicht werden nach 37 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/02.

Aus unternehmensnahen Kreisen will die Nachrichtenagentur Reuters erfahren haben, daß in den nächsten zwei bis drei Jahren 33 Geschäftseinheiten mit zusammen etwa 30.000 Beschäftigten abgegeben werden sollen. Verkauft werden sollten einerseits profitable Firmen wie beispielsweise der Türen-Hersteller Novoferm oder aber solche, die strategisch nicht mehr zum Konzern paßten, wie der amerikanische Werkzeugmaschinenhersteller Giddings & Lewis, hieß es in den Kreisen. Ausgebaut werden sollten vor allem die Bereiche Autozulieferung und Aufzüge.

Nach der Herabstufung des Bonitätsratings durch die Agentur Standard & Poor's (S&P) hatte Konzernchef Ekkehard Schulz Ende Februar angekündigt, das geplante Desinvestitionsprogramm zu beschleunigen. Mit den Erlösen solle auch der Schuldenabbau beschleunigt werden. An diesem Ziel halte man fest, hieß es bei Thyssen-Krupp hierzu am Montag.

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