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Staffelung : Grüne fordern reduzierten Mindestlohn für Berufseinsteiger

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Junge Friseurin: Wird sie nicht vom Mindestlohn profitieren? Bild: picture-alliance / Frank May

Noch sperren sich die Gewerkschaften gegen Ausnahmen vom Mindestlohn. Doch selbst die Grünen denken über abgesenkte Lohnsätze für Berufseinsteiger nach.

          Jüngere Arbeitnehmer sollten nach Auffassung der Grünen auch künftig keinen generellen Anspruch auf den vollen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro je Stunde haben. „Ein Mindestlohn sollte zum Beispiel keinen Anreiz dafür setzen, dass junge Menschen jobben gehen und dafür auf eine Ausbildung verzichten“, sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen im Bundestag, Brigitte Pothmer, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Sie schlug vor, die Höhe des Mindestlohns nach Alter oder Berufserfahrung zu staffeln, damit Jugendliche nicht durch die Aussicht auf 8,50 Euro Stundenlohn in einfache Hilfsarbeiten gelockt werden: „In diesem Bereich brauchen wir eine tragfähige und unkomplizierte Lösung, dabei können die Erfahrungen unserer europäischen Nachbarn hilfreich sein“, sagte die Grünen-Politikerin.

          Beispiele für solche gestaffelten Mindestlöhne liefern etwa die Niederlande und Großbritannien. In den Niederlanden gilt der Mindestlohn von derzeit 1485,60 Euro je Monat (etwa 9,30 Euro je Stunde) erst von einem Alter von 23 Jahren an; für Arbeitnehmer im Alter von 15 bis 22 Jahren sind es dagegen nur 30 bis 85 Prozent des vollen Mindestlohns. In Großbritannien beträgt der allgemeine Mindestlohn 6,31 Pfund (umgerechnet 7,65 Euro) je Stunde; bis zu einem Alter von 21 Jahren gelten jedoch reduzierte Sätze von 3,72 und 5,03 Pfund. 

          Mit Blick auf die jüngsten politischen Auseinandersetzungen über mögliche Ausnahmen vom gesetzlichen Mindestlohn wehrte sich Pothmer in der F.A.Z. zugleich entschieden gegen den Eindruck, die Grünen wollten keinerlei Unterschiede zwischen regulären Arbeitsverhältnissen und anderen Vertragsformen zulassen. „Niemand fordert einen Mindestlohn für Auszubildende und Praktikanten, die noch die Schule besuchen oder studieren“, betonte sie. Allerdings dürfe der gesetzliche Mindestlohn auch nicht durch „ausufernde Ausnahmen“ ausgehöhlt werden. Den Unionsparteien warf Pothmer  vor, insgeheim genau dies anzustreben.

          Der vollständige Bericht erscheint in der Donnerstagsausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Quelle: FAZ.NET

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