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Stadionbau Wohin mit den Arenen?

18.07.2005 ·  Fußball-Weltmeisterschaften sind Bauprogramme für große Stadien. So war es vor der WM 1974, und so ist es nun wieder. Es sind hochmoderne Arenen entstanden. Doch lohnen sich diese Investitionen?

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Gott sei Dank! Eintracht Frankfurt spielt wieder in der Ersten Bundesliga. Nicht nur die Fans der "launischen Diva vom Main" atmen auf, auch der Betreiber des neuen, schmucken Stadions, das nun Commerzbank-Arena heißt und nicht mehr Waldstadion.

Fußball-Weltmeisterschaften sind Bauprogramme für große Stadien. So war es vor der WM 1974, und so ist es nun wieder. Nur mit dem Unterschied, daß heute nicht mehr traditionelle Sportstätten gefragt sind, in denen Besitzer von Stehplatzkarten wind- und wetterfest sein mußten, sondern hochmoderne Arenen mit beweglichen Dächern, Komfortsitzen, Logen und Restaurants. Doch lohnen sich diese Investitionen?

Die modernen Vergnügungstempel sind teuer: Die Arena in Frankfurt hat nahezu 200 Millionen Euro gekostet; finanziert wurde sie zu einem guten Teil von der Stadt Frankfurt und dem Bundesland Hessen. In Frankfurt mag die Rechnung aufgehen. Die Stadt hat für 15 Jahre die Betreiberrechte an Private abgetreten und erhält im Gegenzug genügend Geld, um die für den Stadionbau aufgenommenen Kredite zurückzuzahlen - solange die Eintracht in der ersten Liga bleibt.

Die Betreiber kalkulieren so: Rechnet man die Spiele der Eintracht und die Partien der Footballer von Frankfurt Galaxy sowie wenige Konzerte und ein paar sonstige Veranstaltungen zusammen, müßte sich das Geschäft lohnen. Das wäre in einer kaufkräftigen Region wie dem Rhein-Main-Gebiet auch wenig erstaunlich.

Rentieren dürfte sich auch auf lange Sicht die 340 Millionen Euro teure Allianz-Arena in München, wo mit den Bayern und den "Löwen" gleich zwei Nutzer im bezahlten Fußball spielen.

Am anderen Ende befindet sich wohl das neue Stadion in Leipzig - ohne einen zahlungskräftigen Namensgeber aus der Wirtschaft und mit einem Heimatverein, der nur in der vierten Liga spielt.

Quelle: gb., Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 17.07.2005, Nr. 28 / Seite 35
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Von Heike Göbel

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