Ein kleiner Namensdreher, und Eurobonds werden - schwupps - zu Elitebonds. Sofort schlagen Rettungseuropäer Alarm. Der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, lässt wissen, er halte nichts von einem solchen Stabilitätskern in der Währungsunion.
Das scharfe Dementi vom Finanzministerium („solche Pläne gibt es nicht“) wie auch das Eingeständnis des Sprechers der Regierung („auch wir haben nicht unbegrenzte Finanzkraft“) hindert den Koalitionspartner FDP nicht, Elitebonds eifrig zu kommentieren, sehr zur Freude der Opposition („völlig falsche Weg“).
Wenn schon die Regierung nicht mehr dem Dementi der Regierung glaubt, dann braucht der Markt auch nicht mehr der Aktualität zu folgen.
Da mag Moody‘s vor Staatspleiten und dem Zerfall der Währungsunion warnen und die OECD in ihrer Wirtschaftsprognose „das Schlimmste“ befürchten - der Börse ist mal wieder nach Gewinn.
Wenn alles Kopf steht, hilft vielleicht der Blick zurück: Nach Einführung des Euro gab es zehn Jahre faktische Eurobonds, mit fast demselben Zins für alle Staaten. Trotz Stabilitätspakt schlitterte Euroland in die Existenzkrise. Wie soll das mit politischen Eurobonds besser werden?
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