28.11.2011 · Angebliche Pläne für „Elitebonds“ sorgen für Aufregung. Die Regierung glaubt ihrem eigenen Dementi nicht.
Von Holger SteltznerRichtlinien für Lesermeinungen
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Ja, Holger Steltzner betitelt seinen Kommentar völlig sinnvoll mit "Wenn alles Kopf steht". Anders kann man diese Kopfstandartisten in Brüssel, Berlin und Paris nicht bezeichnen. Und je länger diese unsäglichen Akrobaten, allen voran José Manuel Durão Barroso, am Euro herummurksen, desto mehr fließt den Damen und Herren das Blut in den Kopf, bis ihnen vollends schwindlig geworden ist. So kann man keine Finanzpolitik betreiben. Dazu muss erst mal wieder alles senkrecht ins Lot gebracht werden. Damit die Köpfe wieder klar und vernünftig denken können. Mit mehr Schuldenvergemeinschaftung sicher nicht. Wie das geht kann jeder Handwerksmeister bestens erklären. Die Brüsseler Finanzakrobaten sollen Kopfstände dem Dorfzirkus überlassen, die können es besser.
Das Ammenmärchen von der europäischen Stabilität - eine traurige Endlosgeschichte mit bösen Folgen
Es gibt keinen EU Staat, der je irgendwelche Stabilitätskriterien eingehalten hat, das waren nur Zahlen auf dem Papier (die BRD z.B. hat sich auf eine Schuldenhöhe auf 60% des BIP verpflichtet, real bis jetzt aber 285% realisiert und man arbeitet weiter dran: Eurobonds) Und die Haltung der Politik hat sich auch keineswegs geändert: So versuchen jetzt die lins-links-grünen Kräfte mit drastischen Abgabenerhöhungen, ohne ein Wort darüber zu verlieren, daß das bisher immer nur zu neuen Begehrlichkeiten und damit zu neuen Schulden geführt hat, erneut politisches Gewicht zu bekommen. Und tatsächlich haben sie schon wieder neue Subventionen im Gepäck, wie den kostenlosen Kindergarten bis zum kostenlosen Studium, da fehlt nur noch der kostenlose Energieumstieg und eine kostenlose Bestattung. Und Frau Merkel hat einen Narren gefressen an Heißsporn Asmussen für die EZB, vermutlich, damit er seine Geldschöpfungstour von 2006/2007 mit US-subprimes jetzt auf EU-Ebene ausleben kann.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.11.2011 19:42 Uhr@KLaus Peter Kraa - Ja, so wird´s wohl kommen,
und zwar jetzt sogar auf der breiteren Basis der EZB statt der
früheren Instrumente KfW, IKB und Landesbanken und mit breiter
gestreuter Verlustbeteiligung auf alle europäischen Steuerzahler.
In Amerika geht ja die seltsame Geldvermehrung des Alan Greenspan auch
weiter, warum denn nicht auch in Europa?
Aber die Luft ist langsam raus aus Europa und es wächst auch
langsam die Erkenntnis, daß die Zeit, in der jeder Staat die
Chance hatte, selbst nicht nur über die Höhe seiner Schulden,
sondern sogar auch über die Stabilität seiner Währung und
deren Gefährdung durch eigene Schulden-, Wirtschafts- und
Finazpolitik zu entscheiden, doch die bessere Alternative war, wie vor
mehr als 10 Jahren kluge Köpfe der Nation durch eine Klage vor dem
BVerfG gegen die Einführung des Euro der Nation vergeblich
klarzumachen versuchten. Warum sollen denn die Europäer zwei Mal
ins kalte Wasser springen wollen?
Den „Nordeuro“ hatten wir ja - er hieß DM
Den „Nordeuro“ hatten wir ja - er hieß DM, denn die DM war ein De-Facto-Währungsverbund aus Deutschland, den Niederlanden und Österreich und diese DM wäre ein wirklicher Konkurrent zum Dollar, deswegen musste wohl der Euro in seiner jetzigen Form her. Ich befürchte, dass dieser unser jetziger „Schwacheuro“ uns erhalten bleibt, wie das Polit-Urgestein Kissinger meinte und er muß es ja, als einer der Fädenzieher, wissen. Anders kann ich mir das agieren der EU-Politiker nicht erklären.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.11.2011 16:58 UhrDer "Nordeuro" wie Sie ihn nennen...
bzw die D-Mark war ebenso auf dem Balkan, in Osteuropa, Türkei und
selbst in Nordafrika als Schattenwährung gefragt. Aber nicht nur
dort, sondern in ganz Europa geschätzt. Dem Dollar gegenüber
war er gleichwertig, mitunter sogar überlegen wg. seiner
Stabilität und Kaufkraft.
Übrigens war der holländischen Gulden der D-Mark bzgl. des
Wertes ebenbürtig, allerdings nicht so bekannt wie D.
Holländer erzählen freimütig, dass wenn sie nach ihrer
Herkunft befragt werden, man nicht so genau weiss, wo es liegt. Deswegen
folgt oft die Nachfrage: Liegt es bei D?
Das große Gaunerstück der Eurobonditen
Von vielen Seiten vernimmt man: Sobald die Voraussetzungen geschaffen
sind, dass alle Länder solide wirtschaften, stimmt Deutschland den
Eurobonds (oder aktuell: Elitebonds) zu.
Man wird, wie gehabt, wieder einen scheinbar eisernen
Stabilitätspakt zusammenbasteln und uns ein Stück Papier als
solchen verkaufen. Dass der hält, kann man a priori ausschließen.
Denn: Wenn alle Länder solide wirtschaften, brauchen sie
überhaupt keine Eurobonds, dann zahlen sie ganz automatisch (in
etwa) genau so wenig Zinsen wie Deutschland! Also kann es sich nur darum
handeln, Deutschland in die Haftung zu nehmen - was auch immer die
anderen tun werden.
Eurobonds und Stabilitätsversprechen der Südländer (wohl
einschließlich Frankreichs) entpuppen sich vor diesem Hintergrund
als ein Widerspruch in sich!
Seltsamerweise haben alle Finanzkrisen ihren Ursprung in zu niedrigen
Zinsen (Subprimekrise, Euro-Einführung, Staatsschuldenkrise). Und
nun versuchen die von ihrer Rettungsmission beseelten Politiker
abermals, die von den Märkten zu Recht verlangten hohen Strafzinsen
der Defizit-Sünder durch Rettungsschirme, Eurobonds und den Aufkauf
von Schrottpapieren auf Null zu bringen. Dies ist der untaugliche
Versuch, die Krankheiten mit Mitteln zu beheben, die sie ausgelöst
haben. Dies funktioniert zwar in der Homöopathie, aber nur
deshalb, weil man dort mit extremer Verdünnung arbeitet. Eine
Vervielfachung der Wirkstoffkonzentration, wie man sie in der Politik
inzwischen auch als Hebelung bezeichnet, würde jeden Patienten
sofort umbringen. Und das, was die Politiker inzwischen planen, wird
auch die europäischen Patienten samt ihren Pflegern (D, NL)
umbringen und die ganze Europa-Klinik in die Luft sprengen.
PS: Die einzig wirksame Schuldenbremse sind hohe
(bonitätsabhängige) Zinsen.
Die EZB soll endlich Geld drucken
Die EZB hat unendliche Geldreserven, wieso nutzt man diese nicht endlich
? Die Amerikaner zeigen mit der FED wie das geht. Kein Spekulant der
Welt hätte gegen die EZB eine Chance...
Dann gibt es hohe Inflation ? Wieso ? Im Dollarraum gibt es bisher nur
sehr gemäßigte Inflation obwohl die Fed ständig Geld
produziert, wieso will man unbedingt den deutschen europäischen
Steuerzahler bluten lassen, wenn es doch viel einfacher ginge ?
Der alltägliche Wahnsinn der Geldstöme
"...Die Lizenz zum Gelddrucken haben in unserem Geldsystem die
privaten Geschäftsbanken. Sie können alles Geld, das sie in
Form von Einlagen oder sogar Eigenkapital zur Verfügung haben, in
Staatsanleihen investieren. Diese Staatsanleihen reichen sie als
Sicherheit bei der Zentralbank ein und holen sich zum Leitzins frisches
Geld, mit dem sie sich wieder frische Staatsanleihen besorgen - und
immer so weiter.
Die Zentralbank finanziert also in unserem Geldsystem bereits ganz
ordinär und regelmäßig den Staat. Sie tut es allerdings
vermittelt durch Intermediäre, wie die Banker sich zuweilen nennen,
und bei denen dann auch der Gewinn vorwiegend hängen bleibt. Das
bei uns geltende Verbot der Staatsfinanzierung durch die Zentralbank
müsste eigentlich, um der gängigen Praxis Genüge zu tun,
korrekt lauten: die Zentralbank darf andere Staatsinstitutionen nur
unter Gewinnbeteiligung von Privatkapital finanzieren. ..."
Lucas Zeise in FTD
HB-Geldwirtschaft?
Ach so ist das:
Drucke einfach viel mehr Geld, dann geht alles wie von selbst?
Leider bin ich zu alt, um noch an [faulen] Zauber zu glauben!
Aberglaube? Festhalten an Theorien und Ignorieren von Tatsachen? Weimarer Komplex?
Populismus als letzter Strohhalm einer Regierung, die ihr politisches
Kapital verschleudert hat?
Es kann viele Gründe geben, aber es ist tatsächlich schwer zu
verstehen, warum man nicht zur Offenmarktpolitik entscheidend greifft
(Aufkauf vom Anleihen auf dem Sekundärmarkt), vor allem wenn eine
Rezession im Euroraum immer wahrscheinlicher wird, sogar eine Deflation
möglich wäre und die europäischen Unternehmen eine immer
schwieriger Zugang zur kurz- und mittelfristigen güngstigen
Finanzierung finden, weil die europäischen Anleihen- und
Kreditmärkte immer größeren Liquiditätsproblemen haben.
Das tut die EZB doch schon längst
seit Mai 2010 sind über 200 Mrd monetisiert worden. Die Tranchen werden immer größer. Sie können sich sicher sein, daß Heli-Ben und Drucker-Drahgi die Währngen Dollar und Euro in die Hyperinflation drucken werden.
@Paul Rabe: Sie sollten Parteifunktionärskader werden, denn genau wie diese haben Sie
offensichtlich nicht den geringsten Funken wirtschafts- und gar
geldpolitischen Sachdverstand. Und nicht den geringsten Willen,
Bürgerorientierte Vorschläge zu machen.
Ihre Forderungen würden sich, wenn man umsetzen würde, IMMER
massiv gegen die Bevölkerung auswirken.
Die Neuzeit ist geprägt von 2 Plagen der Menschheit: Die Gier der
Banken und die Großmannssucht der Politiker - beide bilden eine
unselige Allianz.
Hier liegt der Schlüssel zur Lösung - zugegeben schwierig aber
es wäre einen Versuch wert.
Es geht um die Stabilisierung Frankreichs
Frankreich hat ein Riesenproblem:
1. die Großbanken müßen rekapitalisiert werden
2. Die Neuverschuldung ist zu hoch
3. Wegen der anstehenden Wahlen wäre ein Sparprogram politischer
Selbstmord für Sarkotzy
Also erdenkt man sich solche Gebilde, die Frankreich über die
Wahlen hinüberretten sollen.
.
Als Studenten hatten wir einen Witz: Was ist ein
deutsch-französisches Forschungsprojekt? - Es findet in Frankreich
statt und Deutschland zahlt. - Mehr fällt mir dazu nicht ein.
Der Markt verweigert die auf Kredit gestützten Geschäftsmodelle USA und EU
Der Markt verweigert die auf Kredit gestützten Geschäftsmodelle USA und EU. Wollen die verantwortlichen Politiker dieses ncht einsehen, können sie nur die Notenpresse anwerfen. In Deutschland käme es in diesem Fall rasch zu Unruhen: Man stelle sich vor, der deutsche Staat könne seine laufenden Zahlungen nicht mehr pünktlich und vollständig leisten, und obendrein stiege die Teuerung auf 5%. Nein, in der Berliner Republik muss man den Anteil der Staatsausgaben am Sozialprodukt neu festsetzen, und zwar geringer, und in Brüssel muss man sich darüber klar sein, dass der Europa-Superstaat gescheitert ist: Der Markt ist nicht länger bereit, politische Risiken zu 100% zu übernehmen.
Nach dem Grundsatz "Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste (Imparitätsprinzip)" müssen wir davon ausgehen, dass uns die Rettung der strukturschwachen Länder etwa soviel kosten wird wie die Wiedervereinigung. Ich erwarte deshalb eine Zusatzverschuldung von 1 Billion €, bevor die Schuldenbremse greift. Bei einer Annuität von 6% (4% Zinsen und 2 % Tilgung) werden die deutschen Haushalte mit 60 Mrd. € jährlich zusätzlich belastet. Den voraussichtlichen Mehrkosten stehen Entlastungen durch stabile Umsätze an den Realgütermärkten im Euro-Raum und weltweit von mehr als 200 Mrd. € jährlich gegenüber. Die Kettenreaktion wird von China, Japan und den USA besonders gefürchtet. Polens Aufschwung könnte gefährdet werden. Damit verbleibt periodisiert ein Nettovorteil von 140 Mrd. € allein für die Deutschen! Das Spiel auf Zeit ist ausgespielt. Wir brauchen jetzt ein Weihnachtsgeschenk, das uns Kontinuität an den Realgütermärkten verspricht.
@Fr. Schreiber: Die "verantwortlichen Politiker" - sagen Sie
Ein merkwürdiges Denkmodell: "verantwortliche Politiker".
Fragen aus der Schweiz zum Verständnis:
1. Es herrscht in D Demokratie, dann ist das D-Volk verantwortlich - und
nicht die Politiker - z.B. unfähige, schuldenmachende Politiker
werden dann abgewählt und fähige gewählt. Falls dies
nicht geschieht, ist das D-Volk zufrieden und dankbar für die
"Gaben" der Politiker (gütiger Umverteilungsstaat mit
Elterngeld, Kitas für Alle etc.), bzw froh, dass es in der EU/ im
€-Land lebt.
2. Es herrscht keine Demokratie, sondern eine de facto
Einparteien-Oligarchie (wie z.B. im unsäglichen Weimar) und das
D-Volk ist völlig machtlos.
...
Beide Alternativen sind schrecklich nach 60 Jahren seit WK2, 40 Jahren DDR.
Wenn die Mächtigen ihre Macht mißbrauchen
Herr Schmid, wenn die Mächtigen ihre Macht mißbrauchen, ist dann tatsächlich das Volk verantwortlich? Sagen Sie mir bitte, wo und wann die deutschen Bürger diese EU und diese Währung hätten verhindern können. Ich bin wirklich gespannt auf Ihre Antwort. Wir haben ja noch nicht einmal eine Verfassung. Ich fürchte, nur mit einem Volksaufstand wird sich die Politik in eine andere Richtung bewegen. Und dann würde mich interessieren, ob Leute wie Sie darauf mit Begeisterung reagieren würden.
Denkschritte
Ein Blick quasi von außen ist oft hilfreich und erschwert, wie
hier, rasche und bequeme Sündenbocklösungen. Nun
schlössen sich zwanglos auf dieser so gewonnen neuer Ebene wiederum
Fragen gleicher Art an, die, so ist zu hoffen, schließlich
erkennen ließen, wieso die außerordentliche Dimension des
gegenwärtigen Desasters offenbar nicht zutreffend vorausgeahnt
werden konnte.
Nicht zufällig wird ja derzeit darauf gewiesen, dass
Volkswirtschaft eine Soft Science sei und deswegen zu den
Sozialwissenschaften gehöre. Gier der Banker, Unfähigkeit der
Politiker, Versagen der Eliten, Egoismus der (Super-)Reichen, Faulheit
und Ausweichverhalten der Deklassierten... sind ja Zuschreibungen, die
eine solche Zuordnung zu belegen scheinen.
Dann jedoch bestünde die Aufgabe, zunächst zu ergründen,
wo nun eine hier anzunehmende, u.U. destruktiv wirksame, allen Menschen
eigene, latente "Unfähigkeit" gefasst werden kann, um
danach die Rahmenbedingungen zu suchen, welche diese zu zügeln
vermögen.
Natürlich hilft ein Blick zurück!
Der EURO wurde von denen, die sich für unsere politische Elite halten, wider jede ökonomische Vernunft, gegen den Rat und Widerstand sehr vieler Fachleute und gegen die Mehrheit der (deutschen) Bevölkerung eingeführt. Nun wird er von denen ebenso "gerettet". So wie die Einführung des EURO wird auch dessen "Rettung" scheitern - grandios!
Im Grunde wären "Elitebonds" die einzige
Möglichkeit, vom Euro überhaupt noch etwas zu retten. Wenn den
führenden Politikern Europas etwas an der Idee einer gemeinsamen
Währung liegt und wenn sie die Keimzelle für einen Neustart
(der so oder so kommen wird) erhalten wollen, dann müssen sie genau
diese kleine "Wagenburg" aus starken Euro-Partnern bauen.
De facto wäre das dann der "Euro-Nord"; vermutlich
wäre es nach einem Jahr auch der einzige Euro, den es dann noch
gibt.
Nach und nach zwingt die Realität die Träumer dazu, von ihren
lieb gewonnenen Illusionen Abschied zu nehmen. Der Erhalt eines
"harten Kerns" von Euro-Ländern, die gemeinsam ein neues
Vertragswerk auf den Weg bringen und in etwa die gleiche
Wettbewerbsfähigkeit besitzen, wäre zumindest eine Option, die
unsere Träumer realistisch diskutieren sollten .... sie werden es
so oder so müssen. Warten wir einfach noch ein paar Tage ab.
Elitebonds = faktischer Nordeuro?
Glauben Sie das allen Ernstes selbst, oder wollen Sie das nur hier den Lesern weismachen?
Wie lange zahlt Frankreich mit?
Vielleicht ist Sarkozys Idee, daß Frankreich demnächst nach einem AAA-Verlust gar nicht mitzahlen muß und D, Ö und FIN allein bezahlen.
selbst Shakespeare scheint zu verblassen, auch griechische
Tragödien. Aber das scheint nur so. Damals war den Handelnden die
Erkenntnis ihrer Situation entsprechend den damaligen Möglichkeiten
verwehrt.
Die heutige Politik hat diese Entschuldigung nicht mehr, sie lädt
Schuld auf sich. Kurzsichtiger, oftmals nur parteipolitischer Profit
bestimmt das Handeln. Das Volk wird abgespeist mit billigen Parolen wie
'Scheitert der Euro, scheitert Europa'! Eine Parole ohne
Begründung, denn Norwegen, Schweden, Tschechei und andere Staaten
beweisen das Gegenteil.
Wir erleben derzeit Politik in ihrer billigsten Ausprägung.
Total falsch!
Was wir erleben, ist nicht
"Politik in ihrer billigsten Ausprägung"
sondern: Politik in ihrer gemeingefährlichsten Ausprägung.
(Aber ich denke, dass wir im Grunde wohl dasselbe denken.)
@Carolus Doomdey - Tragödientheorie und Wirklichkeit
Da haben Sie Recht, der Held in der Tragödientheorie des Aristoteles war sich seiner Schuld nicht bewusst, er machte weder intellektuelle Fehler noch lud er wissentlich Schuld auf sich, nur dann löste sein Unglück Jammern und Schaudern beim Publikum aus und führte zur Katharsis, also der inneren Reinigung: Noch nicht einmal diese Freude können wir uns als Beobachter der Szene hier gönnen.
Elitebonds? Mit der Beteiligung Frankreichs? Lachhaft.
Die Euro-Eliten sind ratlos. Sie haben sich verrannt. Und sie
beschleunigen auf ihrem Irrweg immer mehr das Tempo. Ein sinnfreier
(wenn nicht verheerender) Vorschlag jagt den anderen.
Nur das Ende des Euro und das Ende der derzeitigen EU können diesen
Wahnsinn beenden. Je eher, desto besser. Für alle.
Ach ja
Vielleicht sind Sie ja zu jung, um sich an die Verwerfungen zu erinnern,
die uns volatile Wechselkurse in der Vergangenheit gebracht haben.
Vielleicht haben Sie auch einfach nicht aufgepasst.
Leider ist die Sachkenntnis in Deutschland zum Thema EU sehr dünn.
Das darf aber nicht heissen, dass Stammtischerkenntnisse irgendeine
Relevanz haben.
Was wissen Sie z.B. zur Wirtschaftskraft Frankreichs, das es Ihnen
erlaubt, hier so abfällig daher zu reden?
Wie Recht Sie haben, Herr Steltzner
"Trotz Stabilitätspakt schlitterte Euroland in die
Existenzkrise. Wie soll das mit politischen Eurobonds besser werden?"
Sie und der Großteil der FAZ-Leser haben diesen Durchblick. Es ist
ja auch wirklich leicht zu verstehen. Kann mir jemand sagen, warum das
die verantwortlichen deutschen Politiker nicht begreifen wollen? Oder
haben die alle dasselbe Gen, welches sie uns Bürger wieder mal in
den Abgrund führen läßt?
Genau. Und auf den Weg haben sich bereits diverse Bürger in Deutschland begeben.
Es ist einfach ganz generell so, dass die Ansprüche der Bürger heute weiter sind als deren aktuelle Abbildung über das aktuelle System. Was Sie da recht nüchtern aufzählen - es ist ein sehr umfassender Verriss. Ich bin davon überzeugt, dass die aktuellen politischen Strukturen immer mehr Vertrauen verlieren. Das ist ihr Ende.
Einfache Antwort
Die Antwort auf ihre Frage "warum sich das deutsche Volk nicht
schämt" ist m.E. sehr einfach. Es gibt schlichtweg keine
glaubwürdigen Alternativen! Im Grunde ist es doch egal, welche
Politiker welcher Partei man nimmt. Alle sind gleich und nicht
vertrauenswürdig.
Seit Jahren nur leere Worthülsen - wirklich angegangen wurde kein
Problem richtig. Davon gibt es aber mehr als genug, z.B. Demografie,
Schuldenberg, Ausbildung der Kinder im Kindergarten & Schule,
Steuerreform, Gesundheitsreform, etc.
Die wenigen Politiker/Menschen die etwas ändern wollten sind nicht
mehr in der Politik oder gehen gleich nicht dahin.
Unser Land braucht dringend Strukturreformen, z.B. weniger
Bundesländer, weniger Politiker, einheitliche, vergleichbare
Schulabschlüsse, einfaches & gerechteres Steuerrecht und v.a.
weniger Lobbyismus.
Ihre Frage, ob deutsche Politiker 'bemerkenswert dumm' sind, bewegt mich auch.
Auf Deutschlands Bürgernetzwerk steht dazu ein Artikel mit dem schlichten Titel "Sind deutsche Politiker dumm?" . Der Autor kommt zu einen Ergebnis, das mich nachdenklich stimmt. Aber auf einen Leserkommentar hin schreibt er eine Antwort, die ich hier nicht wiederholen will. Es könnte zur Massenpanik kommen.Wenigstens aus Sicht der Schweizer ist diese Frage eindeutig geklärt. Warum das deutsche Volk sich nicht schämt und seine Politiker der Fehler bezichtigt? Das bewegt mich immer noch.
Die Ideen werden immer abstruser, es scheint wir nähern uns dem Ende der Fahnenstange. Dort warten die nationalen Währungen und von dem EURO bleibt nur eine, wenn auch mehrere Billionen teuere, Fußnote der Geschichte.
Herrn Steltzner ist vielleicht entgangen, dass in der FDP gerade ein
Mitgliederentscheid zum ESM stattfindet - das mag erklären, warum
sich die FDP-Spitze heute genötigt sah, die "Elitebonds"
eifrig zu kommentieren. Die Diskussion um Elitebonds spielt nämlich
in die Hände der Anhänger von Frank Schäffler.
Im Übrigen wäre es interessant zu erfahren, wer die Idee mit
den Elitebonds überhaupt lanciert hat. Alles nur eine Erfindung der Springer-Presse?
Gentests machen Aussagen über das Risiko künftiger Krankheiten. Wollen Sie Ihr Risiko kennen?
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