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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Staatsschuldenkrise Wenn alles Kopf steht

 ·  Angebliche Pläne für „Elitebonds“ sorgen für Aufregung. Die Regierung glaubt ihrem eigenen Dementi nicht.

Artikel Lesermeinungen (35)

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Thomas Meyer (meyertom) - 29.11.2011 15:04 Uhr

Euro-Kopfstand-Akrobaten

Ja, Holger Steltzner betitelt seinen Kommentar völlig sinnvoll mit "Wenn alles Kopf steht". Anders kann man diese Kopfstandartisten in Brüssel, Berlin und Paris nicht bezeichnen. Und je länger diese unsäglichen Akrobaten, allen voran José Manuel Durão Barroso, am Euro herummurksen, desto mehr fließt den Damen und Herren das Blut in den Kopf, bis ihnen vollends schwindlig geworden ist. So kann man keine Finanzpolitik betreiben. Dazu muss erst mal wieder alles senkrecht ins Lot gebracht werden. Damit die Köpfe wieder klar und vernünftig denken können. Mit mehr Schuldenvergemeinschaftung sicher nicht. Wie das geht kann jeder Handwerksmeister bestens erklären. Die Brüsseler Finanzakrobaten sollen Kopfstände dem Dorfzirkus überlassen, die können es besser.

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Klaus Peter Kraa

Das Ammenmärchen von der europäischen Stabilität - eine traurige Endlosgeschichte mit bösen Folgen

Es gibt keinen EU Staat, der je irgendwelche Stabilitätskriterien eingehalten hat, das waren nur Zahlen auf dem Papier (die BRD z.B. hat sich auf eine Schuldenhöhe auf 60% des BIP verpflichtet, real bis jetzt aber 285% realisiert und man arbeitet weiter dran: Eurobonds) Und die Haltung der Politik hat sich auch keineswegs geändert: So versuchen jetzt die lins-links-grünen Kräfte mit drastischen Abgabenerhöhungen, ohne ein Wort darüber zu verlieren, daß das bisher immer nur zu neuen Begehrlichkeiten und damit zu neuen Schulden geführt hat, erneut politisches Gewicht zu bekommen. Und tatsächlich haben sie schon wieder neue Subventionen im Gepäck, wie den kostenlosen Kindergarten bis zum kostenlosen Studium, da fehlt nur noch der kostenlose Energieumstieg und eine kostenlose Bestattung. Und Frau Merkel hat einen Narren gefressen an Heißsporn Asmussen für die EZB, vermutlich, damit er seine Geldschöpfungstour von 2006/2007 mit US-subprimes jetzt auf EU-Ebene ausleben kann.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.11.2011 19:42 Uhr
Klaus Peter Kraa

@KLaus Peter Kraa - Ja, so wird´s wohl kommen,

und zwar jetzt sogar auf der breiteren Basis der EZB statt der früheren Instrumente KfW, IKB und Landesbanken und mit breiter gestreuter Verlustbeteiligung auf alle europäischen Steuerzahler. In Amerika geht ja die seltsame Geldvermehrung des Alan Greenspan auch weiter, warum denn nicht auch in Europa?
Aber die Luft ist langsam raus aus Europa und es wächst auch langsam die Erkenntnis, daß die Zeit, in der jeder Staat die Chance hatte, selbst nicht nur über die Höhe seiner Schulden, sondern sogar auch über die Stabilität seiner Währung und deren Gefährdung durch eigene Schulden-, Wirtschafts- und Finazpolitik zu entscheiden, doch die bessere Alternative war, wie vor mehr als 10 Jahren kluge Köpfe der Nation durch eine Klage vor dem BVerfG gegen die Einführung des Euro der Nation vergeblich klarzumachen versuchten. Warum sollen denn die Europäer zwei Mal ins kalte Wasser springen wollen?

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Brünhilde Zeller

Den „Nordeuro“ hatten wir ja - er hieß DM

Den „Nordeuro“ hatten wir ja - er hieß DM, denn die DM war ein De-Facto-Währungsverbund aus Deutschland, den Niederlanden und Österreich und diese DM wäre ein wirklicher Konkurrent zum Dollar, deswegen musste wohl der Euro in seiner jetzigen Form her. Ich befürchte, dass dieser unser jetziger „Schwacheuro“ uns erhalten bleibt, wie das Polit-Urgestein Kissinger meinte und er muß es ja, als einer der Fädenzieher, wissen. Anders kann ich mir das agieren der EU-Politiker nicht erklären.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.11.2011 16:58 Uhr
wolf haupricht

Der "Nordeuro" wie Sie ihn nennen...

bzw die D-Mark war ebenso auf dem Balkan, in Osteuropa, Türkei und selbst in Nordafrika als Schattenwährung gefragt. Aber nicht nur dort, sondern in ganz Europa geschätzt. Dem Dollar gegenüber war er gleichwertig, mitunter sogar überlegen wg. seiner Stabilität und Kaufkraft.
Übrigens war der holländischen Gulden der D-Mark bzgl. des Wertes ebenbürtig, allerdings nicht so bekannt wie D. Holländer erzählen freimütig, dass wenn sie nach ihrer Herkunft befragt werden, man nicht so genau weiss, wo es liegt. Deswegen folgt oft die Nachfrage: Liegt es bei D?

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Burkhardt Brinkmann

Das große Gaunerstück der Eurobonditen

Von vielen Seiten vernimmt man: Sobald die Voraussetzungen geschaffen sind, dass alle Länder solide wirtschaften, stimmt Deutschland den Eurobonds (oder aktuell: Elitebonds) zu.

Man wird, wie gehabt, wieder einen scheinbar eisernen Stabilitätspakt zusammenbasteln und uns ein Stück Papier als solchen verkaufen. Dass der hält, kann man a priori ausschließen.

Denn: Wenn alle Länder solide wirtschaften, brauchen sie überhaupt keine Eurobonds, dann zahlen sie ganz automatisch (in etwa) genau so wenig Zinsen wie Deutschland! Also kann es sich nur darum handeln, Deutschland in die Haftung zu nehmen - was auch immer die anderen tun werden.

Eurobonds und Stabilitätsversprechen der Südländer (wohl einschließlich Frankreichs) entpuppen sich vor diesem Hintergrund als ein Widerspruch in sich!

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Gerhard Rinker
Gerhard Rinker (GerdR) - 29.11.2011 12:31 Uhr

Es war einmal…

Seltsamerweise haben alle Finanzkrisen ihren Ursprung in zu niedrigen Zinsen (Subprimekrise, Euro-Einführung, Staatsschuldenkrise). Und nun versuchen die von ihrer Rettungsmission beseelten Politiker abermals, die von den Märkten zu Recht verlangten hohen Strafzinsen der Defizit-Sünder durch Rettungsschirme, Eurobonds und den Aufkauf von Schrottpapieren auf Null zu bringen. Dies ist der untaugliche Versuch, die Krankheiten mit Mitteln zu beheben, die sie ausgelöst haben. Dies funktioniert zwar in der Homöopathie, aber nur deshalb, weil man dort mit extremer Verdünnung arbeitet. Eine Vervielfachung der Wirkstoffkonzentration, wie man sie in der Politik inzwischen auch als Hebelung bezeichnet, würde jeden Patienten sofort umbringen. Und das, was die Politiker inzwischen planen, wird auch die europäischen Patienten samt ihren Pflegern (D, NL) umbringen und die ganze Europa-Klinik in die Luft sprengen.
PS: Die einzig wirksame Schuldenbremse sind hohe (bonitätsabhängige) Zinsen.

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Paul Rabe

Die EZB soll endlich Geld drucken

Die EZB hat unendliche Geldreserven, wieso nutzt man diese nicht endlich ? Die Amerikaner zeigen mit der FED wie das geht. Kein Spekulant der Welt hätte gegen die EZB eine Chance...
Dann gibt es hohe Inflation ? Wieso ? Im Dollarraum gibt es bisher nur sehr gemäßigte Inflation obwohl die Fed ständig Geld produziert, wieso will man unbedingt den deutschen europäischen Steuerzahler bluten lassen, wenn es doch viel einfacher ginge ?

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Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.11.2011 11:49 Uhr
Gottfried Lobeck
Gottfried Lobeck (golo7) - 30.11.2011 11:49 Uhr

Der alltägliche Wahnsinn der Geldstöme

"...Die Lizenz zum Gelddrucken haben in unserem Geldsystem die privaten Geschäftsbanken. Sie können alles Geld, das sie in Form von Einlagen oder sogar Eigenkapital zur Verfügung haben, in Staatsanleihen investieren. Diese Staatsanleihen reichen sie als Sicherheit bei der Zentralbank ein und holen sich zum Leitzins frisches Geld, mit dem sie sich wieder frische Staatsanleihen besorgen - und immer so weiter.
Die Zentralbank finanziert also in unserem Geldsystem bereits ganz ordinär und regelmäßig den Staat. Sie tut es allerdings vermittelt durch Intermediäre, wie die Banker sich zuweilen nennen, und bei denen dann auch der Gewinn vorwiegend hängen bleibt. Das bei uns geltende Verbot der Staatsfinanzierung durch die Zentralbank müsste eigentlich, um der gängigen Praxis Genüge zu tun, korrekt lauten: die Zentralbank darf andere Staatsinstitutionen nur unter Gewinnbeteiligung von Privatkapital finanzieren. ..."
Lucas Zeise in FTD

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Burkhardt Brinkmann

HB-Geldwirtschaft?

Ach so ist das:
Drucke einfach viel mehr Geld, dann geht alles wie von selbst?
Leider bin ich zu alt, um noch an [faulen] Zauber zu glauben!

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Thomas Gaugen

Aberglaube? Festhalten an Theorien und Ignorieren von Tatsachen? Weimarer Komplex?

Populismus als letzter Strohhalm einer Regierung, die ihr politisches Kapital verschleudert hat?

Es kann viele Gründe geben, aber es ist tatsächlich schwer zu verstehen, warum man nicht zur Offenmarktpolitik entscheidend greifft (Aufkauf vom Anleihen auf dem Sekundärmarkt), vor allem wenn eine Rezession im Euroraum immer wahrscheinlicher wird, sogar eine Deflation möglich wäre und die europäischen Unternehmen eine immer schwieriger Zugang zur kurz- und mittelfristigen güngstigen Finanzierung finden, weil die europäischen Anleihen- und Kreditmärkte immer größeren Liquiditätsproblemen haben.

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Andreas Seidl
Andreas Seidl (ASeidl) - 29.11.2011 13:33 Uhr

Das tut die EZB doch schon längst

seit Mai 2010 sind über 200 Mrd monetisiert worden. Die Tranchen werden immer größer. Sie können sich sicher sein, daß Heli-Ben und Drucker-Drahgi die Währngen Dollar und Euro in die Hyperinflation drucken werden.

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Bryan Hayes
Bryan Hayes (bhayes) - 29.11.2011 13:09 Uhr

@Paul Rabe: Sie sollten Parteifunktionärskader werden, denn genau wie diese haben Sie

offensichtlich nicht den geringsten Funken wirtschafts- und gar geldpolitischen Sachdverstand. Und nicht den geringsten Willen, Bürgerorientierte Vorschläge zu machen.
Ihre Forderungen würden sich, wenn man umsetzen würde, IMMER massiv gegen die Bevölkerung auswirken.

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Marianne Spring
Marianne Spring (0915) - 29.11.2011 10:52 Uhr

Plagen der Menschheit

Die Neuzeit ist geprägt von 2 Plagen der Menschheit: Die Gier der Banken und die Großmannssucht der Politiker - beide bilden eine unselige Allianz.
Hier liegt der Schlüssel zur Lösung - zugegeben schwierig aber es wäre einen Versuch wert.

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Andreas Seidl
Andreas Seidl (ASeidl) - 29.11.2011 09:16 Uhr

Es geht um die Stabilisierung Frankreichs

Frankreich hat ein Riesenproblem:
1. die Großbanken müßen rekapitalisiert werden
2. Die Neuverschuldung ist zu hoch
3. Wegen der anstehenden Wahlen wäre ein Sparprogram politischer Selbstmord für Sarkotzy
Also erdenkt man sich solche Gebilde, die Frankreich über die Wahlen hinüberretten sollen.
.
Als Studenten hatten wir einen Witz: Was ist ein deutsch-französisches Forschungsprojekt? - Es findet in Frankreich statt und Deutschland zahlt. - Mehr fällt mir dazu nicht ein.

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Dieter Spethmann
Dieter Spethmann (dspeth) - 29.11.2011 09:09 Uhr

Der Markt verweigert die auf Kredit gestützten Geschäftsmodelle USA und EU

Der Markt verweigert die auf Kredit gestützten Geschäftsmodelle USA und EU. Wollen die verantwortlichen Politiker dieses ncht einsehen, können sie nur die Notenpresse anwerfen. In Deutschland käme es in diesem Fall rasch zu Unruhen: Man stelle sich vor, der deutsche Staat könne seine laufenden Zahlungen nicht mehr pünktlich und vollständig leisten, und obendrein stiege die Teuerung auf 5%. Nein, in der Berliner Republik muss man den Anteil der Staatsausgaben am Sozialprodukt neu festsetzen, und zwar geringer, und in Brüssel muss man sich darüber klar sein, dass der Europa-Superstaat gescheitert ist: Der Markt ist nicht länger bereit, politische Risiken zu 100% zu übernehmen.

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Horst Ziegler

Undenkbares Denken.

Nach dem Grundsatz "Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste (Imparitätsprinzip)" müssen wir davon ausgehen, dass uns die Rettung der strukturschwachen Länder etwa soviel kosten wird wie die Wiedervereinigung. Ich erwarte deshalb eine Zusatzverschuldung von 1 Billion €, bevor die Schuldenbremse greift. Bei einer Annuität von 6% (4% Zinsen und 2 % Tilgung) werden die deutschen Haushalte mit 60 Mrd. € jährlich zusätzlich belastet. Den voraussichtlichen Mehrkosten stehen Entlastungen durch stabile Umsätze an den Realgütermärkten im Euro-Raum und weltweit von mehr als 200 Mrd. € jährlich gegenüber. Die Kettenreaktion wird von China, Japan und den USA besonders gefürchtet. Polens Aufschwung könnte gefährdet werden. Damit verbleibt periodisiert ein Nettovorteil von 140 Mrd. € allein für die Deutschen! Das Spiel auf Zeit ist ausgespielt. Wir brauchen jetzt ein Weihnachtsgeschenk, das uns Kontinuität an den Realgütermärkten verspricht.

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Max Schmid
Max Schmid (CH-Gast) - 29.11.2011 08:41 Uhr

@Fr. Schreiber: Die "verantwortlichen Politiker" - sagen Sie

Ein merkwürdiges Denkmodell: "verantwortliche Politiker".
Fragen aus der Schweiz zum Verständnis:
1. Es herrscht in D Demokratie, dann ist das D-Volk verantwortlich - und nicht die Politiker - z.B. unfähige, schuldenmachende Politiker werden dann abgewählt und fähige gewählt. Falls dies nicht geschieht, ist das D-Volk zufrieden und dankbar für die "Gaben" der Politiker (gütiger Umverteilungsstaat mit Elterngeld, Kitas für Alle etc.), bzw froh, dass es in der EU/ im €-Land lebt.
2. Es herrscht keine Demokratie, sondern eine de facto Einparteien-Oligarchie (wie z.B. im unsäglichen Weimar) und das D-Volk ist völlig machtlos.
...
Beide Alternativen sind schrecklich nach 60 Jahren seit WK2, 40 Jahren DDR.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.11.2011 19:11 Uhr
Ellen Schreiber

Wenn die Mächtigen ihre Macht mißbrauchen

Herr Schmid, wenn die Mächtigen ihre Macht mißbrauchen, ist dann tatsächlich das Volk verantwortlich? Sagen Sie mir bitte, wo und wann die deutschen Bürger diese EU und diese Währung hätten verhindern können. Ich bin wirklich gespannt auf Ihre Antwort. Wir haben ja noch nicht einmal eine Verfassung. Ich fürchte, nur mit einem Volksaufstand wird sich die Politik in eine andere Richtung bewegen. Und dann würde mich interessieren, ob Leute wie Sie darauf mit Begeisterung reagieren würden.

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Gottfried Lobeck
Gottfried Lobeck (golo7) - 29.11.2011 14:25 Uhr

Denkschritte

Ein Blick quasi von außen ist oft hilfreich und erschwert, wie hier, rasche und bequeme Sündenbocklösungen. Nun schlössen sich zwanglos auf dieser so gewonnen neuer Ebene wiederum Fragen gleicher Art an, die, so ist zu hoffen, schließlich erkennen ließen, wieso die außerordentliche Dimension des gegenwärtigen Desasters offenbar nicht zutreffend vorausgeahnt werden konnte.
Nicht zufällig wird ja derzeit darauf gewiesen, dass Volkswirtschaft eine Soft Science sei und deswegen zu den Sozialwissenschaften gehöre. Gier der Banker, Unfähigkeit der Politiker, Versagen der Eliten, Egoismus der (Super-)Reichen, Faulheit und Ausweichverhalten der Deklassierten... sind ja Zuschreibungen, die eine solche Zuordnung zu belegen scheinen.
Dann jedoch bestünde die Aufgabe, zunächst zu ergründen, wo nun eine hier anzunehmende, u.U. destruktiv wirksame, allen Menschen eigene, latente "Unfähigkeit" gefasst werden kann, um danach die Rahmenbedingungen zu suchen, welche diese zu zügeln vermögen.

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Manfred Mattis
Manfred Mattis (MMra) - 29.11.2011 08:28 Uhr

Natürlich hilft ein Blick zurück!

Der EURO wurde von denen, die sich für unsere politische Elite halten, wider jede ökonomische Vernunft, gegen den Rat und Widerstand sehr vieler Fachleute und gegen die Mehrheit der (deutschen) Bevölkerung eingeführt. Nun wird er von denen ebenso "gerettet". So wie die Einführung des EURO wird auch dessen "Rettung" scheitern - grandios!

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Martin Hofmann-Apitius

Aufregung?

Im Grunde wären "Elitebonds" die einzige Möglichkeit, vom Euro überhaupt noch etwas zu retten. Wenn den führenden Politikern Europas etwas an der Idee einer gemeinsamen Währung liegt und wenn sie die Keimzelle für einen Neustart (der so oder so kommen wird) erhalten wollen, dann müssen sie genau diese kleine "Wagenburg" aus starken Euro-Partnern bauen.

De facto wäre das dann der "Euro-Nord"; vermutlich wäre es nach einem Jahr auch der einzige Euro, den es dann noch gibt.

Nach und nach zwingt die Realität die Träumer dazu, von ihren lieb gewonnenen Illusionen Abschied zu nehmen. Der Erhalt eines "harten Kerns" von Euro-Ländern, die gemeinsam ein neues Vertragswerk auf den Weg bringen und in etwa die gleiche Wettbewerbsfähigkeit besitzen, wäre zumindest eine Option, die unsere Träumer realistisch diskutieren sollten .... sie werden es so oder so müssen. Warten wir einfach noch ein paar Tage ab.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.11.2011 16:37 Uhr
Burkhardt Brinkmann

Elitebonds = faktischer Nordeuro?

Glauben Sie das allen Ernstes selbst, oder wollen Sie das nur hier den Lesern weismachen?

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Wolfgang Richter

Wie lange zahlt Frankreich mit?

Vielleicht ist Sarkozys Idee, daß Frankreich demnächst nach einem AAA-Verlust gar nicht mitzahlen muß und D, Ö und FIN allein bezahlen.

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Carolus Doomdey
Carolus Doomdey (Domday) - 28.11.2011 23:06 Uhr

Ein grandioses Schauspiel -

selbst Shakespeare scheint zu verblassen, auch griechische Tragödien. Aber das scheint nur so. Damals war den Handelnden die Erkenntnis ihrer Situation entsprechend den damaligen Möglichkeiten verwehrt.

Die heutige Politik hat diese Entschuldigung nicht mehr, sie lädt Schuld auf sich. Kurzsichtiger, oftmals nur parteipolitischer Profit bestimmt das Handeln. Das Volk wird abgespeist mit billigen Parolen wie 'Scheitert der Euro, scheitert Europa'! Eine Parole ohne Begründung, denn Norwegen, Schweden, Tschechei und andere Staaten beweisen das Gegenteil.

Wir erleben derzeit Politik in ihrer billigsten Ausprägung.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.11.2011 16:40 Uhr
Burkhardt Brinkmann

Total falsch!

Was wir erleben, ist nicht
"Politik in ihrer billigsten Ausprägung"
sondern: Politik in ihrer gemeingefährlichsten Ausprägung.
(Aber ich denke, dass wir im Grunde wohl dasselbe denken.)

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Klaus Peter Kraa

@Carolus Doomdey - Tragödientheorie und Wirklichkeit

Da haben Sie Recht, der Held in der Tragödientheorie des Aristoteles war sich seiner Schuld nicht bewusst, er machte weder intellektuelle Fehler noch lud er wissentlich Schuld auf sich, nur dann löste sein Unglück Jammern und Schaudern beim Publikum aus und führte zur Katharsis, also der inneren Reinigung: Noch nicht einmal diese Freude können wir uns als Beobachter der Szene hier gönnen.

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Ralf Wagner

Mehr Tempo auf den Irrweg

Elitebonds? Mit der Beteiligung Frankreichs? Lachhaft.
Die Euro-Eliten sind ratlos. Sie haben sich verrannt. Und sie beschleunigen auf ihrem Irrweg immer mehr das Tempo. Ein sinnfreier (wenn nicht verheerender) Vorschlag jagt den anderen.
Nur das Ende des Euro und das Ende der derzeitigen EU können diesen Wahnsinn beenden. Je eher, desto besser. Für alle.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.11.2011 14:15 Uhr
Ronald Gruenebaum

Ach ja

Vielleicht sind Sie ja zu jung, um sich an die Verwerfungen zu erinnern, die uns volatile Wechselkurse in der Vergangenheit gebracht haben. Vielleicht haben Sie auch einfach nicht aufgepasst.

Leider ist die Sachkenntnis in Deutschland zum Thema EU sehr dünn. Das darf aber nicht heissen, dass Stammtischerkenntnisse irgendeine Relevanz haben.

Was wissen Sie z.B. zur Wirtschaftskraft Frankreichs, das es Ihnen erlaubt, hier so abfällig daher zu reden?

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Ellen Schreiber

Wie Recht Sie haben, Herr Steltzner

"Trotz Stabilitätspakt schlitterte Euroland in die Existenzkrise. Wie soll das mit politischen Eurobonds besser werden?"
Sie und der Großteil der FAZ-Leser haben diesen Durchblick. Es ist ja auch wirklich leicht zu verstehen. Kann mir jemand sagen, warum das die verantwortlichen deutschen Politiker nicht begreifen wollen? Oder haben die alle dasselbe Gen, welches sie uns Bürger wieder mal in den Abgrund führen läßt?

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.11.2011 22:20 Uhr
Horst Müller

Genau. Und auf den Weg haben sich bereits diverse Bürger in Deutschland begeben.

Es ist einfach ganz generell so, dass die Ansprüche der Bürger heute weiter sind als deren aktuelle Abbildung über das aktuelle System. Was Sie da recht nüchtern aufzählen - es ist ein sehr umfassender Verriss. Ich bin davon überzeugt, dass die aktuellen politischen Strukturen immer mehr Vertrauen verlieren. Das ist ihr Ende.

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Markus Garzorz

Einfache Antwort

Die Antwort auf ihre Frage "warum sich das deutsche Volk nicht schämt" ist m.E. sehr einfach. Es gibt schlichtweg keine glaubwürdigen Alternativen! Im Grunde ist es doch egal, welche Politiker welcher Partei man nimmt. Alle sind gleich und nicht vertrauenswürdig.

Seit Jahren nur leere Worthülsen - wirklich angegangen wurde kein Problem richtig. Davon gibt es aber mehr als genug, z.B. Demografie, Schuldenberg, Ausbildung der Kinder im Kindergarten & Schule, Steuerreform, Gesundheitsreform, etc.
Die wenigen Politiker/Menschen die etwas ändern wollten sind nicht mehr in der Politik oder gehen gleich nicht dahin.

Unser Land braucht dringend Strukturreformen, z.B. weniger Bundesländer, weniger Politiker, einheitliche, vergleichbare Schulabschlüsse, einfaches & gerechteres Steuerrecht und v.a. weniger Lobbyismus.

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Horst Müller

Ihre Frage, ob deutsche Politiker 'bemerkenswert dumm' sind, bewegt mich auch.

Auf Deutschlands Bürgernetzwerk steht dazu ein Artikel mit dem schlichten Titel "Sind deutsche Politiker dumm?" . Der Autor kommt zu einen Ergebnis, das mich nachdenklich stimmt. Aber auf einen Leserkommentar hin schreibt er eine Antwort, die ich hier nicht wiederholen will. Es könnte zur Massenpanik kommen.Wenigstens aus Sicht der Schweizer ist diese Frage eindeutig geklärt. Warum das deutsche Volk sich nicht schämt und seine Politiker der Fehler bezichtigt? Das bewegt mich immer noch.

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Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 28.11.2011 19:18 Uhr

So ist es Herr Steltzner.

Die Ideen werden immer abstruser, es scheint wir nähern uns dem Ende der Fahnenstange. Dort warten die nationalen Währungen und von dem EURO bleibt nur eine, wenn auch mehrere Billionen teuere, Fußnote der Geschichte.

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Ralf Kowollik

Eifrig kommentiert

Herrn Steltzner ist vielleicht entgangen, dass in der FDP gerade ein Mitgliederentscheid zum ESM stattfindet - das mag erklären, warum sich die FDP-Spitze heute genötigt sah, die "Elitebonds" eifrig zu kommentieren. Die Diskussion um Elitebonds spielt nämlich in die Hände der Anhänger von Frank Schäffler.
Im Übrigen wäre es interessant zu erfahren, wer die Idee mit den Elitebonds überhaupt lanciert hat. Alles nur eine Erfindung der Springer-Presse?

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Jahrgang 1962, Herausgeber.

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