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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Staatsschuldenkrise Euro-Illusionen

 ·  Weder der Bau von Brandmauern noch die Errichtung einer Schuldenunion schützen die Euroländer vor Ansteckung. Vielmehr führt jeder Ausbau der Gemeinschaftshaftung zu mehr Infektion mit dem Schuldenvirus.

Artikel Lesermeinungen (62)

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Hinrich Mock
Hinrich Mock (HinrichM) - 15.06.2012 19:59 Uhr

Gemeinschaftshaftung

Die Gemeinschaftshaftung in Form von "Eurobonds", "Bankenunion" bzw. "Gemeinsamer Einlagensicherung" und auch in Form von "Schuldentilgungsfonds" ist beispiellos - im Wortsinne.
Oder wo gibt oder gab es das auf der Welt sonst schon mal?

Und die Verknüpfung von stärkerer Kontrolle (auf dem Papier) mit dieser Gemeinschaftshaftung (automatische reale Geldtransfers) ist nicht nur ebenso ohne Vorbild, sondern auch völlig unlogisch. Denn würden die Kontrollen wirklich greifen und die ökonomische Basis gesunden, wäre die Bonität überall entsprechend gut und günstig. Ganz ohne Gemeinschaftshaftung!

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Rüdiger Noll
Rüdiger Noll (krn) - 15.06.2012 13:49 Uhr

Sie sagen es Herr Steltzner, in einfachen und klaren Worten und einer präzisen Logik...

..... man sollte meinen, dass dies selbst Politiker verstehen könnten. Vermutlich wird aber die Abstimmung im Bundestag über Fiskalpakt und dem ESM (was ja nichts anderes ist, als ein weiterer freier Zugriff ALLER in die deutsche Kasse - zusätzlich zu Target2), uns genau ins Verderben führen. Der Bundestag huldigt dem Führerprinzip welches da heißt "Fraktionszwang"; zu eigenen Entscheidungen scheinen die MDBs nicht mehr fähig und Willens (vor allem die Listenplätze), der Bt verhält sich wie eine Schafherde, welche von den Hütehunden Merkel und Schäuble in Schach gehalten wird. An dieser Stelle ist eine Bemerkung Einsteins sicher nicht fehl am Platze: " Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein." Dem ist weiter nichts hinzuzufügen.

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Ralf Vormbaum

Es geht nicht um "Ansteckungsrisiken"

Mit dem Euro steht und fällt die Brüsseler Bürokratie. Man kann es nicht oft genug wiederholen; den Akteuren in Brüssel geht es nicht um Abwehr von Gefahren für die Allgemeinheit sondern
um ihr eigenes Hemd, also den Erhalt gutdotierter Posten in irgendwelchen EU Kommissionen. Daher schreiten die Damen und Herren auch so unbeschwert über unser Grundgesetz hinweg und halten sich nicht an die Einhaltung der No-Bailout-Klausel, wie sie in Art. 125 AEU-Vertrag festgelegt ist, es könnte sie ja sonst langfristig den Job in Brüssel kosten und damit das Schlaraffenland der Berufspolitiker. Dass dabei Demokratie und Rechtsstaat gleich mit unter die Räder kommen, wird von den EU Funktionären als bloßer Kollateralschaden zum Wohle des persönlichen Fortkommens in Kauf genommen. Die Brüsseler Bürokratie zersetzt, um im Sprachbild zu bleiben, das Immunsystem der Nationalstaaten und verhindert so, dass Selbstheilungskräfte wirksam werden können.

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Eric Arnesen

DANKE !

Herr Steltzner bringt es auf den Punkt.
Hoffentlich lesen möglichst viele Bundestagsabgeordnete diesen Kommentar und erkennen die Sackgasse (Falle) in die sie gerade laufen.

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Edda Wiegand
Edda Wiegand (mrs.duck) - 15.06.2012 11:44 Uhr

Antwort an R. Miller

Welche Partei m u s s endlich Nein sagen zu diesen modernen `Reperationsleistungen` sagen?

Die Partei, die Griechenbland in die Eurozine geholt hat ohne danach die Kontrolle zu aktivieren. Ich bin doch oppositionell nicht blöd. Oder soll der Garaus jeweils in die 18. oder 19. Legislaturperiode usw värschoben werden?!
Denken "wir" noch einmal über die Schuldenkrise nach

psychologisch ist sie externe Hemmung oder nicht
pädagogisch ist sie Demotivierung oder nicht
ökonomisch ist sie krise der außenwirtschaftlichen Ungleichgewichte
politisch ist sie Verantwortungsdefizite oder nicht
philosophisch ist sie "ungleiche Nervenenden"

Dr. Steltzner hatte klar gesagt:" Das passt nicht."

.
Na und? Dem´s nicht passt, den passt`s nicht.

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henning strothjohann

EU Verträge null und nichtig, demokratische Willensbildung völlig mißachtet, der Friede in

Europa gefährdet, Volksvermögen verpfändet und verbürgt, aber übers Betreuungsgeld ewig rumschwätzen!!! Muß man so eine inkompetente abgehobene und verantwortungslose Politikerbande akzeptieren?

Dann sollen sie doch alle Kompetenzen nach Brüssel abgeben und sich selbst gefälligst auflösen. Das spart nicht nur Steuergeld, sondern auch Nerven, denn ich glaube eine zentralistische EU-Politunion ohne jegliche deutsche Beteiligung kann gar keine schlechteren Beschlüsse fassen als dieser Saftladen. Vor allem aber entgingen die Politiker dem künftig ausbrechenden Volkszorn, wenn nämlich die Sparer merken, daß die Politelite all ihr Spargeld verballert und verbrannt haben

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Hartmut Jacques

Weidmanns Vorschläge

Nur der erste Vorschlag, zurück zu den Maastricht-Verträgen, ist realistisch. Wer glaubt, die Verantwortung für die Haushalte den europäischen Behörden (welche überhaupt?) zu übergeben, ist einfach nur dumm. Wieso sollten die EU-Brüokraten besser agieren, als die nationalen Bürokraten? Die gesamte Konstruktion der EU ist eine grandiose Fehlleistung. Derzeit haben wir in der EU ein System nach sozialistischem Vorbild. Alle sind gleich. Dass dies ein völliger Irrsin ist, weiß eigentlich jeder. Man hat aber genau die Mittel abgeschafft, die geeignet waren, die unterschiedlichen Stukturen der einzelnen Länder zu korrigieren. Eine davon war die Zollunion. Zölle waren immer auch Korrektiva. An dieser Schiene, wie man die vorhandenen Ressourchen der einzelnen Länder sinn voll in die EU einfügen kann, ist zu arbeiten. Hilfeleistungen für Projekte ja, aber gebunden an die Prokjekte, keinesfalls über Institutionen, die die Verwendung lediglich verschleiern.

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Engelbert Kühlwetter

Eurobonds sind "Zwangs-Ramschanleihen" durch die Hintertüre.

Aktuelle Reuters Meldung:
Die frz. Fondsgesellschaft Carmignac fürchtet eine Überforderung D-Lands durch die Euro-Krise. Bundesanleihen erscheinen nicht mehr sicher: "Wir haben vor zehn Tagen unsere Fonds ein wenig neu sortiert und alle Bundesanleihen verkauft", sagte der Vizechef der Fondsgesellschaft, Eric Le Coz. Carmignac verbannte damit Schuldtitel von Euro-Staaten komplett aus dem Portfolio.
Carmignac-Manager Le Coz zweifelt daran, dass D-Land die Schuldenkrise unbeschadet übersteht: "Wenn sich die Euro-Krise verschärft, wird eine Lösung weitere Beiträge von den Deutschen erfordern, die Last auf ihren Schultern nimmt zu. Das wäre nachteilig für die Bewertung ihrer Kreditwürdigkeit", sagte er."

Ähnlich äußerte sich S&P schon Ende 2011 zu Eurobonds. Die Märkte werden es richten. Nur EU-Banken (to big to fail) kaufen die risikolos, da sie-siehe Spanien-im Verlustfall dem Steuerzahler, dann primär dem deutschen, die Rechnung präsentieren. Welch fieses Hütchenspiel von Baroso & Co.

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Frank Gerlach

Also ? Was Folgt Daraus ?

Herr Steltzner, denken Sie doch bitte zu Ende und sagen es: Euro zurückrollen, nationale Währungen wieder einführen.
Mit der D-Mark ging es uns lange Zeit sehr gut und auch die Griechen kamen mit der Drachme weit besser aus als sie es mit dem Euro tun.
Das einzige was wirklich auf der Strecke bliebe ist die Grossmannssucht, aus der heraus die Franzosen und Deutschen den Euro überhaupt eingeführt haben. Eine Zeit lang haben sie sich mit USA/Dollar auf einer Ebene gefühlt.

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Kurt Tergast
Kurt Tergast (Kurgast) - 15.06.2012 00:04 Uhr

"Notwendig wäre hierfür die Zustimmung der Bürger"

...und ich wette, dass Merkel und Schäuble schon fieberhaft hinter verschlossenen Türen forschen (lassen), wie man dieses "Problem" umgehen kann, um den deutschen Bürger und Steuerzahler möglichst widerstandsfrei ans Messer zu liefern.

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Helga Zießler

Das Problem ist...

dass KEIN Lösungsvorschlag für diese Krise 100%ig sein kann. Es hilft aber auch garnichts, wenn wir alle ständig nur an allem herummäkeln - die Zeit läuft davon!
Die beiden Vorschläge von Herrn Weidmann sind auch nicht "das Gelbe vom Ei" - aber sie sind besser als alles, was man sonst so vernommen hat. Kompromisse werden nötig sein, und viel Geld wird es uns alle kosten, so oder so. Ich bin die letzte, die das in Ordnung findet, aber die Situation, in die wir alle hineinmanövriert worden sind, lässt sich nun mal nicht einfach wegwünschen. Und auch, wenn Herrn Weidmanns Vorschläge Pferdefüße haben - sie sind diskussionswürdig, wie Herr Steltzner meint.
Frau Merkel, Herr Schäuble und vielleicht sogar (falls die nicht zu feige sind) die drei Musketiere von der SPD und auch die Grünbunten Roth und Trittin sollten ganz schnell mit uns, dem Souverän, in aller Öffentlichkeit über solche und andere Pläne reden. Das können wir jetzt wirklich erwarten und auch fordern!

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Wolfgang Richter

Kalter Staatsstreich

Die subtile, schrittweise Machtergreifung der Eurokraten erfolgt mit dem stillen Einverständnis "unserer" Politiker einschließlich Kanzlerin. Sowohl Souveränität als auch Reichtum sollen uns genommen werden - und unsere "Volksvertreter" sind fröhlich mit dabei.
Noch peinlicher Rot/Grün: Ihnen geht das alles noch zu langsam und zu wenig radikal.

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Winfried Böhme

Die Vergemeinschaftung von Schulden wird in Europa in jeder Hinsicht eine hässliche Angelegenheit:

1.Die Profiteure der Vergemeinschaftung werden das Spiel „Euer Geld für unsere Leute“ spielen und damit vor Ihrer nationalen Wählerschaft mit allem punkten, was sie dem reichen Deutschland oder den reichen Niederlanden an Zugeständnissen irgendwie abgerungen haben. Auch gewisse Formen der Erpressung der überschuldeten Staaten gegenüber ihren Gläubigern dürften alsbald als legitimes Mittel der Politik erscheinen.

2.Die Geber bei dieser Vergemeinschaftung werden sich bei jedem Erpressungsversuch zur Wehr setzten und mit „Durchgriffsrechte“, „Auflagen“ „Bedingungen“, "Kontrollen" und „Ultimaten“ bei ihrer Wählerschaft in Deutschland oder den Niederlangen den Anschein von Verantwortlichkeit im Umgang mit den Steuergelder wahren wollen.

Somit scheint absehbar, dass beim Streit um's Geld alle Freundschaft enden wird, damit auch das einstige politische Konzept des Euros - Frieden und Völkerverständigung - sich in sein desaströses Gegenteil verkehren wird.

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Gerhard Dünnhaupt

Die eurozonenweite Ansteckung ist längst erfolgt

Die Existenz eines griechischen oder spanischen Euro ist eine Illusion. Es gibt nur einen Euro, nämlich den unseren.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.06.2012 00:26 Uhr
Ulla Nachtmann

So ist es

Egan-Jones hat heute Abend Frankreich abgestuft - Ausblick negativ.
Spanien hat E-J inzwischen auf CCC+.
Weitere werden folgen. WIR zuletzt, wenn wir weiter den Wahnsinn mitmachen.
Ich würde wetten, dass der Bund future bald wieder bei 125 ist.

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Peter Pehlke
Peter Pehlke (Valluga) - 14.06.2012 21:28 Uhr

Euro-Illusionen

Es ist Herrn Steltzner und der FAZ dafür zu danken, daß Sie -siehe auch den Beitrag "Renoviert das Bad und werdet mündige Bürger" FAZ v. 13.06.2012- unermüdlich auf die uneinsichtige und beratungsresistente Handlungsweise unser "politisch Verantwortlichen" hinweist.
Zu bedauern ist in diesem Zusammenhang allerdings daß offensichtlich weite Teile der deutschen Bevölkerung diesem "hilflos" gegenüberstehen. Es ist nach meiner Meinung daher an der Zeit, daß sich der "deutsche Michel" mal auf die Straße begibt -auch Lichterketten sollten erlaubt bzw. willkommen sein.
Aber dies war ja bislang nur den "Gutmenschen" in Deutschland vorbehalten, die gern für Integration, gegen Atomkraft, Castor-Transporte etc. demonstriert haben -ohne zu berücksichtigen was diese "Demos" den Staat bzw. jeden einzelnen Bürger an Kosten beschert hat. In diesem Sinne, schönen Abend und hoffen wir auf ein Wunder.

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Heinz Fromm
Heinz Fromm (gast007) - 14.06.2012 21:09 Uhr

Herr Steltzner ist einer der wenigen Journalisten, die ...

... ihrer Informationspflicht nachkommen. Danke !

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Andre Barth
Andre Barth (A.Barth) - 14.06.2012 20:57 Uhr

Entdemokratisierung

Eine treffende Analyse, Herr Steltzner!

Schade, daß FAZ wie alle anderen Medien bei der Euro-Einführung auch in das Horn der Apologeten dieser irrsinnigen Währungstotgeburt blies.

Es wäre jetzt nur sehr zu begrüßen, wenn die FAZ die Entdemokratisierung und Runierung Deutschlands jeden Tag auf ihrer Titelseite drucken würde. Es muß den Bürgern dieses Landes endlich bewußt werden, was hier passiert. Es herrscht derzeit leider noch eine völlige Teilnahmslosigkeit vor, fast so als beträfe es niemanden. Unser aller Zukunft wird gerade am Roulette-Tisch in Brüssel verzockt.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.06.2012 14:07 Uhr
Michael Leh

@Herrn Neuss

Wenn Sie einmal bei frühen Euro-Gegnern wie z.B. Professor Joachim Starbatty nachlesen, so wurde das alles schon im Wesentlichen vorausgesehen. Wenn die wirtschaftlichen und finanziellen Ungleichgewichte in so einer Währungsunion zu groß werden, stehen Verträge nur noch auf dem Papier. Überdies gab es von Anfang an weitere schwere Fehler - etwa den, dass ein Land wie Malta dasselbe Stimmrecht in der EZB hat wie Deutschland. Dass ferner eine EU-Kommission zu blind war bzw. gar nicht sehen wollte - inklusive vieler Regierungen , EU-Parlamentarier usw., dass ein Land wie Griechenland nicht reif war für die Eurozone bzw. trickste, all das wundert mich bei dem abgehobenen Brüsseler Apparat kein Bisschen. Solche "Fehlerquellen" sind da schon von vornherein mit eingebaut. Jedenfalls: es gab wirkliche Fachleute, die das alles voraussahen, aber man wollte nicht auf sie hören bzw. sie wurden auch praktisch mundtot gemacht.

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Nicolas Neuß
Nicolas Neuß (nneuss) - 15.06.2012 09:27 Uhr

Nicht ganz fairer Vorwurf

"Schade, daß FAZ wie alle anderen Medien bei der Euro-Einführung auch in das Horn der Apologeten dieser irrsinnigen Währungstotgeburt blies."
Ich war zwar zu der Zeit noch kein FAZ-Leser, allerdings habe ich damals auch nichts gegen die Euro-Einführung gehabt. Ich bin auch ziemlich sicher, dass die Geschichte anders verlaufen wäre, wenn man nicht ständig gegen Regeln verstoßen und Gesetze gebrochen hätte:
1. Bei der Einführung haben die meisten Länder die Maastricht-Kriterien nicht erfüllt und hätten gar nicht aufgenommen werden dürfen.
2. Unter Rot/Grün hat sich selbst Deutschland erlaubt, die Maastricht-Kriterien zu verletzen.
3. Bankenrettungen hätten nicht erfolgen dürfen, weil sie die Verschuldung überall weit über das Erlaubte angehoben haben.
4. Die No-Bail-Out-Regel hätte nicht gebrochen werden dürfen.
Das alle Länder einschließlich der deutschen Regierung und des deutschen Parlaments derartig fahrlässig mit Recht und Gesetz umgehen, war bei Euroeinführung noch nicht abzusehen

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Closed via SSO
Zoufal Johann (Johanik) - 14.06.2012 20:50 Uhr

Ach ja, das Wachstum!

Eine Volkswirtschaft wie die deutsche kann natürlich wachsen, weil man in China, Indien oder Brasilien deutsche Maschinen usw. braucht. Aber Spanien, Italien und erst recht Griechenland sind für die Weltwirtschaft überflüssig, die Weltwirtschaft braucht sie nicht, außer als Absatzmärkte für Erdöl und Bananen. Diesen Staaten bleibt nur übrig, den Lebensstandard zu senken, die Ansprüche zurückzudrehen, auch wenn das Rückwirkungen auf die Staaten hat, die sich noch im globalen Wettbewerb behaupten. Noch nicht einmal in Deutschland gibt die Binnennachfrage so viel Wachstum her, dass die Krise bewältigt werden könnte. Und mit Italien, Spanien und anderen EU-Staaten haben wir gemeinsam, dass die Bevölkerung schrumpft und altert. Das spricht gegen Wachstum. Das spricht vor allem dagegen, dass die Herausforderungen angenommen werden. Dazu müsste die junge Generation drei Mal, vier Mal stärker sein, als sie tatsächlich ist.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.06.2012 22:07 Uhr
Closed via SSO
Zoufal Johann (Johanik) - 15.06.2012 22:07 Uhr

Alles nur vorläufig

Mit dem Fall auch Deutschlands rechne ich und rechnen heute schon viele Leute. Wohlstand und Erfolg sind nur vorläufig und den augenblicklichen Umständen geschuldet. Irgendwann braucht China keine deutschen Maschinen mehr und dann....

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Martin Hofmann-Apitius

bei aller berechtigten Kritik an der Oiro-Rettung ....

... sollten wir alle davon absehen, arrogant zu sein. Ich kenne spanische Kollegen, die in ihren Disziplinen weltweit zur Spitze in der Forschung gehören; es gibt in Katalonien eine ganze Reihe von Firmen, die in ihrem Bereich zu den Weltmarktführern gehören.

Meine spanischen Studenten gehören zu den besten ihres Jahrgangs. Was das universitäre Ausbildungssystem angeht, brauchen sich die Spanier nicht zu verstecken.

Sicher gibt es jede Menge struktureller Probleme in den von Ihnen genannten Staaten, aber Sie brauchen da gar nicht so weit zu gehen: auch in Deutschland gibt es haufenweise Beispiele für katastrophal geführte Unternehmen; nicht ohne Grund muss die WestLB jetzt abgewickelt werden.

Ein bisschen Bescheidenheit täte uns in dieser Diskussion zuweilen ganz gut. Sie wissen ja, wie das mit dem Hochmut und dem Fall ist .... oder?

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Ulla Nachtmann

Spot on!

Der wichtigste Satz für mich ist:
„Weil jedoch die Eurozone auch als Schuldenunion auf den Kapitalmarkt angewiesen bleibt, stellt sich die Frage, welcher Investor zu welchem Zins den Euro-Sozialstaaten dann noch Geld geben will.“
.
Da fällt einem nur das schwächste Glied ein!
Tatsache ist, dass was jetzt auf den Tisch kommt, alles was Sie aufgezählt haben, dreiste und hilflose Versuche von Südländern sind, sich an den deutschen Strohhalm zu klammern. Leben auch wir nicht längst von der Substanz?
Ist die Grundlage für alles Geschäftsleben nicht Grundvertrauen?
Hat die EZB das nicht schon verwirkt? Was wurde den Deutschen versprochen? Eine BuBa gleiche EZB? Ich denke, dass haben Großinvestoren auch gehört. Und jetzt?
Wenn ich bei ZH lese über EZB, Draghi, FOIA, wird mir schummrig. Wenn ich an PIMCO denke, auch. Und die neue Gläubiger-3-Klassengesellschaft!!
Wie stellen sich politische Flachmänner/-frauen das Endergebnis von Vertrauensverlust vor?
Es wird einfach nicht funktionieren!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 14.06.2012 21:19 Uhr
Ulla Nachtmann

France

"Egan Jones Cuts France To BBB+, Outlook Negative" (zh)
.
Egan-Jones (böse!) lag auch einige Stunden bevor Moody´s Spanien neu bewertet hat.
.
Bald ist nur noch Deutschland, Holland, Österreich, Finnland, Lux übrig!
Das macht den EFSF belanglos und den ESM moch ILLEGALER1

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wolfgang huber
wolfgang huber (3rosen) - 14.06.2012 20:40 Uhr

FRANKEN statt EURO: WIR sollten die EURO-Zone hinter uns lassen!

Überlassen wir einen weicher werdenden Euro den Staaten, die (zeitweise?) eine Weichwährung brauchen, und vereinbaren wir eine Neue Währung für einen kleineren Kreis.
Hohe Kosten zur Verteidigung ihres Wechselkurses könnte die Schweiz dramatisch senken, wenn ähnlich wettbewerbsstarke Nachbarländer vom Euro zu einem gemeinsamen (Nord-) Franken wechselten. Diese Option sollte verhandelt werden!

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 15.06.2012 00:33 Uhr
Ulla Nachtmann

Herr Uelli, denken Sie...

an die vielen Milliarden (dieser Tage sollen es mehr als € 65 Milliarden gewesen sein), die die SNB zur Stabilisierung des Franken hinlegt. Das geht auf Ihren Lebensstandard. Es wird noch mehr werden, je nachdem wie die kommenden Wochen sind. Es sind auch schon Kapitalverkehrskontrollen in Erwägung.
Herr Huber hat schon irgendwie recht und man sollte seinen Vorschlag nicht gleich verwerfen.

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Holger Baade

Ich habe großes Verständnis für Ihre Reaktion, mon cher.

Mich graut auch, was auf mich zukommt. Allerdings hätte der Huber-Aspekt für mich nach dem Motto "geteiltes Leid ist halbes Leid" durchaus Charme. Klar, ihr Schweizer würdet euch darob bedanken.

MfG aus Bonn

hb

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Marcel Uelli
Marcel Uelli (CHer) - 14.06.2012 21:18 Uhr

mir graut's

und da es wahrscheinlich jeden CHer graut, und die CHer über sowas abstimmen, .....

Gott sei Dank!

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