17.11.2009 · Längst lehnt die Mehrheit der Deutschen Staatshilfen für Opel ab. Wenn General Motors Opel jetzt mit amerikanischem Staatsgeld allein „retten“ will, sollte man ihm keine Steine in den Weg legen. Und wenn es dann immer noch nicht reicht, hat der Markt eben sein Urteil gesprochen.
Von Carsten KnopObwohl deutsche Politiker jetzt gerne sagen, der „Ball“ in Sachen Opel liege nun auf der Seite des Mutterkonzerns General Motors (GM), handeln sie nicht danach: Sie fühlen sich dazu aufgerufen, Tag für Tag etwas zum Thema „Rettung“ von Opel beizusteuern. Das ist schon lange nicht mehr klug. Denn längst lehnt die Mehrheit der Deutschen Staatshilfen für Opel ab. Und was an Beihilfen gezahlt wird, muss sowieso – wie schon schmerzhaft erfahren – mit europäischem Recht vereinbar sein. Vor allem aber entscheidet mittelfristig allein der Markt und kein Ministerpräsident, wie es mit Opel weitergeht. Da tut sich ein Abgrund auf.
Opel ist im Wettbewerbsvergleich wenig konkurrenzfähig, verliert trotz Abwrackprämien in Europa an Boden. GM hat auch keine Konstruktions-Plattformen, die zum Beispiel denen von Volkswagen im Produktionsvolumen etwas entgegensetzen könnten. Und GM hat bewiesen, dass es keine Marken führen kann. Wenn General Motors Opel jetzt mit amerikanischem Staatsgeld (oder dem Mittelzufluss aus Abwrackprämien) allein „retten“ will, sollte man ihm keine Steine in den Weg legen. Und wenn es dann immer noch nicht reicht, hat der Markt eben sein Urteil gesprochen.
Carsten Knop Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für die Unternehmensberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.
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