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Staatsfinanzen Der deutsche Schuldenberg ist auf Dauer untragbar

 ·  Verglichen mit der düsteren Finanzlage vieler Euroländer erscheinen Deutschlands Staatsfinanzen günstig. Doch eine Studie zeigt: Die Schuldenquote von über 80 Prozent ist so hoch wie noch nie in Friedenszeiten.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (169)
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Thomas Müller
Thomas Müller (rutini) - 24.05.2013 09:52 Uhr

Sichere Rente?

Es wird gar nicht anders gehen, als bis 73 zu arbeiten, da es so wenig junge und soviele Rentner gibt. Deutschland hat viel zu viele Schulden von den andren Euro-Ländern übernommen, da wieder nur kurzfristig gedacht wurde und nicht an das Generationenproblem. Zudem können immer weniger Deutsche noch deutsch und ZUDEM sind wir bei den Stromkosten viel zu hochpreisig. Das tolle Klima in 100 Jahren nutzt mir nix, wenn ich in 10 total arm bin.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.05.2013 23:14 Uhr
Florian Meier
Florian Meier (Flo635) - 25.05.2013 23:14 Uhr

@Thoma Müller

Leider haben Sie recht.
Zur Eurokrise packt Merkel noch eine verkorkste 'Energiewende' oben drauf.
Zu Lösung anspruchsvolle wirtschaftlicher Herausforderungen bedarf es eben auch entsprechender Kompetenz. Gegenwärtig sehe ich diese nur bei der AfD.

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Andreas Scherer

Auch Deutschland steckt längst in der Schuldenfalle!

Wir zeigen gerne mahnend auf unsere europäischen Nachbarstaaten und stempeln sie als "Schuldenländer" ab, und in Wirklichkeit gehören wir schon längst selbst dazu. Es ist aus meiner Sicht ein Irrglaube zu denken man kommt aus der aktuellen Schuldenspirale mit irgendwelchen gut gemeinten Sparanstrengungen wieder heraus. Welche Möglichkeiten gibt es also? Man kann mittelfristig versuchen den Schuldenstand zu stabilisieren um so die notwendige Bonität bzw. das Investment Grade an den Finanzmärkten aufrecht zu erhalten. Langfristig wird es jedoch zu Enteignungen kommen müssen, entweder direkt über Vermögensabgaben, Schuldenschnitte und sonstige Beteiligungen von Gläubigern bzw. Sparern, wie z. B. das Heranziehen von Bankeinlagen nach dem Zypern-Rettungsmodell, oder eben indirekt über eine massive Geld- und Schuldenentwertung. Meine Vermutung ist, dass wir alle drei Möglichkeiten ausschöpfen werden um einen globalen Schuldencrash und die drohenden Staatspleiten zu verhindern.

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Michael Bertha
Michael Bertha (mib70) - 22.05.2013 21:29 Uhr

Steuern rauf, Schulden runter!

Aus den von den Autoren dargelegten Daten kann nicht gefolgert werden, dass „fiskalische Dezentralisierung“ - ein Euphemismus für Steuersenkungswettbewerb - zu weniger Staatsschulden führt! Umgekehrt: Wettbewerb zwischen den Staaten oder Regionen führt dazu, dass die öffentlichen Ausgaben nicht „nachhaltig“ über Steuern, sondern über Schulden finanziert werden. Ökonomisch können Schulden für einen Staat natürlich durchaus sinnvoll sein, wenn die Gelder so investiert werden, dass die Investition zu mehr Steuereinnahmen führen, als die Schulden insgesamt kosten.
Dass der Staat sich grundsätzlich über Steuern zu finanzieren und keine Schulden zu machen hat, ist also keine ökonomische „Weisheit“ sondern eine staatspolitisch-juristische Setzung. Der Staat soll stark und handlungsfähig und nicht durch die Finanzmärkte gefesselt sein!
Unabhängig davon, ist eine Rückzahlung der Schulden natürlich immer durch eine Vermögensabgabe im Umfang der Schulden möglich. Steuern rauf, Schulden runter!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.05.2013 23:05 Uhr
Florian Meier
Florian Meier (Flo635) - 25.05.2013 23:05 Uhr

@Michael Bertha

Wenn sie wissen wollen was ihr 'Patentrezept': 'Steuern rauf' in einer realen Wirtschaft bewirkt empfehle ich Ihnen Frankreich im Auge zu behalten.

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Bernhard Keim
Bernhard Keim (KeimB) - 22.05.2013 20:08 Uhr

Antizyklische Steuer- nicht Ausgabenpolitik

Keynes hat nicht unrecht, sah aber durchaus, das eine erhöhte öffentliche Wirtschaftstätigkeit in der Krise nicht automatisch zu geringeren staatlichen Maßnahmen und Abbau der Schulden im Aufschwung führt. Also muss man Wege finden die Steuereinnahmen in den Zeiten der Hochkonjunktur zurückzufahren, und in der Krise zu erhöhen. Wie das geht?
Ein Weg bestünde z.B. darin für Betriebe steuerliche Sofortabschreibungen auf alles einzuführen. Snd die Gewinne hoch, werden hohe Abschreibungen durch Investitionen gebildet, um Steuern zu sparen. Die Steuereinnahmen gehen zurück. In den Jahren mit geringen Gewinnen, fallen die Steuereinnahmen dann umso höher aus, da hier kein Abschreibungsaufwand mehr geltend gemacht werden kann. Langfristig bleiben der steuerliche Aufwand und Effekt natürlich gleich.

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Kurt Veigel

Fatal

ist leider nicht nur die Schuldenquote, fatal und ihrer dynamischen Entwicklung vorgängig ist leider auch der Berechnungsmodus (Schulden/BIP). Mit zwei interdependenten Variablen ein Selbststeuerungsinstrument konstruieren zu wollen, ist noch nie gelungen, wird nie gelingen, kann nie gelingen.
Der ökonomischen Wissenschaft (sofern und soweit sie nicht vollständig zu Statistik entartet ist), stünde es gut an, sich hier mal was gänzlich neues zu überlegen. Möglichst noch so geartet, dass es jeder versteht und auf der Basis dieses Verständnisses die Politclowns an die Kandarre nimmt.

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Reinhard Kreis
Reinhard Kreis (mullex) - 22.05.2013 14:12 Uhr

Schlaue Wissenschaft

Das Problem mit dem Recht des Staates zum Drucken von Falschgeld erklärt bereits Goethe's Mephisto. Der Staat druckt so lange Geld, bis das Finanzsystem zusammen bricht. Mit Krieg geht es schneller.
Alle Kredite sind zu tilgen, auch vom Staat - dann funktioniert's . Tilgt der größte Spieler nicht und hat dafür weder eine Pflicht noch einen Plan, geht's schief.

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Rene Muenster

Das ist ja was Neues!!!

Laut aktuellen Statistiken beträgt die Staatsverschuldung von Zypern 85,8% des BIP und Spanien 84,2%. Nimmt man jetzt die Zahlen von Deutschland mit 81,9% Verschuldungsgrad im Verhältnis zum BIP, frage ich mich warum wir Hilfen und Bürgschaften für Zypern und Spanien leisten und nicht selber welche bekommen. Nominal ist der Schuldenberg sowieso riesig, da wir ja auch eines der höchsten BIP im EURO-Raum haben.
Der einzige Grund, warum wir nicht unter den Rettungsschirm müssen ist, dass Herr Schäuble sich das Geld für 10 JAhr zu einem Zins von 1,25% leihen kann, während Spanien 4,61% bezahlen muss und Zypern gar keins bekommt. Wird die Risikoprämie Deutschlands über den Markt mal angepasst sage ich mal "Gute Nacht".

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.05.2013 15:40 Uhr
Kurt Veigel

Der einzige Grund, warum wir nicht unter den Rettungsschirm....

können, dürfen, wollen

ist ein ganz anderer: wir passen da nicht mehr drunter und stehen eh schon nass im Regen. So ist das. Und gute Nacht können wir gerne schon heute sagen - der Morgen wird fürchterlich sein.

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Stefan Tampier

Generationengerechtigkeit und Umverteilung durch Zinsen

Neben der Höhe der Verschuldung in Prozent des BIP dürfte immer relevant sein, bei wem die öffentlichen Haushalte Deutschlands verschuldet ist: wenn wir's vorwiegend bei uns selbst sind und bereit, dass wir uns selbst kontinuierlich Kredit geben, dann sind die Gefahren geringer, als wenn uns das Geld von "außerhalb" geborgt wurde. Ein Schuldenstand von 240% des BIP 1944 ist meines Erachtens nur erklärbar, wenn "der Staat" die Kredite letztlich bei seinen Bürgern aufgenommen hatte. Genauso sind aktuell die japanischen öffentlichen Haushalte vorwiegend bei Japanern verschuldet. Bei einer solchen "Binnenverschuldung" sorgen aber zum einen Zinsen trotzdem für Umverteilung zu Gunsten Vermögender. Zum anderen ist nicht sichergestellt, dass eine von Schulden nutznießende Generation ihre Schulden auch rechtzeitig zurückzahlt, statt sie Nachfolgenden zu hinterlassen und deren Handlungsfreiheit einzuschränken. Öffentliche Schulden verletzen daher bislang i. d. R. die Generationengerechtigkeit.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.05.2013 12:58 Uhr
Marcus Baumgaertner

"nicht sichergestellt, dass eine von Schulden nutznießende Generation" --- HÖHÖHÖ!

"ihre Schulden auch rechtzeitig zurückzahlt".

Wie soll das von statten gehen? Sollen die heute 40-80 Jährigen gemäß ihres Verschuldungs-Profits enteignet werden?
Da das nicht in der Praxis geht, bleibt für die Jungen nur, die Ärmel hochzukremplen und den Saustall auszumisten. Am besten mit einer neuen, weigehend schuldenfreien Währung (Schuldenschnitt!!). Kommt noch.

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Wolfgang Bunzel

Deutschland am Scheideweg

Unser Vaterland ist wahrscheinlich auf Ewigkeit verdammt, durch unsere unsägliche Schuld an die Völker Europas. Die Alliierten haben haben bis heute keinen Friedensvertrag mit uns geschlossen und wir sind bis heute noch nicht ansatzweise souverän, als einzigstes Land in Europa. Dies ist leider so gewollt und durch das Aufzwingen einer gemeinsamen Währung soll Deutschland nach Kriegsreparationen und jetzt auch noch durch Bürgschaften und Transferleistungen die Möglichkeit genommen werden, wieder unkontolliert zu erstarken. Das deutsche Volk wird somit in Geiselhaft genommen. Unsere Politiker verschweigen dies aber vehement und wollen sich zu 100% einer EU-Fiskalunion ausliefern was gleichzusetzen wäre mit Euro-Bonds. Davon träumt Hollande bereits seit seinem Amtsantritt. Frankreich bestimmt und Deutschland bezahlt. Ist Deutschland also immer noch unter Knute der Alliierten? Es scheint fast so. Dies würde auch erklären, warum die Regierung in Berlin beim Euro immer wieder einknickt und n

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Wolfgang Bunzel

Wir schaffen politisch und finanziell ab?

SPD-Politiker Steinbrück diffamierte den Euro-Kritiker Professor Sinn als »Professor Unsinn«, SPD-Mann Gabriel nannte Professor Sinn Herrn »Blödsinn«, Grünen-Chef Trittin empfahl ihm, auszuwandern und der Spiegel degradierte ihn zum Professor »Propaganda«. Wolfgang Schäuble drohte jenen, die als Professoren den Euro-Wahn zu kritisieren wagten, ganz offen mit dem Entzug staatlicher Fördergelder. Und Professor Arnulf Baring wurde von Helmut Kohl höchstpersönlich als »Schmierfink« diffamiert. Der Münsteraner Volkswirtschaftsprofessor Manfred Borchert rechnete uns schon 1997 vor, dass wir eine Billion (!) Euro an ärmere EU-Staaten für die Währungsunion würden zahlen müssen. Man erklärte ihn damals für verrückt.

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Wolfgang Bunzel

Der deutsche Schuldenberg ist auf Dauer untragbar

Wenn man sich einmal vor Augen hält, welche Schulden-Volumina Dtl. angehäuft durch Drängen der EU-Minister und aus falsch verstandener Solidarität, lässt uns düster in die Zukunft blicken.
Bei einen Staatshaushalt von ca. 360 Mrd €, eine Staatsverschuldung von 2,3 Billionen € ( dies sind nur die akumilierten Zinsschulden, richtigerweise liegt die Staatsschuld bei ca. 8 Billionen €)
dazu gesellt sich eine Bürgschaft von ca. 760 Mrd € an die Schuldnerländer. Dabei wissen wir, das kein Schuldnerland jemals einen € zurück bezahlen wird. Dtl. ist somit gefangen im Netz der €-Politik und diese Transferspirale dreht sich immer weiter, daher ist es notwendig Einhalt zu gebieten. Die AfD traut sich als einzige Gruppierung an das heiße Eisen, dem €, heran und zeigt Lösungen auf, die zwar schmerzhaft sind aber alternativlos für unser Volk.
Die Forderung Frankreichs, im Zusammenhang mit der Zustimmung zur deutschen Wiedervereinigung die Hegemonialstellung der Bundesbank aufzugeben, erfüllten wir „

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Frank Rademacher

Deutsche Immobilien sind unterbewertet

Die Auffassung das Immobilien bei der Berechnung der Vermögen Privater nicht berechnet werden sollen ist nicht nachvollziehbar. Kein Mensch, sieht sein Haus das sein Eigen ist, nicht als einen Vermögensgegenstand an. Das wäre total Lebensfremd.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als mein Opa ganz stolz war, das ihm der neue Staat auf Grundlage des Lastenausgleichsgesetz nach dem 2. Weltkrieg eine 6Stellige Zwangshypothek auf die div. Grundstücke eingetragen hat. Ja, er war voller Stolz nicht nur mit seiner Arbeit sondern auch mit seinem Vermögen mit beizutragen, den Wiederaufbau Deutschlands zu sichern.

Also kurz, 2 Billionen Schulden stehen 10 Billionen Vermögen entgegen. Das ist wahrlich kein Drama.

Heute stehlen sich solche wie Uli Hoeneß der Verantwortung und werden kriminell um nur nutzlos wie ein Primat das Geld auf einem Schweizer Konto zu hamstern. Pfuiii.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.05.2013 19:05 Uhr
Paul Banaschak

sind sie so naiv?

warum sollen wir unseren Schuldenstand noch durch Transfers in den Süden erhöhen?
Wir müssen die Schulden Deutschlands reduzieren und nichts in den Süden transferieren.

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Kai-Uwe Lensky

Dass die deutsche Staatsverschuldung untragbar ist, ...

...hätten viele Kommentatoren hier wohl auch ohne diese Studie gewusst.

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Mark Möschl
Mark Möschl (Cimpoler) - 21.05.2013 17:26 Uhr

vielleicht ist der Michel ja in Wahrheit viel schlauer.. ??

Vielleicht wählt der Michel nur deshalb immer wieder die gleichen Verursacher, weil er mit voller Absicht auf die Mauer zufahren möchte ??
Könnte es nicht sein, daß wir unterbewusst alle längst wissen, daß es so gegen die Wand geht und dann ALLE Karten neu gemischt werden ?
Es wird knallen, und je länger man den Kurs beibehält desto schlimmer wirds knallen. Vielleicht wünscht sich der Michel ja den Megaknall !?

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Mark Möschl
Mark Möschl (Cimpoler) - 21.05.2013 16:59 Uhr

Sehr simpel

"Die Währungsreform 1923 radierte die Schuld fast komplett aus - umgekehrt verloren Gläubiger fast alles."

Ganz genau das gleiche wird wieder passieren, und es ist wirklich, wirklich völlig alternativlos, Frau Merkel ;-)

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Marie Gruber
Marie Gruber (mariluI) - 21.05.2013 14:35 Uhr

Dass die Schuldenquote in D zu hoch ist, ist doch keine Frage. Dass Steinbrück u Schäuble

gemeinsam, nach der wirklich gefährlichen Krise, den richtigen Weg eingeschlagen haben ist aber nun Fakt.

Die Fakten = Schulden, das ist also die Basis von der nun zu erst die Neuverschuldung grundsätzlich auszuschließen ist und genau ab diesem Moment kann mit dem Schuldenabbau, also mit Maßhalten begonnen werden.

Wenn wir es erreichen unser BIP zu steigern, dann genau lässt sich das Verhältnis wieder herstellen.

Es ist eben zu billig Schulden völlig ohne das Umfeld nämlich ein gesundes Wirtschaftswachstum zu sehen.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.05.2013 17:40 Uhr
Karin Gossmann-Walter

NACH der gefàhrlichen Krise, Frau Gruber

wo leben Sie denn ????

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Günter Düsterhus

Steinbrück und Schäuble haben grund verkehrt entschieden

Das einzig richtige wäre die Verstaatlichung der Geschäftsbanken
gewesen. So wurden die Schulden ohne Gegenleistung vom Staat übernommen
und wir alle bürgen seit dem für die irren Spielkasinos, ohne Hoffnung auf
eine bessere Zukunft. Der einzige Grund für die langsame Talfahrt sind die
Reserven der Bevölkerung, die immer sparsam und verantwortlich
gehandelt hat. jetzt brechen die Renten wegen Untreue der Führung
weg und das Restvermögen wird vom Staat für die Banken mit immer
höheren Steuern und Inflation enteignet.

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Rolf Huchthausen

"Nach der wirklich gefährlichen Krise, ...", liebe @ Frau Gruber, die richtige Krise steht noch aus!

Was ist denn das Dilemma in den Südländern? Die stärkere Verschuldung bei gleichzeitig rückläufigem Steueraufkommen aus dem Niedergang der Wirtschaft wird statistisch dem dann logisch sinkenden BIP gegenübergestellt. Die Maastricht-Referenzwerte verkommen doch zu Makulatur! Niemand hält sich noch an irgendwelche verabredeten Grenzwerte bzw. kann seine Volkswirtschaft daraufhin noch ausrichten.

Und genau dieses Szenario erreicht nun Deutschland. Es ist nach Lage der Dinge in den Krisenländenr so, daß mit Einrichten des EFSF z.B. Anleihen mit 2-jährigen Laufzeiten nicht nur gegen neuen Anleihen abgelöst werden sondern de facto und de jure aus den begünstigten Ländern getilgt werden müßten.

Wenn nicht werden die Bürgschaftsfälle ausgerufen, Bürgschaften werden gezogen und knallen allen Haushaltern in die Budgets. Und gefährden damit gesundes Wirtschaftswachstum, die allseits berühmte Kreditfalle. Wir sind nur noch eine Handbreit davon entfernt!

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Horst Jungsbluth

Auf seinen Schulden reitet das Genie voran

So oder ähnlich hat es ein berühmter Betriebswirtschaftler ausgedrückt und dabei mit Sicherheit nicht an jene Politiker gedacht, die mit einer unverantwortlichen Schuldenpolitik die Anspruchshaltung und die Gier vieler Bürger erst wecken, die nur noch versuchen, ohne eigene Leistung gut über die Runden zu kommen. Anstatt den Bürgern die Selbstverantwortung zurückzugeben, werden immer neue kostenintensiven Programme aufgelegt und Subventionstatbestände geschaffen, die genau das Gegenteil erreichen und unseren Staat in eine gefährliche Schieflage bringen werden, die dann den Populisten und Extremisten in die Karten spielt. Man sollte sich doch "verdammt nochmal" an die Jahre nach der Gründung der BRD erinnern, als trotz flächendeckender Zerstörung, Demontagen, Millionen von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen sowie Reparationszahlungen nach kurzer Zeit ein Wirtschaftswunder geschaffen wurde und der damalige Finanzminister Schäffers sogar einen finanziellen "Juliusturm" bilden konnte.

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Marcus Baumgaertner

Keynesianismus hat uns in die Sackgasse geführt

Die bundesdeutsche Interpretation des Keynesianismus (kurzfr. kostengünstiger "Vollkaskostaat" zulasten kommender Generationen) hat das Anhäufen dieser perversen (!!) Schuldenberge pseudo-intellektuell gerechtfertigt.

Ohne diese missbräuchlichen Thesen bzw. ihren Missbrauch wäre wir nicht in dieser unsäglichen Lage, in der wir nur noch die Entscheidung haben, uns entweder nach links (Hyperinflation) oder nach rechts (Depression) abstürzen zu lassen.

Vielen Dank!!

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.05.2013 19:35 Uhr
Dieter Stümbke

Lasten Sie nicht alles John M. Keynes an

Keynes hat gesagt, dass der Staat in einer Rezession durch Ausgabensteigerung (auch durch Schuldenaufnahme) dem Abschwung gegensteuern solle. Hingegen solle er in einem Boom die Ausgaben deutlich zurückfahren und die Schulden zurückzahlen.
Den ersten Satz haben alle Politiker verinnerlicht, den zweiten Satz dagegen "vergessen". Und so kommt es, dass der Staat sowohl in Krisenzeiten als auch in Boomzeiten seine Ausgaben ständig erhöht.
Dass diese Schulden heutzutage nie und nimmermehr zurückgezahlt werden können, ist eine Binsenweisheit. Zu dieser Erkenntnis braucht es nur eine Spur gesunden Menschenverstandes.
Es ist, als wenn ich vier Jahresgehälter an Schulden hätte und nur mein Leben durch Aufnahme immer neuer Schulden weiterführen könnte. Dass das nicht gut gehen kann, weiß ich auch ohne die FAZ.

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Dieter Spethmann
Dieter Spethmann (dspeth) - 21.05.2013 13:03 Uhr

Natürlich ist dieser Schuldenberg auf Dauer untragbar. Aber Schäuble/Merkel denken anders

Sie denken in den Kategorien des "starken Staates." Das bewies Merkel 2005 mit ihrer Mehrwertsteuererhöhung von 16 % auf 19 %. Das bewies sie wiederum im April 2010 mit ihrer unverschämten These, die Eurohilfe für Griechenland sei "alternativlos." Und Schäuble sekundiert ihr. Ohne dieses übersteigerte Selbstbewusstsein vom "starken Staat" wäre es zu den Ausgabensteigerungen nicht gekommen, die diesem Schuldenanstieg auf mehr als 82 % unseres BIP zugrundeliegen. Schäuble gehört dem Deutschen Bundestag seit 40 Jahren an. Er sieht trotzdem kein Ende seiner politischen Laufbahn. Also wird auch Merkel, so oder so, bei ihrer selbst gewählten Rolle als personeller Verkörperung eines "starken Staates" bleiben und immer mehr Geld ausgeben, mit wem auch immer Sie regiert. Und wenn nicht Merkel - von rot-grün will ich nicht reden. Also muss die Selbstheilung aus der Mitte des Parlamentes kommen: Deutschland muss zum Wettbewerb zurückkehren, auch wenn es unseren EuroBrüdern noch so schwer fällt.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 23.05.2013 00:56 Uhr
Helga Zießler

Alles gut und richtig, Herr Spethmann,

was Sie schreiben - besonders auch Ihre Forderung zum Schluss.

Dazu habe ich bloß eine Frage: Von wem erwarten Sie, dass er diese Forderung erfüllt? Wie soll es zu einer "Selbstheilung aus der Mitte des Parlamentes kommen"? Wer soll dafür sorgen, dass Deutschland zurückkehrt zum Wettbewerb?

Erwarten Sie etwa von den etablierten, zur sozialistischen Einheitspartei verschmolzenen Parteien solch eine 180-Grad-Wende?

Die AfD wäre eine Hoffnung. Aber höchst bedauerlicherweise werden die deutschen Wähler diese Hoffnung zunichte machen - es wird einfach nicht genug vernünftige Wähler geben, um dieser Alternative zu einer Mehrheit zu verhelfen. Wieder einmal wird die "Tyrranei der [dummen] Mehrheit" (Tocqueville) die Minderheit der Klugen überstimmen. Das ist nun mal der Fluch der Demokratie.

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Dr. Ludwig Paul Häußner

Genau! Schulden und Forderungen hängen funktional zusammen wie Berg und Tal

Die Vermögensverteilung klafft in Deutschland immer mehr auseinander. Genau das wollten die Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft nicht - und Eigentum verpflichtet; so steht es in unserem Grundgesetz.

Schon PLATON sagte vor 2.400 Jahren sinngemäß: Wenn Steuern auf Einkommen erhoben werden zahlt der Unehrliche weniger und der Ehrliche mehr!

Deshalb brauchen wir den Schwerpunkt der Steuererhebung - auch wegen des EU-Binnemarktes, wie auch der globalen Arbeitsteilung - auf dem Konsum!

Wer viel Geld hat und sich viel leisten kann, zahlt in Form einer 25% MwSt einfach mehr Steuern (absolut). Pro BürgerIn würde es dann einen MwSt-Freibetrag geben - über die persönliche Steueridentifikationsnummer. Nicht nur der Staat sondern de facto die 70 Mio. Deutschen würden sich so bei den 10 Mio. wohlhabenden Deutschen sukzessive entschulden können.

Deshalb höhere MwSt-EU-weit! Die MwSt: Die Steuer von allen für alle.

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Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 21.05.2013 17:11 Uhr
Günter Düsterhus

Sie irren gewaltig Herr DR. Ludwig Paul Häuser

Schulden und Forderungen hängen "Nicht" funktional zusammen wie Berg und Tal
sondern es ergibt sich eine Differenz, deren Ursache der Zins ist.
Bei der Giralgeldschöpfung entsteht aber kein Geld für den Zins.
Deswegen ist Fiatgeld ein umfassendes Enteignungsprogramm , von dem
in seiner endgültigen Phase der Kommunismus nur geträumt hat und
das an Brutalität und Ungerechtigkeit nie übertroffen wurde.

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Karin Gossmann-Walter

Herr Dr. Häubner,



Die Forderung höhere MwSt Eu weit; sie kennen aber schon die MwSt.-Sätze in den
einzelnen EU-Ländern, 19 % MwSt. sind daher relativ wenig, gegen die Sätze in anderen Ländern.
Italien hat momentan 21 %, wahrscheinlich ab Sommer 22 %, wie hoch solls
noch sein für Italien ?

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Viktor Stores
Viktor Stores (vstores) - 21.05.2013 14:32 Uhr

Da bin ich dabei!

Den Konsum besteuern, und den Produktionsfaktor Arbeit nicht!!!

Das hätte auch den Nebeneffekt, dass sich (asoziale) Schwarzarbeit (eben zur Vermeidung der ESt u. Sozialabgaben) nicht mehr besonders lohnen würde, und steuergerecht wäre es auch: Denn wer viel Geld bekommt, gibt es doch auch aus - und zahlt somit auch mehr Steuern als jemand, der wenig verdient und konsumiert.

Im Bereich der Unternehmenssteuern sollte Wettbewerb herrschen, und sie sollen an den physischen Standort der Bürogebäude gekoppelt sein (als versteuern im Ausland (Zug z. B., oder in einem Briefkasten in der Karibik) gibt's nicht)!

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20.05.2013, 21:08 Uhr

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