13.01.2009 · Ob für Banken, Autoindustrie, Mittelstand oder alle anderen: Mit Hinweis auf die Konjunktur oder drohende Arbeitsplatzverluste lässt sich in diesen Tagen alles rechtfertigen. Der Staat übernimmt die Macht über die Wirtschaft. Glück auf, Deutschland.
Von Holger AppelWo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Die Banken leihen sich kein Geld mehr und verdienen mit ihrer selbstverschuldeten Geschäftsuntätigkeit immer weniger? Kein Problem, der Staat spendiert eine Bürgschaft und steigt gerne auch mit des Bürgers Kapital in die Firma ein. Die Commerzbank schafft die Übernahme der Dresdner Bank nicht, aber den Alteigentümer Allianz soll das hausgemachte Debakel auch nicht allzu viel kosten? Kein Problem, die Regierung sendet 18 Milliarden Euro und zwei Staatssekretäre.
Den Autozulieferern kommen die Aufträge abhanden? Das darf nicht sein, viel zu wichtig diese Branche, Berlin wirft Rettungsringe. Die Unternehmen bekommen keine Kredite mehr oder müssen diese zumindest teurer bezahlen? Das ist zwar normal im Abschwung, darf aber natürlich auch nicht sein. KfW und die Commerzstaatsbank werden sich nicht verweigern. Und für alle anderen wird kurzerhand ein Deutschland-Fonds gegründet.
Mit Hinweis auf die Konjunktur oder drohende Arbeitsplatzverluste lässt sich in diesen Tagen alles rechtfertigen. Der Staat übernimmt die Macht über die Wirtschaft. Mit Ministern und Staatssekretären. Glück auf, Deutschland.
Frank-Holger Appel Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.
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