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Staatsdefizite Wendezeit

15.02.2010 ·  Nicht nur für Griechenland, sondern für nahezu die gesamte industrialisierte Welt lautet die Frage: Lähmende Überschuldung bis zum möglichen Staatsbankrott oder harte Sparpolitik mit drastischen Ausgabenkürzungen? In beiden Fällen gelangt das Konzept ewiger Neuverschuldung an sein Ende.

Von Gerald Braunberger
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Die historischen Erfahrungen belegen, dass die wirtschaftliche Erholung nach schweren Finanz- und Bankenkrisen besonders lange dauert. Denn schwer angeschlagene Bankbilanzen und Staatshaushalte lassen sich, von der untauglichen Remedur durch Inflation abgesehen, nicht im Handumdrehen sanieren. Es sei die Prognose gewagt, dass die aktuelle Krise eine einschneidende Wende einläutet: In ihr stirbt das Konzept der jahrzehntelangen Überforderung der wirtschaftlichen Ressourcen durch permanente Staatsverschuldung zur Finanzierung überbordender Wohlfahrtsstaaten.

Vereinfacht lautet nicht nur für Griechenland, sondern für nahezu die gesamte industrialisierte Welt die Frage: Lähmende Überschuldung eventuell bis zum Staatsbankrott oder harte Sparpolitik mit drastischen Ausgabenkürzungen? In beiden Fällen gelangt das Konzept ewiger Neuverschuldung an sein Ende. Der notwendige Abbau staatlicher Leistungen und Vergünstigungen – für Privatpersonen wie für Unternehmen – würde viel Ärger verursachen und vielleicht kurzfristig die Konjunktur belasten. Aber wenn die industrialisierte Welt wieder gesunden will, müssen die Ansprüche an den Staat erheblich sinken.

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Jahrgang 1960, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

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