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Staatsbahn Kampf ums Schienennetz

 ·  Was in den Staatsbahnen zwischen Netz und Betrieb finanziell passiert, muss transparenter werden. Vor einer scharfen Regulierung darf sich die Bundesregierung nicht länger drücken.

Artikel Lesermeinungen (10)

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Godehard Schmidt-Goertz

Alle Infrastruktur ist Gemeingut und gehört in Staatshand!

Meines Erachtens geht es hier um ordnungspolitische Grundsätze. Da sollte man nicht nur über Schienentrassen, sondern über sämtliche Straßen, Kanäle, Strom-, Gas- und Wasserleitungen, Flug-/Häfen, Bahnhöfe, etc. - kurz über die gesamte technische und soziale Infrastruktur - reden. Diese Infrastruktur ist die Grundlage unserer Zivilisation und tendenziell monopolistisch - d.h. man kann sich nicht aussuchen, ob man sie benutzt. Ihr einwandfreies Funktionieren ist die wesentliche Voraussetzung für die vom Grundgesetz geforderte "Angleichung der Lebensverhältnisse" im ganzen Land - und die ist nach rein marktwirtschaftlichen Grundsätzen nicht herstellbar! Deshalb muß sie vom Staat hergestellt und unterhalten werden.
Privatunternehmen sollen sich nach gleichen Bedingungen um Konzessionen für den Betrieb bewerben können. Der Staat sollte selbst keine Bahnen, Fluglinien, Reedereien, Speditionen oder Kraftwerke betreiben. Das können private Unternehmer viel besser und effizienter.

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Ronald Gruenebaum

Was man wissen muss

Der Frachtverkehr auf der Bahn bewegt sich im Schnitt mit 18 km/h durch Europa. Kein Wunder, dass die Autobahnen mit LKWs verstopft sind. Warum ist das so?

Nun, die Bahn vernachlässigt den Frachtverkehr zugunsten der Personenbeförderung, am liebsten auf Hochgeschwindigkeitslinien. Dazu passen dann auch teure Prestigeprojekte wie der HBf in Berlin und Stuttgart 21.

Freier Wettbewerb auf der Schiene würde die Profite schmälern, zumal die Bahn immer noch ein verstaubter Beamtenverein ist, der modernen Wettbewerbern kaum standhalten könnte.

Also muss die Konkurrenz draussen gehalten werden, was natürlich am besten durch Kontrolle über das Netz funktioniert. Leidtragende sind Kunden, Arbeitnehmer und die Umwelt.

Die eifernden Foristen würden wohl kaum akzeptieren, wenn die Lufthansa alle Flughäfen besässe und Tickets zu Mondpreisen monopolistisch anböte.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2013 19:44 Uhr
Bernd Lieferts

Was man noch wissen muss

Die DB ist über die Schenker AG einer der grössten Spediteure Deutschlands, mit entsprechender LKW-Flotte.

Durch das unterschiedliche Geschwindigkeitsprofil von Personen transportierenden Nahverkehrs-, Regional- und Fernverkehrszügen gegenüber den langsameren Güterzügen benötigt man Überholgleise, wo der langsamere Zug den schnelleren passieren lässt. Optimal ist natürlich ein Parallelgleis, um die unterschiedlichen Geschwindigkeiten zu entmischen. Leider ist ein 4-gleisiger Ausbau nicht überall möglich oder zieht erhebliche Anwohnerproteste nach sich.

Und was den "freien Wettbewerb" betrifft, auch heute fahren schon andere Unternehmen Güter auf der Schiene quer durch die Republik. Da darf der Lokführer u.U. dann auf der Lok schlafen wenn er am anderen Ende D's steht und die Rückfahrt erst am nächsten Tag ansteht! Wettbewerb ist schön und gut, so lange er nicht auf der Gesundheit der Beschäftigten ausgetragen wird!

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Ulrich Dissars
Ulrich Dissars (Dissars) - 19.01.2013 04:41 Uhr

Wer die Zerschlagung der Bahn will, ist....

.....nicht lernfähig oder verfolgt Eigeninteressen. Warum?
Neuseeland wurde jahrelang von uneinsichtigen (deutschen) Politikern für die Zerschlagung der Bahn als "fortschrittlich" gelobt. Der Schienennetz musste für einen $ pro Meter zurück gekauft werden.
UK hat riesige Probleme im Bahnverkehr seit der Zerschlagung.
Die Schweiz - als Hort des Kapitalismus - denkt nicht im Traum an eine "Zerschlagung" der Schweizer Bahn.
Heute das Gesundheitssystem. morgen die Bahn, übermorgen das Bildungssystem und das das Wassersystem (Nestle will es gern).
Es wird Zeit, dass der Bürger diese neoliberale Bereicherungen stoppt.

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Karl Hammer

Regulierung ist die Reparatur von Schäden durch staatliches Eingreifen

Anstatt ständig die Folgeschäden staatlichen Handelns durch noch mehr staatliche Eingriffe reparieren zu wollen, wäre es mal konsequent Nägel mit Köpfen zu machen, die Wurzel des Übels anzugehen und den Staat aus all den Bereichen hinauszudrängen, in denen er nichts zu suchen hat und nur Schaden anrichtet.
Staatsbahnen sind ebenso ein Anachronismus wie Staatsfernsehen, Staatshochschulen, Staatssport, Bankenrettung oder Social-Engineering. Anstatt sich wie ein Geschwür auszubreiten, sollte sich die staatliche Bürokratie mal entschlacken und um das kümmern, wofür sie eigentlich zuständig ist, nämlich für die öffentliche Ordnung und Sicherheit und die Herrschaft des Rechtes zu sorgen. Und genau das tut sie nicht mehr. Der Staat wie er sich heute darstellt, ob EU oder BRD, verliert seine Legitimation und verkommt zu einem Selbstbedienungsladen von Interessengruppen... auf unsere Kosten.

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Wolfgang Graf von Ballestrem

Frau Schwenn irrt!

Unter CDU-Kanzler Kohl und unter CDU-Verkehrsminister Wissmann wurde 1993 das Gesetz zur Privatiserung der Bundesbahn beschlossen. Vorgesehen, wenn auch noch nicht gesetzlich beschlossen, war die Trennung von Betrieb und Infrastruktur. Der Grund dafür war eindeutig: Gleichheit für alle Schienen-Verkehrsunternehmen und fairer Wettbewerb! In ihrer Anbiederung an SPD und Grüne wich die CDU unter der Führung von Frau Dr. Merkel ohne stichhaltigen Grund davon wieder ab und fördert zu Lasten des Steuerzahlers die verkappte Staatsbahn mit allen negativen Folgen!
Frau Schwenn hat in ihren Beiträgen zu diesem Thema seit Jahren bereits ihre Sympathie für die Staatsbahn zum Ausdruck gebracht. Deswegen verwundert der Tenor ihres Kommentars nicht. Ihre Schlussfolgerung, dass die EU mit der Liberalisierung bzw. Trennung von Betrieb und Infrastruktur die Bahnen unter ihre Kontrolle bringen wolle, ist allerdings völlig aus der Luft gegriffen und den Beleg dafür bleibt sie schuldig!

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Hans Gruber

Fernverkehr ist Europasache

Wer allmählich daran verzweifelt, grenzüberschreitend Bahn zu fahren, der weiß, was für einen Wettbewerbsnachteil die Kleinstaaterei im Eisenbahnwesen gegenüber der globalen Regulierung des Luftverkehrs bewirkt. Auf der Fahrt von Paris nach Stuttgart muss ich regelmäßig in Straßburg aus dem hinteren in den vorderen Zugteil spurten, weil die Buchungssysteme von DB und SNCF mal wieder keine durchgehenden Fahr- und Platzkarten rausgerückt haben. Eine Fahrt von Köln nach Oxford hat mich gestückelt 130€ gekostet - durchgehend bei DB gebucht wären es 300€ gewesen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.01.2013 13:19 Uhr
Ronald Gruenebaum

Nun ja

Es ist heute immer noch nicht möglich, grenzüberschreitende Fahrkarten ohne gigantischen Aufwand und exzessive Kosten zu erwerben. Die staatlichen Monopolbetriebe haben einfach kein Interesse an so komplizierten Kunden.

Nur ist es eben auch so, dass die allermeisten EU-Bürger kaum über den nationalen Tellerrand schauen und das alles nicht so dramatisch finden. Dem Frosch ist der Tümpel eben Ozean.

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Caspar Mendrzyk

Wer mehr Wettbewerb bei der Bahn fordert soll erst einmal bahnfahren!

Da wird seitens Brüssel eine Liberalität gemiemt und ein Wettbewerb verschrieben, die es in
anderen Bereichen wie dem Agarbereich nocch nie gegeben hat und auch nicht geben wird, und
das alles auf Kosten der Bürger. Diese Leute dort im Brüsseler Glashaus sollten sich erst einmal
den Wettbewerb bei der Bahn anschauen. Bei allen Wettbewerbern auf den liberalisierten Strecken wie in Schleswig Holstein ein vergammelter Wagenpark, kaum ein Zug pünktlich,
dürftigster Service. Brutaler Preiswettbewerb auf Kosten von Sicherheit und Produktqualität.
Dazu brauchen wir nicht Brüssel!

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Gerhard Storm

EU-Spitzen-Dilettanten sollten zuerst selbt die Regeln beachten, ehe sie - hirnlos - Wettbewerbs-

Ratschläge erteilen.

Aufgrund ihrer Unfähigkeit sind sie aber dazu nicht in der Lage.

Als mächtiger Moloch hingegen kann sich Brüssel überall einmischen, auch wenn jeglicher Sachverstand fehlt.

Auch was Tranparenz angeht, ist Brüssel ein gelber Fleck auf der Landkarte.

In Finanzangelegenheit im Übrigen auch ohne jegliche fachliche Erhellung, deshalb steckt Eurolande in einer tiefen Schuldenkrise.

Brüssel ist nicht lernfähig. Wenn GB nun sein eigenes Süppchen kochen möchte, reibt man sich in Brüssel nur verwundert die Augen. Die sind vom Tiefschlaf kaum noch aufzukriegen. Nur wenn - wie GB - am Geld für Brüssel gerüttelt wird, wird man dort hellhörig.

Die EU-Spitzen-Dilettanten haben es im Übrigen vor Kurzem geschafft, sich durch Nichtstun eine saftige und daher nicht zeitgemäße Gehaltserhöhung zuzuschanzen.

Pfui, vor so viel Unverfrorenheit. Wo in Eurolande an allen Ecken und Enden Bitternis und Arbeitslosigkeit grassieren.

Möge diesen EU-Blindgängern der Spaß vergehen!

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Jahrgang 1963, Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

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