17.08.2006 · Der Sportwettenanbieter Bwin hatte im ersten Halbjahr des laufenden Jahres arg zu kämpfen - nicht nur gegen das Wettmonopol des deutschen Staates. Bwin hat vor allem deshalb Verlust gemacht, weil bei der WM häufig die Favoriten gewannen.
Der Sportwettenanbieter Bwin ist im ersten Halbjahr 2006 in die roten Zahlen gerutscht. Zu viele Favoritensiege bei der Fußball-WM und zu hohe Lobby-Ausgaben für eine Liberalisierung des europäischen Glücksspielmarktes machten dem Unternehmen zu schaffen.
Der bereinigte Gewinn (Ebitda) betrug minus 3,8 Millionen Euro nach plus 4,6 Millionen Euro in der vergleichbaren Vorjahresperiode, teilte der Sportwettenanbieter am Donnerstag mit. Das Konzernergebnis nach Steuern und Ergebnisanteilen Dritter betrug im ersten Halbjahr 2006 minus 27,1 Millionen Euro. Für den Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen noch ein leicht positives Ergebnis von 0,1 Millionen Euro ausgewiesen.
Entwicklung in Amerika macht Bwin zu schaffen
Im ersten Halbjahr seien knapp 1,5 Millionen Kunden aktiv gewesen, nach 376.000 in der Vergleichsperiode. Erstmalig aktiv seien rund 770.000 Kunden gewesen.
Dem Wettanbieter hat auch die Unsicherheit hinsichtlich der zukünftigen rechtlichen Entwicklung im Bereich Online-Wetten in den Vereinigten Staaten zu schaffen gemacht. Negativ wirkte in diesem Zusammenhang unter anderem die Verschiebung der Einführung eines auf den amerikanischen Markt ausgerichteten Sportwettenproduktes.
Wachstumserwartungen nach unten revidiert
Ihre Wachstumserwartungen für das Geschäftsjahr in Bezug auf die Brutto-Gaming-Erträge hat die Bwin AG auf rund 435 Millionen Euro revidiert. Als „Brutto-Gaming-Erträge“ bezeichnet man die Summe der Wetteinsätze abzüglich der Wettgewinne. Wie ein Sprecher von bwin am Donnerstag auf Anfrage erklärte, sei man bisher auf dem Basiswert von 250 Millionen Euro von einem dreistelligen Wachstum ausgegangen.
Beim Ebitda erwartet der Sportwettenanbieter „zumindest“ 40 Millionen Euro. Für das vergangene Jahr wies bwin Brutto-Gaming-Erträge von 143,972 Millionen Euro und ein Ebitda von 13,427 Millionen Euro aus.
Staat versucht Wettmonopol durchzusetzen
In Deutschland war Bwin zuletzt in die Schlagzeilen geraten, weil der Staat immer massiver versucht, sein staatliches Wettmonopol gegen den Privatanbieter durchzusetzten. Das Verwaltungsgericht Hannover entschied kürzlich, daß der Schriftzug „Bwin“ zum Bundesliga-Auftakt nicht auf den Trikos der Spieler von Werder Bremen stehen durfte.
Zusätzlich hat der Freistaat Sachsen Bwin das Veranstalten und Vermitteln von Sportwetten sowie die Werbung hierfür verboten. Zuvor waren schon zahlreiche Wettbüros geschlossen worden. Der Sportwettenmarkt in Deutschland erreicht einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro. Das Potential wird von Fachleuten auf bis zu 8 Milliarden Euro geschätzt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,29 $ | −0,52% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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