10.03.2011 · Das große Geschäft mit den Sportwetten läuft in Malta ab - und überall sonst, wo Privatanbieter Platz für einen Computer und ein Briefkastenschild finden. Würden die Wetten in Deutschland legalisiert, bekäme der Fiskus wenigstens etwas davon ab.
Von Joachim JahnBald wird es ernst für die Bundesländer: Wenn sie sich nicht zusammenraufen, läuft der geltende Staatsvertrag über Glücksspiele Ende dieses Jahres aus – und zwar ersatzlos. Dies wäre nicht einmal die schlechteste aller Lösungen. Das Monopol des Staates als Anbieter von Sportwetten und Lotterien dient in Wirklichkeit nur der Mehrung fiskalischer Einnahmen.
Das Ziel der Suchtprävention hingegen ist weitgehend vorgeschoben: Erst nach drängenden Urteilen höchster Gerichtsinstanzen fuhren die Lottobetreiber der öffentlichen Hand ihre Werbekampagnen zurück und ergänzten ihre Reklame durch Warnungen vor Risiken und Nebenwirkungen, wie man sie aus der Pharmabranche leidlich kennt.
Ohnehin befindet sich die deutsche Obrigkeit auf einem Rückzugsgefecht: Wie die Machthaber in Tunesien und den ehemaligen Bundesverteidigungsminister hat das Internet längst auch die Gängelei von Glücksspielern durch die Behörden zu Fall gebracht. Das große Geschäft läuft in Malta ab – und überall sonst, wo Privatanbieter Platz für einen Computer und ein Briefkastenschild finden. Würden die Wetten in Deutschland legalisiert, bekäme der Fiskus wenigstens etwas davon ab.
Joachim Jahn Jahrgang 1959, Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.
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