15.11.2006 · Der russisch-amerikanische Öl-Milliardär Leonard Blavatnik will nach Informationen der F.A.Z. den größten europäischen Sportrechtevermarkter Sportfive kaufen. Sportfive vermarktet mehrere deutsche Fußball-Bundesligavereine.
Der zum Verkauf stehende größte europäische Sportrechtevermarkter Sportfive weckt offensichtlich das Interesse russischer Investoren. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aus Verhandlungskreisen zählt zu den Bietern für Sportfive auch der russisch-amerikanische Öl-Milliardär Leonard Blavatnik. Dem Vernehmen nach kooperiert Blavatnik mit dem Investor und früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus.
Während das Interesse von Dreyfus bekannt ist, war Blavatniks Name im Zusammenhang mit Sportfive bisher nicht aufgetaucht. Das Unternehmen vermarktet unter anderem eine Reihe von Fußballvereinen der Ersten Bundesliga wie Arminia Bielefeld, Borussia Dortmund, Hamburger Sportverein und Eintracht Frankfurt. Russische Investoren mischen auch in Deutschland immer stärker im Sportgeschäft mit. Im Oktober schloß bereits der russische Energiekonzern Gasprom einen Sponsorenvertrag mit dem Bundesligisten Schalke 04 ab.
Verkäufer hoffen auf eine Milliarde Euro Erlös
Der Verkauf von Sportfive steht kurz vor der Entscheidung. Neben Blavatnik und Dreyfus sind noch zwei weitere Interessenten im Rennen: der französische Medien- und Luftfahrtkonzern Lagardère sowie der französische Industrielle Bernard Arnault, der mit dem früheren Endemol-Manager Stéphane Courbit ein Gespann bildet. Eine Reihe von Finanzinvestoren hatte zuvor ebenfalls Interesse gezeigt.
Sportfive gehört bisher mehrheitlich der Beteiligungsgesellschaft Advent. Auch der deutsche Medienkonzern Bertelsmann, der über seine Fernsehsparte RTL Group mit 25 Prozent beteiligt ist, will seinen Anteil verkaufen. Die Verkäufer hoffen auf einen Erlös von bis zu einer Milliarde Euro. Sportfive vermarktet unter anderem für Fußballvereine Bandenwerbung und Logenplätze. Außerdem verkauft das Unternehmen mit Sitz in Hamburg für den europäischen Fußball-Verband Uefa die Fernsehrechte an der nächsten Europameisterschaft.
Der Sportfive-Interessent Blavatnik steht nach Berechnungen des Wirtschaftsmaganzin "Forbes" in der Liste der reichsten Amerikaner auf Rang vierzig. Sein Vermögen wird auf 7 Milliarden Dollar geschätzt. Der Ende der siebziger Jahre in die Vereinigten Staaten ausgewanderte Blavatnik ist mit seiner Investmentgesellschaft Access im russischen Ölgeschäft reich geworden. So ist er unter anderem am Ölproduzenten TNK-BP beteiligt. Access kaufte im Sommer auch für 4,4 Milliarden Euro den Kunststoffkonzern Basell, ein Gemeinschaftsunternehmen von BASF und Shell.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,29 $ | −0,52% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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