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Sportartikel Puma schließt Kauf von Modehersteller nicht aus

27.07.2005 ·  Nach einem überraschend hohen Umsatz- und Gewinnanstieg im zweiten Quartal hat der Sportartikelhersteller Puma seine Ziele für das laufende Jahr bekräftigt. An der Börse überzeugt das Unternehmen nicht.

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Der Sportartikelhersteller Puma will das operative Geschäft in Asien in die eigene Hand nehmen und gründet dazu mit Lizenznehmern in verschiedenen Ländern Gemeinschaftsunternehmen. An den Joint Ventures in Japan, Taiwan, China und Hongkong, die von Januar 2006 an ihre Arbeit aufnehmen sollten, sei Puma jeweils mehrheitlich beteiligt, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Außerdem gründe der Sportartikelhersteller in Indien eine 100prozentige Tochtergesellschaft und baue einen weiteren Standort in Dubai für die Region Mittlerer Osten auf. Mit den Schritten will Puma die Expansion in Asien beschleunigen.

In Japan gründet der Konzern das Joint Venture mit Hit Union, einer Firma, die seit über 30 Jahren Puma-Textilien herstellt und vertreibt. Japan werde durch das Joint Venture zum zweitgrößten Markt für Puma, hieß es. In Taiwan ist der bisherige Lizenznehmer Starlike künftig der Junior-Partner in einem Gemeinschaftsunternehmen, in Hongkong und China plant Puma das gleiche Konstrukt mit Swire Pacific. „Unser Ziel ist es, innerhalb der nächsten fünf Jahre den Umsatz mindestens zu vervierfachen“, erläuterte Puma-Chef Jochen Zeitz die Pläne für den chinesischen Markt.

Auch für Indien sehe er langfristig ein großes Potential, sagte Zeitz. Ab 2006 übernehme die neue Tochter das operative Geschäft komplett vom derzeitigen Lizenznehmer Planet Sports.

Aktiensplitt ausgeschlossen

Puma hat den Kauf eines klassischen Modeherstellers nicht ausgeschlossen. „Wir werden sehen. Zum jetzigen Zeitpunkt schließe ich nichts aus“, sagte Puma-Chef Jochen Zeitz in einem Reuters-Interview. Das Unternehmen erwägt neben neuen Produkten und Sportkategorien auch Zukäufe. In den nächsten fünf Jahren stehen dem Unternehmen dazu 500 Millionen Euro zur Verfügung. Analysten hatten seit längerem gesagt, daß Puma ein klassisches Modehaus von der Größe von Benetton oder Lacoste übernehmen könnte, um seine Produktpalette zu erweitern. Zeitz betonte, bei den geplanten Akquisitionen vorsichtig vorgehen zu wollen, da viele Übernahmen im Sportsektor nicht gut gelaufen seien. Zuletzt hatte Adidas sein Wintersportgeschäft Salomon wieder verkauft, nachdem die Nummer zwei der Branche fünf Jahre lang vergeblich versucht hatte, Salomon profitabel zu machen. „Wir werden keine Übernahme machen, nur um der Übernahme willen“, sagte Zeitz.

Einem Aktiensplitt, um die Papiere für Anleger optisch günstiger aussehen zu lassen, erteilte Zeitz eine Absage. „Solche Pläne haben wir nicht. Ich glaube nicht, daß ein Aktiensplitt unseren Aktionären einen Vorteil bringt.“ Die Puma-Aktie ist in den letzten zehn Jahren um mehr als das Zehnfache gestiegen. Am Mittwoch gab sie fünf Prozent auf 213 Euro nach, da Investoren die vom Vorstand angekündigten hohen Investitionen nicht begrüßten. Börsianer fürchten, daß dies den Gewinn schmälern dürfte.

Mehr Aufträge, Umsatz, Gewinn

Nach einem überraschend hohen Umsatz- und Gewinnanstieg im zweiten Quartal hat der Sportartikelhersteller Puma seine Rekordziele für das laufende Jahr bekräftigt. Vorstandschef Jochen Zeitz kündigte am Mittwoch zugleich eine große Produkt- und Marktoffensive an, die im kommenden Jahr starten und „Puma dauerhaft als eine der drei Top-Marken“ weltweit etablieren soll.

Zuwächse vor allem bei Schuhen und im amerikanischen Markt ließen den Quartalsumsatz um zwölf Prozent auf 395 Millionen steigen, der Gewinn legte um 13 Prozent auf 59 Millionen Euro zu. Damit wurden die Erwartungen der Analysten erneut klar übertroffen. Der Auftragsbestand kletterte um sieben Prozent. Für das laufende Jahr kündigte Puma ein Umsatzplus von „bis zu zehn Prozent“ und einen Gewinnzuwachs von 257 auf 264 bis 274 Millionen Euro an. Das wäre der fünfte Rekordgewinn in Folge.

Nach Zeitz' Plänen soll Puma „langfristig das begehrteste Sportlifestyle-Unternehmen werden“ und seinen Umsatz in den nächsten fünf Jahren auf 3,5 Milliarden Euro verdreifachen. Puma wolle seine Produktpalette auf neue Felder wie Golf oder Motorsport erweitern. Um neue Regionen zu erschließen, seien Joint Ventures mit mehrheitlicher Beteiligung mit Lizenznehmern in Japan, China und Taiwan sowie Tochtergesellschaften in Indien und Dubai geplant. Das Geschäft mit anderen Konzernmarken wie Tretorn soll gestärkt werden. Das Management rechne 2006 mit einem Umsatzwachstum von 20 bis 30 Prozent und zweistelligen Wachstumsraten in den folgenden Jahren. Weil ein Großteil der hohen Erträge reinvestiert werde, solle der Konzerngewinn im Jahr 2006 zunächst auf 210 bis 230 Millionen Euro zurückgehen. Danach aber seien zweistellige Gewinnsteigerungen zu erwarten.

Höhere Dividende angekündigt

Zeitz kündigte für dieses Jahr eine höhere Dividende an und will künftig 20 bis 25 Prozent vom Gewinn an die Aktionäre ausschütten. Außerdem werde der Konzern mehr eigene Aktien zurückkaufen und damit den Kurs stärken. Der Aktienkurs von Puma schnellte am Mittwochvormittag um 5,5 Prozent nach oben. Zum neuen Finanzchef wurde Dieter Bock ernannt. Er tritt die Nachfolge von Ulrich Heyd an, der in den Ruhestand geht.

Das Wachstum von Puma werde vor allem vom Schuh- und vom Amerika-Geschäft beflügelt, sagte Commerzbank-Analyst Gavin Finlayson. Während der Quartalsumsatz in Europa und Afrika nur leicht auf 240 Millionen Euro zulegte und in Asien lediglich auf 47 Millionen stieg, sprang der Umsatz in Amerika um 55 Prozent auf 108 Millionen Euro. Größtes und zugleich wachstumsstärkstes Geschäftssegment waren Schuhe mit einem Umsatzplus von rund 15 Prozent auf 676 Millionen Euro, gefolgt von Textilien und Accessoires.

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