02.05.2005 · Der Sportartikelhersteller Adidas überrascht nicht nur mit guten Quartalszahlen, sondern auch mit dem Verkauf seines Wintersport-Geschäfts: Salomon geht für 485 Millionen Euro an die finnische Firma Amer Sports.
Europas größter Sportartikelproduzent Adidas-Salomon trennt sich von seinem Wintersport-Geschäft. Die Sparte Salomon wird von der finnischen Amer Sports für voraussichtlich 485 Millionen Euro übernommen, wie das deutsche Traditionsunternehmen am Montag in Herzogenaurach mitteilte. Adidas hatte für Salomon 1997 umgerechnet 1,2 Milliarden Euro gezahlt. Im ersten Quartal 2005 steigerte Adidas sein Betriebsergebnis um 27 Prozent auf 179 Millionen Euro. Für dieses Jahr erwartet der weltweite Branchenzweite ein Umsatzwachstum im einstelligen Bereich. Die Börse honorierte den Verkauf von Salomon mit einem Kurssprung von knapp sieben Prozent.
„Wir haben entschieden, daß jetzt die Zeit gekommen ist, uns noch mehr auf unsere Kernkompetenz in den Bereichen Sportschuhe und Bekleidung sowie auf die wachsende Golfkategorie zu konzentrieren,“ begründete Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer die Trennung von Salomon. Der endgültige Kaufpreis werde noch festgesetzt. Dem Verkauf müssen die Kartellbehörden in der EU, den Vereinigten Staaten und anderen Ländern noch zustimmen. Bis Ende September soll Salomon endgültig in den Besitz von Amer übergewechselt sein.
Mit dem Verkauf von Salomon ziehen sich die Herzogenauracher aus dem schwächelnden Wintersport-Geschäft zurück, das sie erst vor acht Jahren erworben hatten. Salomon stand mit einem Umsatz von 653 Millionen im vergangenen Jahr für ungefähr ein Zehntel des Konzernumsatzes. Das Unternehmen mit Sitz im französischen Annecy mit etwa 2800 Mitarbeitern hatte 2001 einen Jahresüberschuß von 63 Millionen Euro erwirtschaftet, seitdem war das Ergebnis aber bis auf neun Millionen Euro im vergangenen Jahr abgerutscht.
Zu seinen Marken gehören neben Salomon (Wintersportausrüstung, Inline Skates, Wanderschuhe), Mavic (Fahrradkomponenten), Bonfire (Snowboard-Bekleidung) auch Arc'Teryx (Outdoor-Bekleidung) und Cliché (Skateboards, Schuhe, Bekleidung). Amer Sports zählt zu den führenden Anbietern von Sportausrüstung mit Marken wie Wilson (Schläger), Atomic (Wintersport) und Precor (Fitnessgeräte).
„Wir liegen 2005 gut im Rennen“
Seine Prognose für das Gesamtjahr 2005 präzisierte der Konzern: Das Wachstum des Gewinns werde voraussichtlich am oberen Ende der Spanne von zehn bis 15 Prozent liegen, teilte die Nummer zwei der Branche am Montag mit. „Wir liegen 2005 gut im Rennen“, sagte Adidas-Chef Herbert Hainer.
Im ersten Quartal legte der Nettogewinn um 46 Prozent auf 105 Millionen Euro zu. Damit übertraf Adidas die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt 95 Millionen Euro Überschuß prognostiziert hatten.
Nach dem neuen Bilanzstandard IFRS wäre der Überschuß von 77 auf 110 Millionen Euro gestiegen. Grundlage der Prognose sei aber die alte Rechnungslegung nach IAS, sagte eine Sprecherin. Der Umsatz wuchs den Angaben zufolge währungsbereinigt um elf Prozent auf 1,778 Milliarden Euro. Hier hatten die Analysten mit 1,7 Milliarden Euro gerechnet.
Analysten positiv überrascht
Analysten äußerten sich positiv zu dem Zahlenwerk. „Die Zahlen sind über meinen Erwartungen ausgefallen“, kommentierte LBBW-Analystin Barbara Ambrus den Geschäftsbericht zum ersten Quartal. Neben Umsatz und Ergebnis habe auch der Auftragseingang besser als erwartet abgeschnitten, ergänzte sie.
Heimatmarkt macht Sorgen
Analysten sind skeptisch, ob der Boom in der Sportartikelbranche noch lange anhalten wird. Im laufenden Jahr gibt es keine sportlichen Großereignisse wie Olympische Spiele und Fußballmeisterschaften, die den Verkauf ankurbeln könnten. Allerdings setzt Adidas für die zweite Jahreshälfte auf erste Impulse der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.
Doch gerade der Heimatmarkt macht den Unternehmen und den Analysten wegen der anhaltenden Kaufzurückhaltung Sorgen. In der vergangenen Woche hatte der zweitgrößte deutsche Hersteller Puma über rückläufige Aufträge in Europa berichtet.
Mehr Aufträge aus Asien
In Europa gingen die Auftragsbestände von Adidas zum Quartal um ein Prozent zurück. „Diese Entwicklung spiegelt einen schwierigen Vorjahresvergleich aufgrund der Fußballeuropameisterschaft wider, die im zweiten Quartal 2004 für besonders starke Umsätze im Adidas-Fußballgeschäft sorgte“, hieß es.
Im Konzern lagen die Auftragsbestände sechs Prozent über dem Vorjahr. Dabei legten sie in Nordamerika um drei und in Asien um 26 Prozent zu.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,29 $ | −0,52% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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