09.05.2006 · Das weltweite WM-Fieber macht sich bei Adidas bezahlt. Dank guter Geschäfte mit Fußballprodukten hat die Nummer zwei der Sportartikelhersteller zum Jahresauftakt Gewinn und Umsatz gesteigert. Reebok macht sich besser als erwartet, aber noch nicht wirklich gut.
Das weltweite WM-Fieber macht sich bei Adidas bereits bestens bezahlt. Vor allem dank guter Geschäfte mit Fußballprodukten hat die Nummer zwei der Sportartikelhersteller zum Jahresauftakt Gewinn und Umsatz deutlich gesteigert.
Unter dem Strich sei im ersten Quartal ein Nettogewinn von 144 Millionen Euro geblieben und damit 37 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte Adidas am Dienstag mit. Der Herzogenauracher Konzern übertraf die Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit 129 Millionen Euro gerechnet hatten.
Reebok noch nicht ohne Probleme
Zum Umsatzanstieg von 47 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro trug neben dem Fußball-Geschäft auch die erstmalige Einbeziehung der amerikanischen Firma Reebok in die Bilanz bei. Die 3,2 Milliarden Euro teure Übernahme hat Adidas im Januar abgeschlossen, seit Februar wird Reebok nun voll konsolidiert.
„Wir haben bei der erfolgreichen Integration von Reebok innerhalb der Adidas-Gruppe wichtige Fortschritte gemacht, und wir sind für die Fußball-Weltmeisterschaft gut aufgestellt“, sagte Adidas-Chef Herbert Hainer. Dennoch hat der Konzern noch viel Arbeit vor sich, um die Marke Reebok wieder auf Vordermann zu bringen. Zwar habe sich Reebok deutlich besser entwickelt als es die Auftragsbestände erwarten ließen. Für die Monate Februar bis Dezember 2006 rechnet Adidas für Reebol aber weiterhin mit einem Umsatzrückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich. Zum Ende des ersten Quartals lagen die Auftragsbestände der Marke Reebok währungsbereinigt 14 Prozent unter Vorjahr.
Fußball-Fans füllen Adidas die Kassen
Bei der Marke Adidas stieg der Auftragsbestand beflügelt durch die Fußball-WM, zu deren Hauptsponsoren Adidas gehört, dagegen um zwölf Prozent. Im Gesamtjahr 2006 rechnet die weltweit zweitgrößte Sportartikelfirma nach Nike mit einem prozentual zweistelligen Ergebnis- und Umsatzanstieg. Auf das Nettoergebnis der Gruppe werde auch Reebok eine positive Auswirkung haben, hieß es.
Angesichts der bisherigen Geschäftsentwicklung sei Adidas zuversichtlich, die “ehrgeizigen“ Ziele in diesem Jahr und darüber hinaus zu erreichen. Bei Analysten und Händlern kam der Zwischenbericht gut an. “Die Zahlen waren alle gut“, sagte Analystin Barbara Ambrus von der Landesbank Baden-Württemberg. “Die Umsatzentwicklung bei Reebok sieht besser aus als noch Anfang des Jahres zu erwarten war.“
1,2 Milliarden Erlös nur mit Fußball
Positive Aussagen von Hainer zum Fußballgeschäft hatte die Adidas-Aktie bereits vor Veröffentlichung der Zahlen beflügelt. “Wir werden dieses Jahr über 1,2 Milliarden Euro nur mit Fußball-Produkten erlösen“, präzisierte Hainer in einem Fernsehinterview nun die Erwartungen. Bislang hatte er lediglich gesagt, die angepeilte Umsatzmilliarde deutlich zu übertreffen.
Mit einem Plus von mehr als zwei Prozent auf gut 170 Euro gehörte das Adidas-Papier auch am Dienstag zu den größten Gewinnern im Deutschen Aktienindex. Um noch mehr Privatanleger anzulocken und das Papier optisch billiger zu machen, soll die Hauptversammlung am Donnerstag nun einem Aktiensplit zustimmen. Die Aktionäre erhalten dann vier Aktien für je einen bisherigen Anteilsschein.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,29 $ | −0,52% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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