http://www.faz.net/-gqe-8yjrn

Spektakulärer Verkaufsturm : Der Auto-Mat von Singapur

  • Aktualisiert am

In dem 15-stöckigen neuen Autohaus ABM in Singapur werden Luxuswagen verschiedener Marken angeboten. Bild: Handout/ABM Autobahn Motors/dpa

Platznot macht erfinderisch: Ein Autohändler in Singapur hat einen gigantischen Verkaufsturm für Nobelwagen bauen lassen. Die Technik funktioniert anders, als man zunächst denkt.

          Der asiatische Stadtstaat Singapur ist um eine Attraktion reicher: In einer Straße namens Jalan Kilang, Hausnummer 20, ragt ein 15-stöckiger Autoturm mit Nobelkarossen in den Himmel. Die Schaufenster reichen bis hinauf in 45 Meter Höhe. Ausgestellt werden britische Edelklasse-Autos wie Rolls Royce, Bentley oder Aston Martin, deutsche Luxusmodelle von Porsche, Mercedes und BMW, italienische Sportwagen-Klassiker wie ein Ferrari 512M, ein Lamborghini Aventador und ein Maserati Quattroporte. Teurer geht es kaum.

          Der Autoturm sieht aus wie ein viel zu groß geratener Süßigkeiten-Automat. Das Wunschauto lässt sich im Erdgeschoss mit einem Fingertipp auf ein Display bestellen. Darauf setzt sich in der Mitte des Autohauses eine Art Fahrstuhl in Bewegung. Eine Plattform fährt auf die richtige Etage und fährt Schienen unter das gewünschte Auto. Das Auto wird dann leicht angehoben, in die Mitte geschoben und wieder nach unten gefahren. Der Vorgang dauert ungefähr zwei Minuten. Die Wartezeit kann der Kunde in einem teuren Ledersofa damit verbringen, sich das eigens gedrehte Video über sein Auto anzusehen.

          In der Mitte des Autohauses ist eine Art Fahrstuhl untergebracht. Eine Plattform fährt auf die richtige Etage und fährt Schienen unter das gewünschte Auto. Das Auto wird dann leicht angehoben, in die Mitte geschoben und wieder nach unten gefahren. Bilderstrecke
          In der Mitte des Autohauses ist eine Art Fahrstuhl untergebracht. Eine Plattform fährt auf die richtige Etage und fährt Schienen unter das gewünschte Auto. Das Auto wird dann leicht angehoben, in die Mitte geschoben und wieder nach unten gefahren. :

          Angeblich hatte Unternehmenschef Gary Hong die Idee dazu, als er mit seinem kleinen Sohn im Spielzeugladen war. Die Umsetzung kostete drei Millionen Singapur-Dollar (etwa 1,9 Millionen Euro).  Der 45 Jahre alte Hong leitet das Autohaus ABM (ausgeschrieben: Autobahn Motors) zusammen mit drei Brüdern. Der Familienbetrieb hat sich seit 25 Jahren auf den Verkauf von gebrauchten Luxuswagen spezialisiert. In den ersten Monaten hat ABM nach eigenen Angaben bereits 30 Autos verkauft. Teuerster Wagen war ein Rolls Royce Phantom Drophead Coupé, der für 900.000 Singapur-Dollar (etwa 580 000 Euro) den Besitzer wechselte. Das Interesse an deutschen Autos sei besonders groß, berichtet Hong. „Die haben bei uns in Singapur einen ausgezeichneten Ruf, weil sie extrem zuverlässig sind.“

          Kunde Perry Sim zahlte für einen Nissan G-TR, ein Sportwagen-Coupé, umgerechnet etwa 130.000 Euro. „Als das Auto mit dem Lift nach unten kam, war das ein wunderbares Erlebnis. Ich habe gekauft, ohne eine einzige Testfahrt zu machen. Das war eine richtige Wow-Erfahrung!“, sagt der 39-Jährige.

          Automatisierte Autohäuser gibt es auch schon in den Vereinigten Staaten und in Japan, allerdings in kleinerem Maßstab. In Deutschland hat VW in seiner Wolfsburger „Autostadt“ zwei Autotürme gebaut, wo man sich seinen Neuwagen abholen kann. Bei der Daimler-Marke Smart gehören in die Höhe gebaute Showrooms auch seit einigen Jahren zum Konzept – allerdings ohne Direktverkauf und mit einigen Etagen weniger.

          Hong hält sein System jedenfalls für einzigartig. Mit viel Stolz spricht er von der „größten Auto-Verkaufsmaschine der Welt“. Auf jeden Fall hat die Idee aus Singapur auch schon Interessenten aus dem Ausland angelockt. Mehrere andere Händler erkundigten sich danach – aber auch einige Leute aus Städten mit ähnlichen Platzproblemen, die die Technik für Parkhäuser nutzen wollen.

          Quelle: schä./dpa

          Weitere Themen

          Flughafen erzwingt Zwischenstopp Video-Seite öffnen

          Air Berlin : Flughafen erzwingt Zwischenstopp

          Eine Maschine der insolventen Fluglinie musste auf dem isländischen Flughafen Keflavik am Boden bleiben. Die Flughafengesellschaft teilte mit, Air Berlin habe Flughafengebühren nicht bezahlt.

          Topmeldungen

          Bringen die SPD wieder voran? Martin Schulz (vorne), Stephan Weil und Thorsten Schäfer-Gümbel.

          SPD : Der wahre Sieger der Bundestagswahl

          So ein bisschen freuen sich die Sozialdemokraten über das katastrophale Ergebnis der Bundestagswahl. Endlich sind sie die Union los. In der Opposition soll alles besser werden.

          Weinstein und die Folgen : Man sagte mir, keiner würde mir glauben

          Warum schweigen Frauen, wenn sie sexuell belästigt wurden? Sie täten es nicht, wenn sie daran glauben würden, dass es einen anderen Weg gäbe, den Launen der Männer ohne Beschädigung zu entgehen. Ein Gastbeitrag.
          Christine Hohmann-Dennhardt, ehemals Daimler und VW.

          Absprachen-Verdacht : Die doppelte Kronzeugin im Autokartell

          Hinter den Selbstanzeigen von Daimler und VW steckt offenbar ein und dieselbe Person: Christine Hohmann-Dennhardt war an beiden Tatorten. Der Gelackmeierte im Spiel ist BMW.
          Im Alter jeden Cent umdrehen zu müssen - das befürchten viele Arbeitnehmer.

          Sinkendes Rentenniveau : Vorsorgen kann jeder

          Mit der gesetzlichen Rente kommen Pensionäre nicht mehr weit. Jeder zweite Single in Deutschland sorgt sich, seinen Lebensstandard im Alter nicht halten zu können. Dabei ist das gar nicht so schwer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.