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Spanien Konzerne senken in der Schuldenkrise ihre Preise

 ·  Der Konsumgüterkonzern Unilever stellt sich auf eine neue Armut in Europa ein und will in Ländern wie Griechenland oder Spanien künftig kleinere und billigere Packungen anbieten. Große spanische Unternehmen haben ihre Strategie längst angepasst.

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In der Schuldenkrise setzt der britisch-niederländische Konsumgüterkonzern Unilever Ländern wie Griechenland und Spanien vermehrt auf günstige Produkte und kleine Packungsgrößen. Mit dem Strategiewechsel beschreitet Unilever einen Weg, den große Unternehmen in Spanien längst eingeschlagen haben.

So hat Europas umsatzstärkste Warenhauskette El Corte Inglés, bereits im Juni bekannt gegeben, bei rund 5000 Produkten die Preise um 20 Prozent zu senken. Zu Corte Inglés gehören sowohl in das Warenhaus integrierte Supermarktabteilungen als auch Supercor- und Hipercormärkte. Die Preissenkungen umfassen neben Lebensmitteln auch Drogerie- und Parfümartikel und sollten nach Angaben des Unternehmens einen grundlegenden täglichen Warenkorb widerspiegeln. Der Warenhauskonzern El Corte Inglés, der in Europa lediglich auf der iberischen Halbinsel vertreten ist, wird in Spanien eher als hochpreisig wahrgenommen und gerät zunehmend unter Druck durch Niedrigpreisketten wie Mercadona und Día.

Auch im Textilsektor haben spanische Konzerne ihre Strategie angepasst. Mit Verweis auf die „neue wirtschaftliche Situation“ hat die in mehr als 100 Ländern tätige Modekette Mango schon im März ihre Preise in Spanien um 20 Prozent gesenkt. Der Modekonzern, der im vergangenen Jahr rund 1,4 Milliarden Euro erwirtschaftete, konzentriert sich in diesem Jahr bei der Neueröffnung seiner Filialen vorwiegend auf China und Russland.

Nach Daten des spanischen Statistikamts ist der Umsatz im Einzelhandel weiter zurückgegangen und lag im Juni 4,3 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.


„Die Armut kehrt nach Europa zurück“, sagte der Unilever-Europa-Chef Jan Zijderveld der „Financial Times Deutschland“. „Wenn ein Spanier nur noch durchschnittlich 17 Euro pro Einkauf ausgibt, dann kann ich ihm kein Waschmittel für die Hälfte seines Budgets verkaufen.“ Deshalb wolle Unilever nun Verkaufsstrategien aus dem Asien-Geschäft anwenden. „In Indonesien verkaufen wir Einzelpackungen Shampoo für zwei bis drei Cent und verdienen trotzdem ordentliches Geld.“

Inzwischen verkauft Unilever in Spanien sein Waschmittel Surf in Packungen, die für nur fünf Waschgänge reichen. In Griechenland bietet der Konzern Kartoffelpüree und Mayonnaise in Kleinpackungen an, während Basisprodukte wie Tee oder Olivenöl unter einer griechischen Preiseinstiegsmarke verkauft werden. Auch in Großbritannien hat der Konzern, der für Marken wie etwa Knorr oder Langnese bekannt ist, die Strategie übernommen.

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