11.09.2009 · Lange hat Facebook dem deutschen Netzwerk Studi VZ vorgeworfen, seine Internetseite kopiert zu haben. Nun haben die beiden ihren Streit beigelegt. Studi VZ darf seine Seite unverändert weiterbetreiben - muss aber für die Einigung zahlen. Facebook hat vorerst gewonnen.
Von Holger SchmidtFacebook hat gewonnen. Zumindest moralisch, denn Studi VZ zahlt - deutlich mehr als einen symbolischen Betrag - für die Einstellung des Gerichtsverfahrens um die Plagiatsvorwürfe. Nun findet der Wettbewerb wieder auf dem Markt statt, und dort ist für Facebook viel wichtiger, dass das Netzwerk nach einem langsamen Start in Deutschland jetzt Fahrt aufgenommen hat.
War 2007 das Jahr von Studi VZ, setzte 2008 das RTL-Netzwerk Wer-kennt-wen den Maßstab, und 2009 gehört eindeutig Facebook, während von Myspace kaum noch jemand redet. Der Erfolg im hart umkämpften Markt der sozialen Netzwerke ist also flüchtig; die Erkenntnis, dass Größe und damit Netzwerkeffekte die Nutzer dauerhaft binden, gilt nicht mehr.
Dennoch investieren alle Unternehmen weiter kräftig, denn es steht viel auf dem Spiel. Soziale Netzwerke sind die zentralen Aufenthaltsorte im Netz geworden. Vor allem junge Menschen verlagern wesentliche menschliche Tätigkeiten wie Information, Kommunikation, Spiel und Unterhaltung in ihre sozialen Netzwerke.
Auch wenn sich dort im Moment nur schwer Geld verdienen lässt, müssen vor allem die Medienkonzerne auf Dauer dort präsent sein.