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Sondergutachten Die Wirtschaftsweisen und die Krise

 ·  Der Sachverständigenrats hat der Bundesregierung ein Sondergutachten zur Eurokrise vorgelegt. Es ist ein Versuch, Wege aus der Krise zu zeigen.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (29)

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Eric Arnesen

...Maximalannahmen machen Angst - und über die Kosten des "weiter so" wird geschwiegen...

...jetzt wird wieder schwarz-weiß gemalt:
- entweder Schuldenunion
- oder Zerbrechen des EURO (und dann gleich auch der EU)
Es gibt genügend andere Optionen:
- nur GR verläßt den EURO (ggf. unter Druck => keine weiteren Target-Kredite)
- die praktisch insolventen Länder, die sich ohne externe Abwertung nicht aus dem Sumpf befreien können, verlassen den EURO
- Banken können pleite gehen (für den Kleinsparer findet man eine Lösung außerhalb der Pleitebank)
-...
...also bitte nach Lösungen suchen und nicht "weiter so" weil "alternativlos".
Anmerkungen:
Der Haftungspegel des ifo-Institus für Deutschland steht bei über 700 Mrd. €.
Wenn der ESM in der Banken-Erweiterung des Brüsseler Gipfels kommt, haben wir eine Haftung zwischen 4,5 und 9 Billionen € "übernommen".

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Thomas Heinzow

"ein „Teufelskreis“ aus Staatsschuldenkrise, Bankenkrise und makroökonomischer Krise"

So ist es.

Allerdings stellt sich die Frage, warum die "die renommierten Ökonomen" das nicht bereits bei der Einführung der Währungsunion bemerkt haben, oder spätestens, als klar war, daß die Südländer die Maastricht-Kriterien nicht einhalten würden bzw. nicht einhielten.

Der einzige Weg aus der Krise sind Steuerhöhungen, denn weitere Schulden sind die Steuerhöhungen von morgen und übermorgen. Allerdings vermisse ich dazu Aussagen.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.07.2012 23:55 Uhr
Thomas Heinzow

Der SVR ist gemeint, nicht die anderen Ökonomen

Da müssen Sie etwas mißverstanden haben. Es geht mir um die sog. fünf "Weisen" und nicht die anderen Ökonomen, die berechtigt vor dem Euro gewarnt haben.

Die Politik hat sich bisher nie um die Warnungen von Ökonomen geschert. Schuldenmachen wird zwar mit Keynes begründet, aber der Abbau der Schulden bei Generierung von Überschüssen findet nicht statt. Mit Ausgabenkürzungen sind politisch verursachte strukturelle Haushaltsdefizite nicht behebbar. Der einzige Weg der Konsolidierung sind Steuererhöhungen und ein Verbot der Aufnahme von Krediten zur Finanzierung staatlichen (politischen) Konsums. In Hamburg sei hier die extrem teure und völlig überflüssige kreditfinanzierte Elbphilharmonie genannt.

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Hans Hausberger

Die Ökonomen haben das durchaus bemerkt

Vor einer möglichen Euro-Krise haben Wirtschaftswissenschaftler bereits sehr früh gewarnt. Und es stand eine Mehrheit der Ökonomen, sowohl deutsche als auch ausländische, der Währungsunion von Anbeginn äußerst skeptisch gegenüber.

Ich zitiere mal aus einer sicher unverdächtigen Quelle, aus "Das Parlament":

"Vor dieser Gefahr hatte schon im Juni 1992, kurz nach dem Maastricht-Beschluss, eine Gruppe angesehener Ökonomen in einem Aufruf gewarnt. "Die EG-Währungsunion führt zur Zerreißprobe", lautete die Überschrift. Unterzeichnet hatten 60 Wirtschaftsprofessoren sowie der frühere Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller (SPD). "Eine funktionsfähige Wirtschafts- und Währungsunion erfordert als Vorbedingung eine dauerhafte - über mehrere Jahre hinweg nachgewiesene - Angleichung der relevanten Wirtschaftsstrukturen", mahnten sie. Das sei nicht der Fall.

Kurz vor dem Euro-Start 1998 warnten noch einmal 155 Wirtschaftsprofessoren in einer FAZ-Anzeige: "Der Euro kommt zu früh."

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Eckart Dr. Viehweger
Eckart Dr. Viehweger (tafs) - 08.07.2012 08:44 Uhr

Ich hab da mal ein paar Fragen

Was ist die EU für eine Gemeinschaft, wenn jeder in Deutschland einkaufen kann ohne zu zahlen? Wie finanzieren wir unsere Produktion und zahlen die Löhne, wenn nichts hereinkommt? Mit neu gedrucktem Geld = Schulden? Warum exprtieren wir dann überhaupt? Muss man Ökonomie-Professor sein, um zu sehen, dass es so nicht geht, oder reicht auch Politiker? Können wir nicht einen Rettungsschirm für unsere berechtigten Forderungen aufstellen und nicht immer nur für die Schuldner? Warum müssen wir beim Zerfall des € die ca 3 Bio abschreiben? D hat doch auch 91 Jahre Reparationen gezahlt in Goldmark, Reichsmark, D-Mark und €. Die gesicherte Rückzahlung der Auslandsforderungen sollte Grundvoraussetzung für jede weitere "Solidarität" sein.

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Walter Naggl
Walter Naggl (juhui) - 08.07.2012 08:37 Uhr

gar nicht weise

Gar nicht weise

ist das, was die „Fünf Weisen“ da wieder aufwärmen. 2.8 Billionen deutsches Auslandsvermögen sei ihrer Meinung nach in Gefahr. Dazu zählen sie das Fondsvermögen in Luxemburg (allein 585 Mrd. Euro), Auslandsforderungen gegen Finnland, Österreich, die Niederlande. Wieso ist das in Gefahr? Panikmache.

Sie glauben, ein gemeinsamer Schuldentilgungsfonds könne vorübergehender Natur sein. Im Jahr 1842 wurde in Großbritannien die Einführung der Einkommensteuer als vorübergehende Maßnahme präsentiert.

Woher weiß man, daß ein Schuldentilgungsfonds mit bis zu 2.6 Billionen Euro am Ende nicht Zinsen so hoch wie Spanien jetzt zahlen muß?

Kann es nicht sein, daß Länder aus dem Euro und dem Fonds ausscheiden, nachdem sie ihre Schulden abgeladen haben?

Der Vorschlag geht am Kern des Problems vorbei. Die Nöte Spaniens am Kapitalmarkt kommen nicht von der Höhe seiner Staatsverschuldung, sondern von der fehlenden Möglichkeit über Abwertung Wachstum und Steuereinnahmen zu g

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Gerhard Dünnhaupt

Gefahr der Merkelschen Verschleppungstaktik

Merkel sucht durch kleine Schritte einen unkontrollierten Zusammenbruch zu vermeiden. In Wirklichkeit erhöht gerade ihr Zögern die Gefahr eines unvorhergesehenen Ereignisses, das den unkontrollierten Zusammenbruch auslösen kann.

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George Rauscher

Ein gutes Gutachten,

alle Achtung. Auf seine Art durchdacht, gut formuliert. Es krankt nur an einem Punkt, nämlich daß es auf der "Scheitert der Euro, scheitert Europa" Doktrin aufbaut. Die Aternative, ein kontrolliertes Auflösen der Währungsunion, ganz oder teilweise, wird nicht einmal angedacht. In diesem Bereicht ist dann alles nur fatal und teuer (als sei es das nicht auch jetzt).

Liebe Weise:

"Der Mensch verliert das Gleichgewicht seiner Stärke, die Kraft der Weisheit, wenn sein Geist für eine Sache zu einseitig und gewaltsam hingelenkt wird."

Johann Heinrich Pestalozzi

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Klaus Schmid
Klaus Schmid (Pinin) - 07.07.2012 21:00 Uhr

Radfahrer und Eurokraten - eine Analaogie

Da gibt es doch die schöne Geschichte vom Radfahrer der es eilig hat und sein Rad schnell schiebt - auf die Frage, warum er nicht aufsteigt und das Rad fährt sagt er, beim Aufsteigen würde er zuviel Zeit verlieren.

Die Analogie:
Die Euro-Phantasten sagen beim Ausstieg würden wir jetzt viel Geld verlieren, verschweigen und ignorieren aber dass beim Euro-Weitermachen noch VIEL MEHR Geld verloren wird.

Und übrigens:
Das Haupthindernis für eine objektive Euro-Analyse mit sachgerechter Schlußfolgerung ist das Ego der Beteiligten: Eine ganze Generation von Politikern und deren Claqueure müsste zugeben, dass sie Deutschlands und Europas Bürgern unermesslichen Schaden zugefügt haben, ihr Lebensziel und ihre Reputation wären vernichtet. Da müssen die Interessen der kleinen Deutschen natürlich hintenanstehen.

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Udo goldstein
Udo goldstein (goldi53) - 07.07.2012 19:22 Uhr

Das Gutachten komplett gelesen?

Die Mehrzahl der hier veröffentlichen Meinungen lässt nur den Schluss zu, dass sich offensichtlich kaum jemand mit dem 40 (!) seitigem Gutachten intensiv auseinandergesetzt hat, ansonsten sind für mich viele Kommentare nicht nachvollziehbar, da sie dem Kern der dort gemachten Aussagen elementar widersprechen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.07.2012 20:32 Uhr
Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 07.07.2012 20:32 Uhr

Seite 12 des Berichtes ist interessant

Punkt 18 listet all das auf, was wir fordern. Allerdings gefällt mir die Schlussfolgerung daraus nicht, ich wäre gegen einen Schuldentilgungspakt.

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Edda Kuhlmann

Stammtisch vs. Wissenschaft

Hatte nicht Herr Schaeuble den oeffentlichen Brief der 172 Oekonomen als "unverantwortlich und empörend", als der Verantwortung von Wissenschaftlern nicht gerecht werdende "Horrormeldungen", als "Stammtischgeschwaetz" bezeichnet? Wie ist denn dann dieses Sondergutachten zu verstehen, in dem saemtliche Auslandsforderungen gegen den Euroraum in den gleichen Topf und duestere Szenarien an die Wand geworfen wurden? Und als Ergebnis dann, natuerlich, dass dieser „Teufelkreis“ nur durch weitere Haftungsuebernahmen gebrochen werden kann. Dass sich seit Jahren niemand an Vorgaben, Gesetze und Konditionen gehalten hat, wird geflissentlich uebersehen, das Risiko bewusst heruntergespielt. Was nicht in den Kram passt ist Stammtischgerede, was die eigene Position unterstuetzt, Wissenschaft. So einfach ist das.

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Karl-Heinz Drux
Karl-Heinz Drux (khd54) - 07.07.2012 18:11 Uhr

Gefälligkeitsgutachten für die Regierungspolitik

Man könnte das Gutachten so verstehen, dass hier so langsam der Weg bereitet werden soll für eine Vergemeinschaftung der Schulden im EURO Raum. Bezeichnend für das subjektive Gefälligkeitsgutachten ist allein die Tatsache, dass man sich erst gar nicht mit dem Alternativszenario eines Austritts aus der Währungsunion objektiv befasst, sondern einfach eine abschreckend hohe Ziffer von 2,8 Bio EUR an Forderungen gegenüber dem Ausland erwähnt ohne die Höhe der entsprechenden Verbindlichkeiten zu nennen, die dann die gegenteilige Wirkung haben.
Die genannten Forderungen bleiben auch im EURO mit dem gleichen Risiko bestehen. Der aktuell günstige EURO Wechselkurs entspricht objektiv nicht der aktuellen Wirtschaftsstärke der Bundesrepublik, da von den Problemstaaten beeinflusst.
Folgt man der naiven Annahme der Gutachter, dass alle in 25 Jahren ihre Schulden getilgt haben, würde die dann eintretende Aufwertung des EURO den deutschen Export ebenso beeinträchtigen, also ein Nullsummenspiel.

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Ralf Vormbaum

Wirtschaftsweisen in der Krise

Den Ausführungen der Ökonomen ist zumindest zu entnehmen, dass die "No bail out" Klausel wohl nie ernst gemeint war sondern lediglich als Beruhigungspille gegen ernste Zweifel an der langfristigen Stabilität des Euro diente. Einmal im Boot gab es kein Entrinnen mehr. Mir scheint dieses "Sondergutachten" weniger Auswege aus der Krise aufzuzeigen denn eine absolute Ratlosigkeit offenzulegen, die am Ende im Wunschdenken ihr Heil sucht. Wer glaubt denn ernsthaft an den Sparwillen einer EU, in der die absurdeste Misswirtschaft zum Markenzeichen geworden ist. Zudem, und das rückt das Gutachten ja in den Fokus, handelt es sich in erster Linie immer noch um eine Bankenkrise. Würde man endlich die sonst für andere zentrale Wirtschaftsbereiche geltenden Anti-Trust Regeln auch auf das Finanzgewerbe anwenden, so verschwände endlich dieser unsägliche Automatismus aus der "Systemrelevanz" einzelner Geldinstitute. Systemrelevante Unternehmen darf es nicht geben, das sind sonst schlicht Kartelle.

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Jürgen Wenz
Jürgen Wenz (satyrffm) - 07.07.2012 17:29 Uhr

Merkel

beauftragt nur Gutachten, deren Ergebnis sie schon kennt oder selber festlegt, wie es auszusehen hat.

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Günter K. Hesse
Günter K. Hesse (v6yz) - 07.07.2012 17:16 Uhr

Problem verfehlt

Nach nach mehr als zwei Jahren mit fortgesetztem offenen Rechts- und Regelbruch in der Eurozone ist die Ausarbeitung eines ausgeklügelten Planes zur Schuldentilgung, der darauf basiert, dass sich alle Teilnehmer strikt an die Regeln halten schlicht Realitätsverweigerung.

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Rolf-Dirk Maehler

Wenn das ein Gutachten der sogenannten "Wirtschaftsweisen" ist, kann ich nur sagen: wie rührend

Bei den gerade wieder erst in Brüssel erlebten Egoismen jedes einzelnen Euro-Mitgliedslandes und ohne jedes auch nur ansatzweise durchsetzbare Rechtes, läuft man auch einmal mehr weltfremden Illusionen nach. Das Einzige was Chancen auf eine "Gesundung" der Situation hat, ist ein Zurücksetzen auf Null und dann auf der Basis der gemachten Erfahrungen ein hoffentlich realistischerer Neuanfang. Aber eins sollte klar und deutlich sein: Auch dann kommt jeder für seine eigenen Schulden auf und jeder muß natürlich auch seine Anteile an den Gemeinschaftseinrichtungen tragen. Und Deutschland hätte damit schon genug zu schultern und keinesfalls noch Kapazität für die Lasten anderer. "No bail out" ist noch geltendes Recht. Mir persönlich ist ein schwieriger Neuanfang deutlich lieber als ein weiter so. Und alles andere sind Illusionen, weil die nationalen Politiker kaum durchsetzungsfähig sind. Geld ausgeben ist einfach, aber beim Sparen wird es schwierig.

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Wolfgang G. Runte

Wo ist die Weisheit der 5 Weisen?

Liebe weisheitlich Gesalbte,

lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!

Also weg mit dem Euro, ob kontrolliert oder unkontrolliert, aber weg damit. SUBITO!

Jeder von Ihnen sollte das magische Viereck kennen und damit die Aufgaben und Auswirkungen einer Währung und Wechselkursänderung. Diese Aufgabe kann niemand, aber auch wirklich niemand anderes übernehmen.

Denn die deutschen Arbeiter und Arbeitnehmer haben inzwischen bereits soviel auf Lohn und Gehalt verzichtet, daß es nicht mehr weiter nach unten gehen kann. Selbst die Politik beginnt es zu ahnen, indem sie den weiteren Niedergang unseres Wohlstandes mit Mindestlöhnen zur Gewährleistung eines Lebens aus Arbeit sicherstellen will! Was ein weitere Fehlschlag der Politik sein wird.

Nur: wer soll dann die Leistungen erwirtschaften, die zum volkswirtschaftlichen Transfer in die weniger produktiven Länder notwendig sind und sein werden? Es ist das Volk, nie unfähige Politiker!

mfg

ein unwissender Ungesalbter

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Siegfried Mattern

Sondergutachten = Regierungsinteresse

Zuerst einmal danke an die FAZ für die pdf-Version. Das S-Gutachten sollte man als Politikberatung verstehen und gerade deshalb ist es bedauerlich, dass folgende zentrale Aspekte aus einer wissenschaftlichen Perspektive nicht behandelt worden sind: a) Auf Basis welchen Europa-Konzeptes sollen die Vorschläge verstanden werden? b) Welche Argumente sprechen für den Verzicht des Paradigmas "Identität von Entscheidung und Verantwortung für die Folgen der Entscheidung? c) Welche Argumente sprechen für den Verzicht auf Alternativen und zwar mindestens die Wahl zwischen 3 Optionen? Unabhängig von diesem basalen Defizit sind die einzelnen Detailvorschläge mit Konditionen verknüpft, von denen man aus der jüngsten Vergangenheit weiß, dass eine Durchsetzung unrealistisch ist. Zusammenfassend gesehen wäre es glaubwürdig, den Mitbürgern klar zu sagen, dass ein signifikanter Teil des Wohlstandes kreditfinanziert ist oder plastisch formuliert, wir haben die Zukunft unserer Nachfahren konsumiert.

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Alba Maria
Alba Maria (albamar) - 07.07.2012 16:59 Uhr

So so die Wirtschaftsweisen

Man sollte beachten, dass den „Wirtschaftsweisen“ Leute wie Bofinger angehören, der ein unbedingter Befürworter von Eurobonds war und ist. Da diese in Deutschland nicht populär sind versucht man es eben mit einem Schuldentilgungsfond, von dem jedoch in erster Linie die hoch verschuldeten Länder wie Griechenland und Italien profitieren würde. Solide wirtschaftende Länder hätten damit die A…karte.

Auf der anderen Seite wird dann das Gespenst des unkontrollierten Auseinanderbrechen gezeichnet, aber zwischen Transferunion mit Schuldentilgungsfond und dem unkontrollierten Auseinanderbrechen gibt es ja noch gewisse Abstufungen. Beispielsweise könnte sich der Euroraum in einen Nord- und Südeuro aufspalten, aber solche Überlegungen werden von diesen Weisen wohl bewußt ignoriert, sonst könnte ja die Drohkulisse einen Knacks bekommen.

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Klaus Schmid
Klaus Schmid (Pinin) - 07.07.2012 15:56 Uhr

Den Euro-Raum nicht unkontrolliert, sondern kontrolliert auseinanderbrechen

„Für Deutschland wäre ein unkontrolliertes Auseinanderbrechen des Euro-Raums mit hohen Risiken verbunden“

Dann halt den Euro-Raum KONTROLLIERT auseianderbrechen!

ALLE wissen doch dass die Süd-Staaten und die Süd-Banken NIEMALS ihre Schulden zurückzahlen werden / können / wollen.

Wenn man daher von "Garantien geben" oder "Haftung übernehmen" redet heißt das in Realität, dass das Geld das Deutschland hier "im Feuer" hat in jedem Fall schon unwiederbringlich weg ist!

Die Drohung dass Deutschland beim Euro-Austritt viel Geld verlieren würde ist also Volksverdummung, denn das Geld um das es geht IST IN JEDEM FALL VERLOREN.
Es geht also nur darum schlechtem Geld nicht noch gutes Geld hinterher zu werfen.

Und nach dem früher oder später in jedem Fall kommenden crash werden die Süd-Staaten unter Führung Frankreichs fordern, sofort beim Neustart mit einer finalen Transferunion zu beginnen.

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Arthur Cichi
Arthur Cichi (ArCi) - 07.07.2012 15:53 Uhr

Der Begriff "Wirtschaftsweise" stört mich schon sehr

und das seitdem ich ihn zum erstenmal gehört habe. Der Begriff suggeriert, dass das was die "Weisen" voraussagen eintreten wird da sie die einzige Wahrheit in ihrer großartigen Weisheit erkannt haben. Das ist mitnichten so. Ihre Einschätzungen, Szenarien und Prognosen können mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit eintreten. Nicht mehr. Es mögen Fachleute, Experten oder besser Sachverständige sein, aber bestimmt keine "Weisen".

Wirtschaftliche Zusammenhänge und Abläufe sind dynamische nichtlineare Systeme, umgangssprachlich chaotische Systeme wie Klima und Wetter und unterliegen keiner starken Kausalität. Somit sind langfristige Vorhersagen unmöglich.

Was mich auch irritiert ist, dass nur die Ökonomie in ihrer Hybris "Weise" kennt. Wer hat schon jemals von "Naturwissenschaftsweisen", "Chemieweisen", "Literaturweisen", "Klimaweisen" in irgend einer Form gehört. Eine masslose Überschätzung dieser Wirtschaftsfachleute.

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Herbert Spencer

Mit VWL hat der Rat nichts mehr am Hut!

Schade, der früher geachtete Sachverständigenrat bietet beim Thema EURO keine volkswirtschaftlichen Analysen mehr, sondern plappert einfach die Slogans der Finanzindustrie nach. Wie dem Hedgefonds-Manager, der auf eine gute Quartalsbilanz hofft, damit die Kunden nicht weglaufen, schaut der SVR nur noch nach kurzatmigen Behelfslösungen, auf dass die Musik noch ein paar Monate spielt.

Vernünftige Abwägungen - etwa der Kosten einer Auflösung der Währungsunion gegen die Kosten jahrzehntelanger Schuldenknechtschaft Deutschlands - finden sich nicht ansatzweise. Statt dessen wird munter der Vergemeinschaftung von Schulden und der Subventionierung der Banker das Wort geredet.

Ich nehme den SVR nicht mehr ernst und werde seine Beiträge nicht mehr lesen.

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