06.07.2012 · Der Sachverständigenrats hat der Bundesregierung ein Sondergutachten zur Eurokrise vorgelegt. Es ist ein Versuch, Wege aus der Krise zu zeigen.
Richtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
...Maximalannahmen machen Angst - und über die Kosten des "weiter so" wird geschwiegen...
...jetzt wird wieder schwarz-weiß gemalt:
- entweder Schuldenunion
- oder Zerbrechen des EURO (und dann gleich auch der EU)
Es gibt genügend andere Optionen:
- nur GR verläßt den EURO (ggf. unter Druck => keine
weiteren Target-Kredite)
- die praktisch insolventen Länder, die sich ohne externe Abwertung
nicht aus dem Sumpf befreien können, verlassen den EURO
- Banken können pleite gehen (für den Kleinsparer findet man
eine Lösung außerhalb der Pleitebank)
-...
...also bitte nach Lösungen suchen und nicht "weiter so"
weil "alternativlos".
Anmerkungen:
Der Haftungspegel des ifo-Institus für Deutschland steht bei
über 700 Mrd. €.
Wenn der ESM in der Banken-Erweiterung des Brüsseler Gipfels kommt,
haben wir eine Haftung zwischen 4,5 und 9 Billionen € "übernommen".
"ein „Teufelskreis“ aus Staatsschuldenkrise, Bankenkrise und makroökonomischer Krise"
So ist es.
Allerdings stellt sich die Frage, warum die "die renommierten
Ökonomen" das nicht bereits bei der Einführung der
Währungsunion bemerkt haben, oder spätestens, als klar war,
daß die Südländer die Maastricht-Kriterien nicht
einhalten würden bzw. nicht einhielten.
Der einzige Weg aus der Krise sind Steuerhöhungen, denn weitere
Schulden sind die Steuerhöhungen von morgen und übermorgen.
Allerdings vermisse ich dazu Aussagen.
Der SVR ist gemeint, nicht die anderen Ökonomen
Da müssen Sie etwas mißverstanden haben. Es geht mir um die
sog. fünf "Weisen" und nicht die anderen Ökonomen,
die berechtigt vor dem Euro gewarnt haben.
Die Politik hat sich bisher nie um die Warnungen von Ökonomen
geschert. Schuldenmachen wird zwar mit Keynes begründet, aber der
Abbau der Schulden bei Generierung von Überschüssen findet
nicht statt. Mit Ausgabenkürzungen sind politisch verursachte
strukturelle Haushaltsdefizite nicht behebbar. Der einzige Weg der
Konsolidierung sind Steuererhöhungen und ein Verbot der Aufnahme
von Krediten zur Finanzierung staatlichen (politischen) Konsums. In
Hamburg sei hier die extrem teure und völlig überflüssige
kreditfinanzierte Elbphilharmonie genannt.
Die Ökonomen haben das durchaus bemerkt
Vor einer möglichen Euro-Krise haben Wirtschaftswissenschaftler
bereits sehr früh gewarnt. Und es stand eine Mehrheit der
Ökonomen, sowohl deutsche als auch ausländische, der
Währungsunion von Anbeginn äußerst skeptisch gegenüber.
Ich zitiere mal aus einer sicher unverdächtigen Quelle, aus
"Das Parlament":
"Vor dieser Gefahr hatte schon im Juni 1992, kurz nach dem
Maastricht-Beschluss, eine Gruppe angesehener Ökonomen in einem
Aufruf gewarnt. "Die EG-Währungsunion führt zur
Zerreißprobe", lautete die Überschrift. Unterzeichnet
hatten 60 Wirtschaftsprofessoren sowie der frühere
Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller (SPD). "Eine
funktionsfähige Wirtschafts- und Währungsunion erfordert als
Vorbedingung eine dauerhafte - über mehrere Jahre hinweg
nachgewiesene - Angleichung der relevanten Wirtschaftsstrukturen",
mahnten sie. Das sei nicht der Fall.
Kurz vor dem Euro-Start 1998 warnten noch einmal 155
Wirtschaftsprofessoren in einer FAZ-Anzeige: "Der Euro kommt zu früh."
Ich hab da mal ein paar Fragen
Was ist die EU für eine Gemeinschaft, wenn jeder in Deutschland einkaufen kann ohne zu zahlen? Wie finanzieren wir unsere Produktion und zahlen die Löhne, wenn nichts hereinkommt? Mit neu gedrucktem Geld = Schulden? Warum exprtieren wir dann überhaupt? Muss man Ökonomie-Professor sein, um zu sehen, dass es so nicht geht, oder reicht auch Politiker? Können wir nicht einen Rettungsschirm für unsere berechtigten Forderungen aufstellen und nicht immer nur für die Schuldner? Warum müssen wir beim Zerfall des € die ca 3 Bio abschreiben? D hat doch auch 91 Jahre Reparationen gezahlt in Goldmark, Reichsmark, D-Mark und €. Die gesicherte Rückzahlung der Auslandsforderungen sollte Grundvoraussetzung für jede weitere "Solidarität" sein.
Gar nicht weise
ist das, was die „Fünf Weisen“ da wieder
aufwärmen. 2.8 Billionen deutsches Auslandsvermögen sei ihrer
Meinung nach in Gefahr. Dazu zählen sie das Fondsvermögen in
Luxemburg (allein 585 Mrd. Euro), Auslandsforderungen gegen Finnland,
Österreich, die Niederlande. Wieso ist das in Gefahr? Panikmache.
Sie glauben, ein gemeinsamer Schuldentilgungsfonds könne
vorübergehender Natur sein. Im Jahr 1842 wurde in
Großbritannien die Einführung der Einkommensteuer als
vorübergehende Maßnahme präsentiert.
Woher weiß man, daß ein Schuldentilgungsfonds mit bis zu 2.6
Billionen Euro am Ende nicht Zinsen so hoch wie Spanien jetzt zahlen muß?
Kann es nicht sein, daß Länder aus dem Euro und dem Fonds
ausscheiden, nachdem sie ihre Schulden abgeladen haben?
Der Vorschlag geht am Kern des Problems vorbei. Die Nöte Spaniens
am Kapitalmarkt kommen nicht von der Höhe seiner
Staatsverschuldung, sondern von der fehlenden Möglichkeit über
Abwertung Wachstum und Steuereinnahmen zu g
Gefahr der Merkelschen Verschleppungstaktik
Merkel sucht durch kleine Schritte einen unkontrollierten Zusammenbruch zu vermeiden. In Wirklichkeit erhöht gerade ihr Zögern die Gefahr eines unvorhergesehenen Ereignisses, das den unkontrollierten Zusammenbruch auslösen kann.
alle Achtung. Auf seine Art durchdacht, gut formuliert. Es krankt nur an
einem Punkt, nämlich daß es auf der "Scheitert der Euro,
scheitert Europa" Doktrin aufbaut. Die Aternative, ein
kontrolliertes Auflösen der Währungsunion, ganz oder
teilweise, wird nicht einmal angedacht. In diesem Bereicht ist dann
alles nur fatal und teuer (als sei es das nicht auch jetzt).
Liebe Weise:
"Der Mensch verliert das Gleichgewicht seiner Stärke, die
Kraft der Weisheit, wenn sein Geist für eine Sache zu einseitig und
gewaltsam hingelenkt wird."
Johann Heinrich Pestalozzi
Radfahrer und Eurokraten - eine Analaogie
Da gibt es doch die schöne Geschichte vom Radfahrer der es eilig
hat und sein Rad schnell schiebt - auf die Frage, warum er nicht
aufsteigt und das Rad fährt sagt er, beim Aufsteigen würde er
zuviel Zeit verlieren.
Die Analogie:
Die Euro-Phantasten sagen beim Ausstieg würden wir jetzt viel Geld
verlieren, verschweigen und ignorieren aber dass beim Euro-Weitermachen
noch VIEL MEHR Geld verloren wird.
Und übrigens:
Das Haupthindernis für eine objektive Euro-Analyse mit
sachgerechter Schlußfolgerung ist das Ego der Beteiligten: Eine
ganze Generation von Politikern und deren Claqueure müsste zugeben,
dass sie Deutschlands und Europas Bürgern unermesslichen Schaden
zugefügt haben, ihr Lebensziel und ihre Reputation wären
vernichtet. Da müssen die Interessen der kleinen Deutschen
natürlich hintenanstehen.
Das Gutachten komplett gelesen?
Die Mehrzahl der hier veröffentlichen Meinungen lässt nur den Schluss zu, dass sich offensichtlich kaum jemand mit dem 40 (!) seitigem Gutachten intensiv auseinandergesetzt hat, ansonsten sind für mich viele Kommentare nicht nachvollziehbar, da sie dem Kern der dort gemachten Aussagen elementar widersprechen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.07.2012 20:32 UhrSeite 12 des Berichtes ist interessant
Punkt 18 listet all das auf, was wir fordern. Allerdings gefällt mir die Schlussfolgerung daraus nicht, ich wäre gegen einen Schuldentilgungspakt.
Hatte nicht Herr Schaeuble den oeffentlichen Brief der 172 Oekonomen als "unverantwortlich und empörend", als der Verantwortung von Wissenschaftlern nicht gerecht werdende "Horrormeldungen", als "Stammtischgeschwaetz" bezeichnet? Wie ist denn dann dieses Sondergutachten zu verstehen, in dem saemtliche Auslandsforderungen gegen den Euroraum in den gleichen Topf und duestere Szenarien an die Wand geworfen wurden? Und als Ergebnis dann, natuerlich, dass dieser „Teufelkreis“ nur durch weitere Haftungsuebernahmen gebrochen werden kann. Dass sich seit Jahren niemand an Vorgaben, Gesetze und Konditionen gehalten hat, wird geflissentlich uebersehen, das Risiko bewusst heruntergespielt. Was nicht in den Kram passt ist Stammtischgerede, was die eigene Position unterstuetzt, Wissenschaft. So einfach ist das.
Gefälligkeitsgutachten für die Regierungspolitik
Man könnte das Gutachten so verstehen, dass hier so langsam der Weg
bereitet werden soll für eine Vergemeinschaftung der Schulden im
EURO Raum. Bezeichnend für das subjektive
Gefälligkeitsgutachten ist allein die Tatsache, dass man sich erst
gar nicht mit dem Alternativszenario eines Austritts aus der
Währungsunion objektiv befasst, sondern einfach eine abschreckend
hohe Ziffer von 2,8 Bio EUR an Forderungen gegenüber dem Ausland
erwähnt ohne die Höhe der entsprechenden Verbindlichkeiten zu
nennen, die dann die gegenteilige Wirkung haben.
Die genannten Forderungen bleiben auch im EURO mit dem gleichen Risiko
bestehen. Der aktuell günstige EURO Wechselkurs entspricht
objektiv nicht der aktuellen Wirtschaftsstärke der Bundesrepublik,
da von den Problemstaaten beeinflusst.
Folgt man der naiven Annahme der Gutachter, dass alle in 25 Jahren ihre
Schulden getilgt haben, würde die dann eintretende Aufwertung des
EURO den deutschen Export ebenso beeinträchtigen, also ein Nullsummenspiel.
Wirtschaftsweisen in der Krise
Den Ausführungen der Ökonomen ist zumindest zu entnehmen, dass die "No bail out" Klausel wohl nie ernst gemeint war sondern lediglich als Beruhigungspille gegen ernste Zweifel an der langfristigen Stabilität des Euro diente. Einmal im Boot gab es kein Entrinnen mehr. Mir scheint dieses "Sondergutachten" weniger Auswege aus der Krise aufzuzeigen denn eine absolute Ratlosigkeit offenzulegen, die am Ende im Wunschdenken ihr Heil sucht. Wer glaubt denn ernsthaft an den Sparwillen einer EU, in der die absurdeste Misswirtschaft zum Markenzeichen geworden ist. Zudem, und das rückt das Gutachten ja in den Fokus, handelt es sich in erster Linie immer noch um eine Bankenkrise. Würde man endlich die sonst für andere zentrale Wirtschaftsbereiche geltenden Anti-Trust Regeln auch auf das Finanzgewerbe anwenden, so verschwände endlich dieser unsägliche Automatismus aus der "Systemrelevanz" einzelner Geldinstitute. Systemrelevante Unternehmen darf es nicht geben, das sind sonst schlicht Kartelle.
beauftragt nur Gutachten, deren Ergebnis sie schon kennt oder selber festlegt, wie es auszusehen hat.
Nach nach mehr als zwei Jahren mit fortgesetztem offenen Rechts- und Regelbruch in der Eurozone ist die Ausarbeitung eines ausgeklügelten Planes zur Schuldentilgung, der darauf basiert, dass sich alle Teilnehmer strikt an die Regeln halten schlicht Realitätsverweigerung.
Wenn das ein Gutachten der sogenannten "Wirtschaftsweisen" ist, kann ich nur sagen: wie rührend
Bei den gerade wieder erst in Brüssel erlebten Egoismen jedes einzelnen Euro-Mitgliedslandes und ohne jedes auch nur ansatzweise durchsetzbare Rechtes, läuft man auch einmal mehr weltfremden Illusionen nach. Das Einzige was Chancen auf eine "Gesundung" der Situation hat, ist ein Zurücksetzen auf Null und dann auf der Basis der gemachten Erfahrungen ein hoffentlich realistischerer Neuanfang. Aber eins sollte klar und deutlich sein: Auch dann kommt jeder für seine eigenen Schulden auf und jeder muß natürlich auch seine Anteile an den Gemeinschaftseinrichtungen tragen. Und Deutschland hätte damit schon genug zu schultern und keinesfalls noch Kapazität für die Lasten anderer. "No bail out" ist noch geltendes Recht. Mir persönlich ist ein schwieriger Neuanfang deutlich lieber als ein weiter so. Und alles andere sind Illusionen, weil die nationalen Politiker kaum durchsetzungsfähig sind. Geld ausgeben ist einfach, aber beim Sparen wird es schwierig.
Wo ist die Weisheit der 5 Weisen?
Liebe weisheitlich Gesalbte,
lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende!
Also weg mit dem Euro, ob kontrolliert oder unkontrolliert, aber weg
damit. SUBITO!
Jeder von Ihnen sollte das magische Viereck kennen und damit die
Aufgaben und Auswirkungen einer Währung und
Wechselkursänderung. Diese Aufgabe kann niemand, aber auch wirklich
niemand anderes übernehmen.
Denn die deutschen Arbeiter und Arbeitnehmer haben inzwischen bereits
soviel auf Lohn und Gehalt verzichtet, daß es nicht mehr weiter
nach unten gehen kann. Selbst die Politik beginnt es zu ahnen, indem sie
den weiteren Niedergang unseres Wohlstandes mit Mindestlöhnen zur
Gewährleistung eines Lebens aus Arbeit sicherstellen will! Was ein
weitere Fehlschlag der Politik sein wird.
Nur: wer soll dann die Leistungen erwirtschaften, die zum
volkswirtschaftlichen Transfer in die weniger produktiven Länder
notwendig sind und sein werden? Es ist das Volk, nie unfähige Politiker!
mfg
ein unwissender Ungesalbter
Sondergutachten = Regierungsinteresse
Zuerst einmal danke an die FAZ für die pdf-Version. Das S-Gutachten sollte man als Politikberatung verstehen und gerade deshalb ist es bedauerlich, dass folgende zentrale Aspekte aus einer wissenschaftlichen Perspektive nicht behandelt worden sind: a) Auf Basis welchen Europa-Konzeptes sollen die Vorschläge verstanden werden? b) Welche Argumente sprechen für den Verzicht des Paradigmas "Identität von Entscheidung und Verantwortung für die Folgen der Entscheidung? c) Welche Argumente sprechen für den Verzicht auf Alternativen und zwar mindestens die Wahl zwischen 3 Optionen? Unabhängig von diesem basalen Defizit sind die einzelnen Detailvorschläge mit Konditionen verknüpft, von denen man aus der jüngsten Vergangenheit weiß, dass eine Durchsetzung unrealistisch ist. Zusammenfassend gesehen wäre es glaubwürdig, den Mitbürgern klar zu sagen, dass ein signifikanter Teil des Wohlstandes kreditfinanziert ist oder plastisch formuliert, wir haben die Zukunft unserer Nachfahren konsumiert.
Man sollte beachten, dass den „Wirtschaftsweisen“ Leute wie
Bofinger angehören, der ein unbedingter Befürworter von
Eurobonds war und ist. Da diese in Deutschland nicht populär sind
versucht man es eben mit einem Schuldentilgungsfond, von dem jedoch in
erster Linie die hoch verschuldeten Länder wie Griechenland und
Italien profitieren würde. Solide wirtschaftende Länder
hätten damit die A…karte.
Auf der anderen Seite wird dann das Gespenst des unkontrollierten
Auseinanderbrechen gezeichnet, aber zwischen Transferunion mit
Schuldentilgungsfond und dem unkontrollierten Auseinanderbrechen gibt es
ja noch gewisse Abstufungen. Beispielsweise könnte sich der
Euroraum in einen Nord- und Südeuro aufspalten, aber solche
Überlegungen werden von diesen Weisen wohl bewußt ignoriert,
sonst könnte ja die Drohkulisse einen Knacks bekommen.
Den Euro-Raum nicht unkontrolliert, sondern kontrolliert auseinanderbrechen
„Für Deutschland wäre ein unkontrolliertes
Auseinanderbrechen des Euro-Raums mit hohen Risiken verbunden“
Dann halt den Euro-Raum KONTROLLIERT auseianderbrechen!
ALLE wissen doch dass die Süd-Staaten und die Süd-Banken
NIEMALS ihre Schulden zurückzahlen werden / können / wollen.
Wenn man daher von "Garantien geben" oder "Haftung
übernehmen" redet heißt das in Realität, dass das
Geld das Deutschland hier "im Feuer" hat in jedem Fall schon
unwiederbringlich weg ist!
Die Drohung dass Deutschland beim Euro-Austritt viel Geld verlieren
würde ist also Volksverdummung, denn das Geld um das es geht IST IN
JEDEM FALL VERLOREN.
Es geht also nur darum schlechtem Geld nicht noch gutes Geld hinterher
zu werfen.
Und nach dem früher oder später in jedem Fall kommenden crash
werden die Süd-Staaten unter Führung Frankreichs fordern,
sofort beim Neustart mit einer finalen Transferunion zu beginnen.
Der Begriff "Wirtschaftsweise" stört mich schon sehr
und das seitdem ich ihn zum erstenmal gehört habe. Der Begriff
suggeriert, dass das was die "Weisen" voraussagen eintreten
wird da sie die einzige Wahrheit in ihrer großartigen Weisheit
erkannt haben. Das ist mitnichten so. Ihre Einschätzungen,
Szenarien und Prognosen können mit einer bestimmten
Wahrscheinlichkeit eintreten. Nicht mehr. Es mögen Fachleute,
Experten oder besser Sachverständige sein, aber bestimmt keine "Weisen".
Wirtschaftliche Zusammenhänge und Abläufe sind dynamische
nichtlineare Systeme, umgangssprachlich chaotische Systeme wie Klima und
Wetter und unterliegen keiner starken Kausalität. Somit sind
langfristige Vorhersagen unmöglich.
Was mich auch irritiert ist, dass nur die Ökonomie in ihrer Hybris
"Weise" kennt. Wer hat schon jemals von
"Naturwissenschaftsweisen", "Chemieweisen",
"Literaturweisen", "Klimaweisen" in irgend einer
Form gehört. Eine masslose Überschätzung dieser Wirtschaftsfachleute.
Mit VWL hat der Rat nichts mehr am Hut!
Schade, der früher geachtete Sachverständigenrat bietet beim
Thema EURO keine volkswirtschaftlichen Analysen mehr, sondern plappert
einfach die Slogans der Finanzindustrie nach. Wie dem
Hedgefonds-Manager, der auf eine gute Quartalsbilanz hofft, damit die
Kunden nicht weglaufen, schaut der SVR nur noch nach kurzatmigen
Behelfslösungen, auf dass die Musik noch ein paar Monate spielt.
Vernünftige Abwägungen - etwa der Kosten einer Auflösung
der Währungsunion gegen die Kosten jahrzehntelanger
Schuldenknechtschaft Deutschlands - finden sich nicht ansatzweise. Statt
dessen wird munter der Vergemeinschaftung von Schulden und der
Subventionierung der Banker das Wort geredet.
Ich nehme den SVR nicht mehr ernst und werde seine Beiträge nicht
mehr lesen.
Gentests machen Aussagen über das Risiko künftiger Krankheiten. Wollen Sie Ihr Risiko kennen?
Sollen Ein- und Zwei-Cent-Münzen abgeschafft werden?
| Name | Wert | Änderung | |
|---|---|---|---|
| F.A.Z.-Index | -- | -- | |
| Dax | -- | -- | |
| Dow Jones | -- | -- | |
| Euro in Dollar | -- | -- | |
| F.A.Z.-Anleih… | -- | -- | |
| Gold | -- | -- | |
| Rohöl Brent | -- | -- | |
| Bund Future | -- | -- | |
Soll die Selbstanzeige für Steuerhinterzieher abgeschafft werden?