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Solarworld : Sonnenfinsternis

Frank Asbeck Bild: Nedden, Kai

Solarworld-Chef Frank Asbeck hat noch Anfang der Woche versichert, es sei alles in Ordnung mit den Finanzen seines Unternehmens. Jetzt ist plötzlich von „Restrukturierungsbedarf“ die Rede. Im Klartext: Die Anleihegläubiger müssen wohl bluten.

          Solarworld-Chef Frank Asbeck hat eine bemerkenswerte Karriere hingelegt. Er ist Gründer, Vorstandsvorsitzender und Mehrheitseigner in einer Person. Er hat die bekannteste Solarmarke überhaupt entwickelt. Er hat Werbefiguren wie den Schauspieler Larry „J.R.“ Hagman und den Fußballer Lukas Podolski für sich arbeiten lassen. Auf seine Initiative hin haben die Amerikaner chinesischen Solarunternehmen heftige Zölle aufgebrummt.

          Wenn man einem Unternehmen zugetraut hätte, die aktuelle Branchenkrise zu meistern - es wäre Solarworld gewesen. Seit Freitag gibt es daran starke Zweifel. Solarworld kündigte in einer Pflichtmitteilung an, es gebe „Restrukturierungsbedarf“. Im Klartext dürfte das bedeuten: Die Anleihegläubiger müssen bluten, sie erwartet ein Schuldenschnitt.

          Das ist umso überraschender, als Asbeck noch Anfang der Woche versicherte, es sei doch alles in Ordnung mit seinen Finanzen. Selbst enge Vertraute zeigten sich von der aktuellen Entwicklung vor den Kopf gestoßen.

          In guten Zeiten ließ sich der schwergewichtige Jankerträger, Villen- und Sportwagen-Besitzer gerne als Sonnenkönig feiern. Heute weiß man: Hinter der Fassade sieht es finster aus.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

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