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Softwareprobleme 30 Millionen EC- und Kreditkarten fehlerhaft

05.01.2010 ·  Bei mehr als 30 Millionen EC- und Kreditkarten kann es derzeit zu Problemen beim Geld abheben oder Bezahlen kommen. Grund soll eine falsch programmierte Chip-Software sein. Verbraucherschutzministerin Aigner hat die Banken aufgefordert, den Kunden entstandene Kosten zu erstatten.

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Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner hat den Geldinstituten im Zusammenhang mit der Chip-Panne bei Millionen von EC- und Kreditkarten mangelnde Sorgfalt vorgeworfen und forderte sie auf, den Kunden entstandene Kosten zu erstatten. Dem „Tagesspiegel“ sagte Aigner: „Die Verantwortlichen müssen mehr Sorgfalt an den Tag legen, um die Sicherheit und Funktionsfähigkeit von Bank- und Kreditkarten zu gewährleisten“.

Banken trügen Verantwortung dafür, dass von ihnen ausgegebene Zahlungsmittel funktionierten. Kunden und Handel seien darauf angewiesen, dass der elektronische Zahlungsverkehr sicher und reibungslos läuft. Die Ministerin appellierte an die betroffenen Kreditinstitute, „unverzüglich dafür zu sorgen, dass Kredit- und Bankkarten wieder einwandfrei funktionieren oder ausgetauscht werden“. Schließlich zahlten die Verbraucher für diesen Service. „Wenn Kunden jetzt gezwungen sind, am Bankschalter Bargeld zu holen, dürfen dafür keine Gebühren berechnet werden“, verlangte Aigner.

30 Millionen Karten betroffen

Nach Angaben des Deutsche Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) sind rund 20 Millionen der insgesamt 45 Millionen Girokarten (EC-Karten), die von Sparkassen und Landesbanken ausgegeben wurden, betroffen. Darüber hinaus könnten 3,5 Millionen der insgesamt 8 Millionen ausgegebenen Kreditkarten Schwierigkeiten bei der Zahlung bereiten. Bei den Volks- und Raiffeisenbanken sind 4 Millionen EC-Karten nur noch beschränkt einsetzbar. Bei den privaten Banken sind 2,5 Millionen Zahlungskarten betroffen. Am Montag hatten Commerzbank/Dresdner Bank und die Postbank Schwierigkeiten mit den von ihnen ausgegebenen Karten eingeräumt.

Damit beläuft sich die Zahl der betroffenen EC- und Kreditkarten in Deutschland auf insgesamt 30 Millionen. Im Umlauf befinden sich 94 Millionen EC-Karten und 25 Millionen Kreditkarten. An der Analyse der Zahlungsprobleme arbeiten derzeit neben der Kreditwirtschaft auch die beiden großen Anbieter von Zahlungssystemen, Mastercard (Maestro) und Visa (V-Pay), sowie der Zahlungsabwickler Telecash. Ein genauer Überblick über das tatsächliche Ausmaß der Zahlungsschwierigkeiten steht bislang noch nicht fest.

Das eigentliche Problem ist nicht gelöst

Während das Abheben an Geldautomaten weitestgehend funktioniert, gibt es bei den an den Kassen des Einzelhandels eingesetzten Händlerterminals und vor allem im Ausland Störungen. Nach Angaben des DSGV kann es im Inland bei rund einem Drittel der Händlerterminals zu Einschränkungen kommen, während von den Schwierigkeiten weite Teile des Auslands betroffen sind. Laut DSGV liegt der Grund für die Akzeptanzprobleme in einer durch Lieferanten fehlerhaft programmierten Chipsoftware. Zahlungskarten, die mit einem Chip eines bestimmten Produktionstyps ausgestattet sind, können die neue Jahreszahl 2010 nicht korrekt verarbeiten.

Am Dienstag ließ sich beispielsweise mit einer Karte der Dresdner Bank wieder an einem Automaten der Postbank Geld abheben. Damit gelangen die Kunden - zumindest im Inland - zwar an Geld, das eigentliche Problem ist aber nicht gelöst. Denn die Banken haben offenbar kurzerhand die Erfassung des Sicherheitschips an den Kassenterminals und Bankautomaten abgeschaltet. Die Daten der Karten werden nun bis auf weiteres vom Magnetstreifen ausgelesen. Bislang hatte es geheißen, der Sicherheitschip auf den Karten sei für die Probleme verantwortlich. Das weist eine Sprecherin des Chipherstellers Infineon zurück. „Der Auslöser der Probleme liegt nicht in der Chiptechnologie, sondern in der Betriebssoftware“, sagte sie. Folglich sei kein Chiphersteller für die Schwierigkeiten verantwortlich. Die Software werde von den Kartenherstellern im Auftrag der Banken aufgespielt.

Von der Commerzbank heißt es, im Inland funktionierten die meisten Karten wieder. Über den Zustand im Ausland seien keine genauen Informationen bekannt, dort hänge die Funktionsfähigkeit von den eingesetzten Terminals ab. Ob die EC- und Kreditkarten ausgetauscht werden, sei noch nicht entschieden. Das werde noch geprüft. Den kostspieligen Austausch der Karten wollen Banken und Sparkassen vermeiden. Die Anstrengungen dürften deshalb zuerst einer neuen Konfiguration der Händlerterminals und Geldautomaten gelten.

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