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Software SAP plant einen Quantensprung

09.05.2006 ·  Mit einer Verdopplung der Marktkapitalisierung will SAP in der Branchenliga zu IBM aufschließen und den wichtigsten Konkurrenten Oracle hinter sich lassen. Sollte das gelingen, winken den Führungskräften zusammen Prämien von 300 Millionen Euro.

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Der Softwarekonzern SAP will bis zum Jahr 2010 seinen Börsenwert, ausgehend vom Schlußkurs des Jahres 2005 von 144,60 Euro und damit einer Marktkapitalisierung von 44,8 Milliarden Euro, bis zum Jahr 2010 verdoppeln. Gestern notierte die Aktie um die 175 Euro, das entspricht einer Marktkapitalisierung von 55,3 Milliarden Euro. Mit einer Verdopplung der Marktkapitalisierung würde SAP in der Branchenliga zu IBM aufschließen und den wichtigsten Konkurrenten Oracle hinter sich lassen. Der Abstand zu Microsoft wäre allerdings noch gewaltig.

Sollte die Verdopplung der Marktkapitalisierung gelingen, winken den sieben Vorständen, zweiter Führungsebene und Leistungsträgern Prämien von zusammen 300 Millionen Euro, jeder Gruppe ein Drittel. Das kündigte SAP bei der Hauptversammlung an. Zum Vergleich: die Dividendensumme für das vergangene Geschäftsjahr lag bei 449 Millionen Euro. Aktionärsvertreter sprachen bei der Hauptversammlung von einem „Gewinn für alle“ und einem „sehr attraktiven und sehr überzeugenden Modell“. Kritik gab es vereinzelt am Basispreis und es wurde verlangt, in der Berechnung die Auswirkungen von Aktienrückkaufprogrammen zu eliminieren.

Prämien und Bonuspunkte

Im Rahmen des Anreizprogramms erhalten die Vorstandsmitglieder sogenannte Wertsteigerungsrechte. Sollte sich die durchschnittliche Marktkapitalisierung bis spätestens Ende 2010 verdoppeln, kann der Vorstand bis zum 100 Millionen Euro in bar kassieren. Die Auszahlung erfolgt aber nur dann, wenn sich die SAP-Aktie gleichzeitig auch besser als der Goldman Sachs Technology Index entwickelt, das ist der wichtigste Vergleichmaßstab in der Branche.

Ob das Ziel erreicht ist, legt der Personalausschuß des Aufsichtsrates fest. Geld fließt, in festgelegten Prozentsätzen der Steigerung des Börsenwertes, erst dann, wenn der Aktienkurs um mindestens 50 Prozent steigt und die Aktie sich gleichzeitig besser als der genannte Index entwickelt. Kurzfristige Marktbewegungen, die unabhängig von der Entwicklung der SAP-Geschäfte sind, fließen nicht in die Bewertung ein, Sondereffekte wie Akquisitionen auch nicht. Sollten die Ziele nicht erreicht werden, verfallen die Wertsteigerungsrechte. Die gleichen Kriterien gelten für zweite Ebene und Leistungsträger. Letztgenannte, das sind nach SAP-Lesart, Mitarbeiter, „die außergewöhnlich Leistungen erbracht haben“, werden über ein System von Bonuspunkten ausgewählt.

Überproportionaler Wachstum

„Wir haben bisher sehr ehrgeizige Ziele, heute bietet sich die einzigartige Chance, noch viel mehr für das Unternehmen erreichen“, sagte Aufsichtsratschef und Großaktionär Hasso Plattner, der sich als Urheber des Vergütungsmodells zu erkennen gab. Vorstandschef Henning Kagermann sprach bei der Hauptversammlung von der Möglichkeit, die nächste große Wachstumswelle von SAP anzustoßen. „Das Zeitfenster tut sich gerade auf“. SAP wachse in bestehenden Märkten überproportional und schaffe gleichzeitig neue Märkte. Bis 2010 sollen der adressierbare Markt und die Kundenbasis verdoppelt werden. Darüber hinaus sollen 50 Prozent des Softwarelizenzumsatzes durch neue Produkte, wie die Softwareplattform Netweaver, und bis zu 45 Prozent des Umsatzes mit Mittelstandskunden erzielt werden.

Quelle: mir., F.A.Z., 10. Mai 2006
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