23.01.2009 · Der Leiter des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung, Günther Merl, hat das Handtuch geworfen. Geeignete Nachfolger für den einzigen Bankmanager in der Soffin sind rar gesät. Es gibt kaum unbelastete Banker, die nicht selbst in Schrottpapiere investiert haben.
Von Holger SteltznerDie Rettung der Banken wird noch teurer, sie ist schwieriger als gedacht, und sie wird länger brauchen. Aus diesen Gründen hat der Leiter des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung, Günther Merl, aber nicht das Handtuch geworfen. Vielmehr ist aus seiner Sicht der Soffin genannte Fonds unzureichend ausgestattet und nicht richtig konstruiert. Natürlich prall(t)en dort Welten aufeinander. Als erfolgreicher Vorstandsvorsitzender der Landesbank Hessen-Thüringen war es Merl gewohnt, etwas bewegen zu können. Als Leiter des Sonderfonds sollte er Vorschläge für die Verwendung von 480 Milliarden Euro aus dem Rettungspaket der Regierung für die Banken machen, durfte aber noch nicht einmal Mitarbeiter einstellen. Wie eng und bürokratisch es bei der Rettung zugeht, offenbart ein Detail: Es gibt bei weitem mehr Kontrolleure als Mitarbeiter der Soffin.
In nur drei Monaten haben nun zwei von drei Mitgliedern den Fonds verlassen. Geeignete Nachfolger für den einzigen Bankmanager in der Soffin sind rar gesät. Es gibt kaum unbelastete Banker, die nicht selbst in Schrottpapiere investiert haben. Die beiden anderen Posten im Gremium werden nach Parteibuch vergeben, nicht nach Bankerfahrung. Die ist aber nötig, weil es um solche Dinge wie Unternehmensbewertung, Ertragsprognosen und Kaufverhandlungen geht.
Ein Teufelskreis ist in Gang gekommen
Natürlich darf nicht der Fonds, sondern muss die Regierung entscheiden, welcher Bank mit wie vielen Milliarden Euro geholfen wird. Sie trägt schließlich die Verantwortung. Doch die bisherigen Rettungseinsätze haben leider nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Mit Steuermilliarden stopfen die Banken ihre ärgsten Löcher, noch schneller wachsen aber die Verluste, während aus den Unternehmen die Klagen über die zunehmend restriktive Kreditvergabe lauter werden. Offenbar kann den Banken mit Geld allein nicht geholfen werden.
Man sollte die Bilanzierungsvorschriften und Aufsichtsregeln für Banken in den Blick nehmen. Es ist ein Teufelskreis in Gang gekommen: Notverkäufe von Wertpapieren drücken die Preise, das führt zu neuen Abschreibungsrunden, wodurch das Eigenkapital schrumpft, was neue Notverkäufe erzwingt. Diese Bewertungskrise muss die Regierung durchbrechen. Dann braucht sie auch nicht die schlechten Risiken leichtsinniger Banken zu übernehmen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2465 | −0,19% |
| Rohöl Brent Crude | 106,29 $ | −0,52% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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