28.01.2008 · Ein einzelner Händler hatte der Großbank Société Générale einen Verlust in Milliardenhöhe eingebrockt. Analysten schließen nicht aus, dass die Entwicklung bei dem Institut eine wichtige Rolle beim Ausverkauf an den Märkten zu Wochenbeginn gespielt haben könnte. Selbst die Fed soll von dem Betrugsfall erst viel später erfahren haben.
Die amerikanische Notenbank hat vor ihrer überraschenden Zinssenkung in dieser Woche einem Fed-Vertreter zufolge nichts von dem milliardenschweren Betrugsfall bei der französischen Großbank Société Générale gewusst.
Bei ihrer am Montagabend kurzfristig anberaumten Videokonferenz hätten die Notenbanker den Eindruck gehabt, dass die Turbulenzen an den Finanzmärkten auf Sorgen um die Wirtschaft zurückzuführen seien, sagte der Fed-Vertreter - der namentlich nicht genannt werden wollte - am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters.
Mit der Entscheidung im Reinen
Dabei habe man sich jedoch nicht ausschließlich auf den Kurssturz an den Märkten am Montag konzentriert. Erst recht seien die Notenbanker nicht davon ausgegangen, dass die Volatilität auf eine einzelne Institution zurückzuführen sei.
Der Fed-Vertreter fügte an, dass die Notenbank mit ihrer Entscheidung vom Dienstagmorgen für eine außerordentliche Zinssenkung um 75 Basispunkte auf nunmehr 3,5 Prozent nach wie vor im Reinen sei. Die nächste reguläre Sitzung der Fed steht in der kommenden Woche an.
Grund für den großen Ausverkauf
Société Générale hatte am Donnerstag einräumen müssen, dass ein einzelner Händler bei der Bank durch einen Betrug einen Verlust von 4,9 Milliarden Euro verursacht hatte. Der Angestellte hatte den Angaben zufolge Positionen aufgebaut, die weit über sein erlaubtes Limit hinausgingen und mit Futures auf europäische Aktienindizes gehandelt.
Einige Analysten schlossen nicht aus, dass die Entwicklung beim zweitgrößten französischen Geldhaus eine
wichtige Rolle beim Ausverkauf an den Märkten zu Wochenbeginn gespielt haben könnte.
Fragezeichen hinter der Strategie der Eigenständigkeit
Der Betrugsfall wird für die Großbank wohl nicht ohne Folgen bleiben. Der Verwaltungsrat will zwar zunächst an Bankchef Daniel Bouton und seinen Mitstreitern festhalten. Doch für wie lange?
Auch hinter der jahrelang gepflegten Strategie der Eigenständigkeit ohne Fusionen stehen jetzt Fragezeichen. Der Börsenwert ist in weniger als neun Monaten auf die Hälfte geschrumpft. Das Eigenkapital muss die Société Générale nun durch eine Kapitalerhöhung aufbessern, für die sie zwar schnelle, aber teure Bankgarantien erhalten hat. Das verlorene Vertrauen wird nicht so rasch zurückkommen, vor allem nicht, wenn es bei den alten Kontrollmechanismen bleibt.
Siehe auch zum Thema Betrug bei der SocGen:
Video: Börsenhändler beschert Großbank Milliardenverlust
Händler betrügt Großbank - 5 Milliarden Euro Schaden
Bild für Bild: Die größten Finanzdesaster
Der Tiefpunkt der Karriere des Daniel Bouton
Kreditkrise und Skandal lasten auf der Aktie der Société Générale
An den Börsen kann man erst wieder investieren ...
K. Peter Luecke (microplan2002)
- 24.01.2008, 19:53 Uhr
Nach meinen zuverlässigen Informationen direkt aus dem Generale- Vorstand
Anton Kettenruettler (kettenruettler)
- 24.01.2008, 22:47 Uhr
wer hatt´n das Geld jetzt...?
rene dustmann (reduma)
- 25.01.2008, 11:04 Uhr
Hybris
Dirk Sternberg (crescendo)
- 25.01.2008, 13:22 Uhr
Monsieur Kerviel, der Engel der Wall Street
Gerhard Dünnhaupt (dunnhaupt)
- 25.01.2008, 14:32 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
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| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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