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Smartphones Konkurrenz und Polygamie

 ·  Smartphones und Handcomputern wird Zukunft attestiert. Microsoft will auch diesen Softwaremarkt erobern.

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Microsoft will es wissen. Der unumstrittene Weltmarktführer für PC-Software hat den Markt für mobile Endgeräte im Auge. Im Rahmen der CeBIT konnte das Unternehmen aus Seattle nun Siemens als neuen Partner vorstellen. Der deutsche Elektronikkonzern wird Smartphones und so genannte Handflächencomputer PDA auf Basis der Microsoft-Software Stinger entwickeln.

Das Marktforschungsinstitut IDC rechnet damit, dass im Jahr 2004 rund 63 Millionen dieser Geräte verkauft werden. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 waren es gerade zwölf Millionen. PDA und Smartphones erlauben mobile Zusatzdienste, die man auch vom PC her kennt. Messaging, Internetzugang, E-mail, Intranetzugänge. Mit der auf GSM basierenden Übertragungstechnik GPRS wird der Datenverkehr schneller, mit UMTS erreicht man dann zumindest ISDN-Tempo. Die technologische Basis für die rund 1000 Mark teuren Geräte ist nun also gegeben.

Kampf der Betriebssysteme

Die Kunden haben aber noch die Qual der Wahl. Drei Betriebssysteme konkurrieren miteinander. Palms gleichnamiges Palm OS, EPOC von Symbian und eben Microsoft mit den Betriebssystemen Stinger und Pocket PC. Derzeit ist der Weltmarkt fest in Händen von Palm mit 70 Prozent Marktanteil, dahinter folgt Microsoft mit zehn und Symbian mit fünf Prozent. Für das Jahr 2003, so schätzt der US-Berater Gartner Group, würden Symbian auf 15 und Microsoft auf 20 Prozent zulegen - Palm hingegen auf 50 Prozent zurück fallen.

PDA-Markt noch in den Geburtswehen

Doch der Markt ist noch in den Geburtswehen - die nächsten Monate werden mit entscheidend sein, welcher Standard sich durchsetzt. EPOC von Symbian galt lange Zeit als das intelligenteste Betriebssystem mit den besten Marktchancen. Ersteres mag noch gelten, doch die schiere Marktpower von Microsoft ist nicht zu unterschätzen. Denn die Front gegen Microsoft bröckelt. Unausgesprochenes Hauptziel von Palm und Symbian war es, Microsoft bei Software für mobile Endgeräte den Markt streitig zu machen. Das gelang die ersten Jahre. Windows CE lief schlecht. Doch die Nachfolgerversionen Pocket PC und womöglich nun auch Stinger gelten als vielversprechend.

Hauptgrund: Das Gros der Kundschaft kennt Microsoft Office vom PC - ideal also, wenn man diese Applikationen auch auf mobilen Geräten hat. Das erspart Einarbeitungszeit mit anderen Systemen.

Polygame Handyhersteller

Die Unsicherheit ist derzeit spürbar. Die Softwareschmieden kämpfen um Verträge mit Handyherstellern. Und die geben sich alles andere als monogam. Nokia etwa, Haupteigner von Symbian, wird nun auch Palm-basierte Geräte herstellen. Siemens, die jetzt die Microsoft-Kooperation angekündigt haben, sitzen gleichzeitig auf einer Lizenzvereinbarung mit Symbian. Ericsson, ebenfalls als Eigner bei Symbian im Boot, kooperiert mit Microsoft bei der Entwicklung von mobilen Dienstleistungen, gleichzeitig kam mit dem R380 vor kurzem das erste Smartphone des Konzerns auf den Markt - Betriebssystem EPOC.

Palm und Symbian gemeinsam gegen Microsoft?

Im Herbst wird die Stinger-Software erstmals auf dem Markt sein. Die Handyhersteller Sendo und Samsung präsentieren dann ihre Smartphones auf Stinger-Basis. Analysten glauben, die Marktpower von Microsoft könne nur durch Kooperation der beiden anderen Anbieter beschränkt werden: „Symbian und Palm sollten kooperieren“, so Nigel Deighton, Analyst bei Gartner. „Sonst könnten beide als Nischenplayer enden!“

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