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Veröffentlicht: 09.10.2015, 09:50 Uhr

Fragestunde auf Reddit Kapitalismus macht Stephen Hawking Angst

Der Physiker stellt sich im Internet den Fragen der Nutzer, diskutiert mit ihnen über künstliche Intelligenz und bestätigt ganz nebenbei ein Klischee.

von
© dpa Stephen Hawking

Die Menschheit entwickelt sich zu langsam, sagte der Physiker Stephen Hawking im vergangenen Jahr. Er äußerte die Sorge, dass das Ende der menschlichen Rasse nahe, denn die künstliche Intelligenz gewinne immer mehr die Oberhand und könne die Welt irgendwann in der Zukunft übernehmen. In der Serie „Ask me anything“ der Kultseite Reddit stellt sich Stephen Hawking den Fragen der Nutzer - die meisten davon zu Chancen und Gefahren, die von künstlicher Intelligenz ausgehen. Die teilweise sehr wissenschaftliche Diskussion hat durchaus auch absurde Züge.

Anna Steiner Folgen:

Stephen Hawking hat eine neue Angst entdeckt: den Kapitalismus. Hawking warnt davor, dass mit der zunehmenden Automatisierung der Arbeit auch die ökonomische Ungleichheit in der Welt zunehmen könne. So seien die reichen Besitzer der produzierenden Roboter möglicherweise immer weniger bereit, ihren schnell wachsenden Wohlstand mit anderen zu teilen. Währenddessen würden die Armen immer ärmer, da ihnen durch die Roboter-Konkurrenz der Zutritt zum Arbeitsmarkt verwehrt bliebe.

„Das beste oder schlimmste, was je passiert ist“

Hawking skizziert zwei mögliche Szenarien: „Wenn Maschinen all das herstellen, was wir brauchen, wird das Ergebnis davon abhängen, wie diese Dinge verteilt sind“, schreibt er als Antwort auf eine Frage eines Nutzers nach technologisch bedingter Arbeitslosigkeit. „Jeder kann ein Leben voll luxuriösen Müßiggangs führen, wenn der von den Maschinen produzierte Wohlstand geteilt wird, oder aber die meisten Menschen könnten erbärmlich arm werden, wenn die Besitzer der Maschinen erfolgreich gegen eine Verteilung des Wohlstands vorgehen“, so der Physiker.

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Stephen Hawking kurbelt mit seinen Aussagen auf Reddit wieder einmal die Diskussion an, ob die technologische Entwicklung die Ungleichheit und die Schere zwischen Arm und Reich wachsen lässt. Der Physiker zeigt sich eher pessimistisch und rechnet dem zweiten Szenario, der zunehmenden Ungleichverteilung von Mitteln, die besseren Chancen zu.

Pk zur IROS 2015 © dpa Vergrößern Stephen Hawking fürchtet die künstliche Intelligenz - aber noch mehr den Kapitalismus.

Wann genau es so weit sein wird, dass die künstliche Intelligenz auf einem menschlichen Niveau angekommen ist, darüber wagt Hawking keine Prognose. Doch eines sei sicher: „Es wird entweder das beste oder schlimmste was der Menschheit je passiert ist.“ Mit einem anderen Nutzer diskutiert er, ob es überhaupt möglich sein wird, dass Roboter jemals ein menschliches Niveau erreichen werden: „Wir müssen der Versuchung widerstehen, künstliche Intelligenz zu vermenschlichen und anzunehmen, dass sie dieselben Ziele hat wie eine entwickelte Spezies.“ Es besteht demnach also noch Hoffnung, dass die Menschheit die Oberhand behalten wird.

Neben Fragen mit wissenschaftlichem Fokus wollen manche Nutzer auch Privates wissen. Fragen nach Lieblingslied („Have I told you lately“ von Rod Stewart) und Lieblingsfilm (“Jules et Jim“) mischen sich unter die Diskussion um künstliche Intelligenz. Auf die Frage eines Nutzers, was das Lustigste war, das Stephen Hawking in letzter Zeit online gesehen hatte, antwortete der Wissenschaftler ganz klischee-konform: „The Big Bang Theory.

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