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Skype-Erfinder : „Bald kauft der Roboter für Sie ein“

Ich glaube nicht an die Drohne als Paketlieferant. Da sind die Vorbehalte der Bürger viel zu hoch. Wer will schon Drohnen über seinem Garten hin und her fliegen haben? Was, wenn so eine schwer beladene Drohne mal runterkracht auf spielende Kinder? Nein, das mag niemand in seinem Wohnviertel erleben. Außerdem sind Drohnen technisch viel zu komplex. Unsere Lösung ist simpel und sicher.

Wer kauft Ihre Roboter?

In erster Linie Supermärkte. Die erhalten viel mehr als nur den Roboter, wir nehmen ihnen die gesamte Organisation ihrer Online-Bestellungen ab. Der Kunde zahlt nur einen Dollar pro Lieferung. Das kriegen Sie mit keinem LKW hin und erst recht mit keiner Drohne.

Ahti Heinla
Ahti Heinla : Bild: Starship

Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Über eine Centennial Challenge der Nasa. Die Weltraumbehörde der Amerikaner sucht Erfinder, die einen Roboter entwickeln, der auf dem Mars und anderen fernen Planeten selbständig Gesteinsproben einsammelt. An dieser Jahrhundertaufgabe haben wir uns beteiligt. Zum Spaß. Denn als Europäer hatten wir keinerlei Aussicht auf das Preisgeld in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar. Wir haben zwar leider für die Nasa keine Lösung gefunden, dafür aber hatten wir plötzlich eine Geschäftsidee für die Erde. Vor einem Jahr haben Janus Friis und ich in Tallin mit dem Programmieren begonnen.

Janus Friis war damals schon bei der Skype-Gründung dabei ...

Ja, wir sind Freunde seit dem Studium.

Sie leben in Estland, der Firmensitz ist in Tallinn. Warum starten die Roboter nicht dort?

Das geht dort nicht, dafür gibt es gar nicht das detaillierte digitale Kartenmaterial, auf das unsere Software zurückgreifen muss. Unser Fokus liegt auf den dichtbesiedelten, digital erfassten Märkten in Europa und Amerika.

Glauben Sie, der Erfolg von Skype lässt sich wiederholen? Dass ein paar Jungs aus Estland, Schweden und Dänemark mit Internet-Telefonie einen Welthit landeten, hat die Technik-Freaks im Silicon Valley ins Staunen versetzt.

In Estland ist alles möglich. Die Jugend dort hat ihre Chance erkannt, auch in einem kleinen Land etwas entwickeln zu können, das die Welt verändert. Da hatte Skype natürlich Vorbildfunktion.

Sie haben den Telefondienst, mit dem man gratis über das Internet telefonieren kann, 2003 gegründet und nach zwei Jahren für 2,6 Milliarden Dollar an Ebay verkauft. Danach hätten doch keiner von Ihnen je wieder arbeiten müssen.

Der Gedanke kam mir nie. Ich war da 32 Jahre alt und wusste gleich, dass ich immer wieder etwas Neues starten würde.

Kritiker sagen, der Deal hat nur die Gründer reich gemacht. Für Ebay hat sich das Ganze überhaupt nicht ausgezahlt.

Skype war etwas ganz Neues und wurde zu dem Zeitpunkt so hoch gehandelt, es gab auch andere Interessenten, die das Geld bezahlt hätten. Ob das zu viel war, darüber lässt sich im Nachhinein immer streiten.

Ebay hat Skype hinterher für viel weniger wieder abgestoßen.

Und 2011 hat Microsoft dann 8,5 Milliarden Dollar für Skype bezahlt.

Zwei Ihrer Mitgründer, Niklas Zennström und Janus Friis, sind damit zum zweiten Mal mit Skype reich geworden. Waren Sie bei dem Deal auch wieder dabei?

Nein, ich habe Skype 2008 verlassen. Das Produkt war damals aus Sicht eines Programmierers fertig. Ich wollte lieber wieder zu einem Start-up, wo Sie die Software Schritt für Schritt auf ein höheres Level führen können. Das macht mir Spaß. Aber warten Sie, ich muss kurz noch mal den Computer runterfahren ... . So, da bin ich wieder. Das Problem bei unserem Skype-Gespräch liegt an irgendeinem Software-Fehler. Ich hasse es, wenn Programmierer ihre Aufgabe nicht ernst nehmen. Da sind in den Programmen oft so viele Fehler eingebaut, da wird einem schlecht, wenn Sie das sehen.

Wie sind Sie zum Programmieren gekommen?

Meine Eltern sind beide Programmierer. Meine Mutter hat mir die ersten Sachen gezeigt, als ich zehn war. Das erste Programm, das ich geschrieben habe, hat ein mathematisches Puzzle gelöst.

Worum ging es?

Darum, wie man für genau 100 Dollar Computerspiele kaufen kann, ohne dass Sie Wechselgeld zurückbekommen.

Was machen Sie heute, wenn Sie nicht programmieren?

Wenn Sie jetzt denken, ich schippere auf meiner Luxusyacht um die Welt, liegen Sie falsch. Ich mag keine Yachten, brauche keinen Luxus. Eher würde ich einmal um die Welt joggen. Oder sie umwandern! Ich bin oft im Himalaya, Bergsteigen liebe ich. Allerdings sehe ich zu, dass ich nicht allzu oft unterwegs bin - ich habe nämlich eine vierjährige Tochter.

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Quelle: F.A.S.

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