Rechtzeitig zur Hauptversammlung hat es Siemens geschafft, nach der langen Reihe von Hiobsbotschaften seit dem vergangenen Herbst mit erfreulichen Nachrichten aufzuwarten. Die Quartalszahlen sind relativ gut ausgefallen – abgesehen von der Belastung des am Tag zuvor aus Brüssel eingetroffenen Bußgeldbescheids.
Doch solche Einmaleffekte interessieren die Finanzmärkte wenig. Die Aussicht auf einen Börsengang des Autozulieferers Siemens VDO hat die Anleger hingegen elektrisiert und dem Aktienkurs einen kräftigen Schub gegeben. Außerdem hat der Konzern mit der Übernahme eines amerikanischen Software-Unternehmens die dritte Großakquisition innerhalb eines Jahres unter Dach und Fach gebracht.
Geschickte Schachzüge
Der Vorstand mit Klaus Kleinfeld an der Spitze demonstrierte damit den 13.000 Aktionären in der Münchner Olympiahalle, dass die Führung von Siemens das Geschäft nicht vernachlässigt und jederzeit handlungsfähig ist – trotz des Korruptionsskandals, der den Konzern seit Mitte November erschüttert.
Zudem suchte Kleinfeld den Schulterschluss mit den Aktionären, indem er an die lange Tradition von Siemens erinnerte und von den Chancen schwärmte. Auch das war ein geschickter Schachzug, um Brisanz aus der Hauptversammlung zu nehmen. Auf dem langen Weg, den schwer ramponierten Ruf des Konzerns aufzupolieren, war es aber allenfalls ein erster kleiner Schritt.
Die bewährte Benq Struktur...
michel firholz (rin67630)
- 26.01.2007, 08:12 Uhr