An zahlreichen deutschen Flughäfen müssen Passagiere an diesem Mittwoch mit Warnstreiks rechnen. Die Gewerkschaft Verdi kündigte für den frühen Mittwochmorgen Warnstreiks und Demonstrationen an den Flughäfen Frankfurt am Main, München, Düsseldorf, Köln-Bonn, Nürnberg, Stuttgart, Saarbrücken, Dortmund, Hannover-Langenhagen und Münster-Osnabrück an. Zudem wird mit Warnstreiks am Flughafen Hamburg gerechnet.
In Frankfurt wollen die Mitarbeiter der Fraport AG um 5.30 Uhr vorübergehend die Arbeit niederlegen und demonstrieren. Daraufhin strich die Lufthansa vorsorglich 142 Flüge. Insbesondere innerdeutsche Verbindungen seien betroffen, teilte die Fluggesellschaft mit. Die interkontinentalen Lufthansa-Flüge sollen dagegen am Mittwochvormittag wie geplant durchgeführt werden.
Der Warnstreik am Münchner Flughafen soll von 5.00 bis 12.00 Uhr dauern, am Nürnberger Flughafen von 4.15 bis etwa 8.15 Uhr. Geplant sei ein Ausstand des Bodenpersonals, sagte ein Sprecher von Verdi Bayern. Besonders in der Abfertigung erwarte die Gewerkschaft Verzögerungen.
Auch Passagiere am Flughafen Hamburg müssen sich an diesem Mittwoch auf erhebliche Verspätungen einstellen. Verdi will den Flughafen am Morgen komplett lahmlegen. Da auch die Feuerwehr vorübergehend die Arbeit niederlege, gehe zwischen sechs und neun Uhr gar nichts mehr, sagte ein Verdi-Vertreter. Danach würden die Verspätungen normal abgearbeitet. Gegen 7.30 Uhr wolle Hamburgs Verdi-Vorsitzender Wolfgang Rose am Flughafen zu den Warnstreikenden sprechen.
In Stuttgart soll die Arbeit zwischen 4.00 und 12.00 Uhr ruhen. Besonders betroffen vom Warnstreik werde dort die Gepäckabfertigung sein, hieß es.
Arbeitsniederlegung und Demonstration am Flughafen Saarbrücken soll es von 8.00 bis 9.00 Uhr geben.
In Nordrhein-Westfalen sind zum Streik landesweit etwa 700 Beschäftigte der Personen- und Gepäckkontrolle, der Feuerwehr, des Sicherheitsbereiches, der Gepäckabfertigung und der technischen Betriebe aufgerufen. „In den Morgenstunden ist mit deutlichen Verzögerungen bei der Abfertigung zu rechnen“, sagte ein Verdi-Sprecher.
Die Gewerkschaft rief zudem Beschäftigte des Flughafens Hannover-Langenhagen zu einem sechsstündigen Warnstreik auf. Wie die Gewerkschaft in Hannover mitteilte, sollen Mitarbeiter der Gepäckabfertigung, der Technik und der Feuerwehr des Airports von 04.30 Uhr bis 10.30 Uhr in den Ausstand treten.
Die Lufthansa bat Fluggäste, die innerhalb Deutschlands reisen und deren Flüge am Mittwochmorgen gestrichen werden, die Züge der Deutschen Bahn zu nutzen. Etix-Reisende werden gebeten, ihre elektronischen Tickets an einem Lufthansa-Schalter in Reisevoucher umwandeln zu lassen. Detaillierte Informationen über alle gestrichenen Flüge erhalten Lufthansa-Fluggäste den Angaben zufolge im Internet unter lufthansa.com oder über das Call Center unter der Telefonnummer 01805-8384267.
Die Lokführergewerkschaft droht, ab Montag unbefristet im Regional-, Fern- und Güterverkehr der Bahn zu streiken. Laut Aussagen der Deutschen Bahn gibt es bislang keine Pläne, wie darauf reagiert wird.