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Seekabel : Stromaustausch mit Norwegen

Junge Minister: Ola Borten Moe (links) und Philipp Rösler Bild: BMWi

Um die Energiewende voranzubringen, soll 2018 das erste Seekabel zwischen Deutschland und dem Land im Norden in Betrieb genommen werden. Die KfW trägt mindestens ein Viertel der Kosten.

          Ein rund 600 Kilometer langes Seekabel soll von 2018 an die Stromnetze von Deutschland und Norwegen miteinander verbinden. Darauf haben sich die Regierungen beider Länder nach zähen Verhandlungen geeinigt, wie Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) und Norwegens Energieminister Ola Borten Moe am Donnerstag in Berlin mitteilten.

          Sebastian Balzter

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Investitionskosten für das erste direkte Stromkabel zwischen den Ländern werden auf 1,5 bis 2 Milliarden Euro veranschlagt. Zur Hälfte trägt sie der staatliche norwegische Netzbetreiber Statnett. Den Rest teilen sich die staatliche deutsche Förderbank KfW und die für das Stromnetz in Norddeutschland zuständige niederländische Betreibergesellschaft Tennet. Der Anteil der KfW wird den Angaben zufolge mindestens bei 25 Prozent der Gesamtkosten liegen.

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          Das Gleichstromkabel mit dem Projektnamen Nord Link, das auf dem Meeresboden vom Süden Norwegens zur Nordseeküste Schleswig-Holstein führen soll, wird den Plänen zufolge eine Kapazität von rund 1400 Megawatt haben. Das entspricht der Leistung eines großen Kernkraftwerks. Der Baubeginn ist für das Jahr 2014 vorgesehen. Bis zum September des laufenden Jahres sollen sich die beteiligten Unternehmen auf weitere Details einigen. Die Bundesregierung sieht in dem Kabel einen wichtigen Beitrag zu dem von ihr beschlossenen Ausstieg aus der Atomkraft: Wenn die Windkraftanlagen im Norden Deutschlands mehr Strom als benötigt produzieren, soll dieser Überschuss nach Norwegen abfließen können. Umgekehrt soll Strom aus den norwegischen Wasserkraftwerken Bedarfsspitzen in Deutschland abdecken und dann zum Einsatz kommen, wenn sich die deutschen Windräder nicht drehen. Das nun vereinbarte Kabel allein wird den Ausgleichsbedarf, den es in Zukunft auf dem deutschen Strommarkt geben wird, allerdings nicht decken. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen etwa beziffert die Übertragungskapazität, die für eine vollständige Umstellung auf erneuerbare Energiequellen bis 2050 nötig sein wird, auf rund das Dreißigfache der Nord-Link-Verbindung.

          Das schon seit langem diskutierte deutsch-norwegische Projekt war wegen Zweifeln an der Zulieferkapazität im norwegischen Stromnetz und fehlender Investitionszusagen auf deutscher Seite ins Stocken gekommen. Dieses Problem hat die Bundesregierung erst in der vergangenen Woche durch die Zusicherung der KfW-Beteiligung aus dem Weg geräumt . Im Gespräch war neben der nun vereinbarten Trasse außerdem eine zweite Verbindung, die nach den Plänen eines schweizerisch-norwegischen Betreiberkonsortiums namens Nor Ger schon 2015 von Norwegen nach Niedersachsen führen sollte. Der Bau dieses zweiten Seekabels ist nun auf die Zeit nach 2020 verschoben, ohne dass es eine klare Zusage dafür gibt. Stattdessen wird neben Deutschland künftig auch Großbritannien über ein Seekabel an das norwegische Stromnetz angebunden sein, das sich dank seiner großen Speicherkapazitäten für Wasserkraft besonders gut zum umweltverträglichen Ausgleich von Schwankungen in Produktion und Verbrauch eignet. Dieses Kabel soll zwei Jahre nach der deutsch-norwegischen Verbindung in Betrieb genommen werden. Dänemark und die Niederlande sind schon seit mehreren Jahren auf ähnliche Weise mit dem norwegischen Stromnetz verbunden.

          „Ich freue mich, dass sich Statnett nun dazu entschieden hat, zuerst die Verbindung nach Deutschland zu bauen“, kommentierte Wirtschaftsminister Rösler am Donnerstag den Ausgang der Verhandlungen, die zuletzt offenbar einem Wettbewerb zwischen den beiden Alternativen ähnelten. „Das ist ein wichtiger Beitrag zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende.“ Dieser Zeitung erläuterte der norwegische Minister Moe, dass auch technische Unterschiede den Ausschlag dafür gegeben hätten, dass zuerst die Verbindung nach Deutschland gebaut werde: Die Trassenführung sei weniger aufwändig.

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