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Neuer SUV Ateca : Seat kommt mit Lieferung nicht nach

Wer den Ateca mit 150 PS Dieselmotor haben möchte, wird auf unbestimmte Zeit vertröstet. Bild: dpa

Der spanische Autohersteller, der zum VW-Konzern gehört, ist vom Erfolg seines neuen Modells Ateca offenbar kalt erwischt worden – und verhängt einen Auftragsstopp. Vor allem eine Motorgattung erfreut sich großer Beliebtheit.

          Der zum Volkswagen-Konzern gehörende Automobilhersteller Seat kommt mit der Lieferung seines neuen SUV Ateca nicht nach. Für das beliebteste Modell ist nun sogar ein Auftragsstopp verhängt worden, die Händler können keine Bestellungen mehr annehmen. Das dürfte einmalig in der Geschichte der Spanier sein. Wer den Ateca mit 150 PS Dieselmotor haben möchte, wird auf unbestimmte Zeit vertröstet. Aber auch alle anderen Varianten sind kaum noch zu bekommen. Frei konfigurierbare Fahrzeuge gibt es nur noch handverlesen. „Wir sind bis Jahresende ausverkauft“, sagte eine Seat-Sprecherin auf Anfrage dieser Zeitung. Wer einen Auftrag unterschreibt, muss mit Lieferzeiten von acht bis zehn Monaten rechnen.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Seat versucht nach eigenen Angaben die Kapazitäten zu erhöhen, doch das dürfte nicht einfach werden, denn der Ateca wird im tschechischen Werk Kvasiny gebaut, das der Schwestermarke Skoda gehört. Dort wird auch das Skoda-SUV Yeti hergestellt, das sich gleichsam großer Beliebtheit erfreut. Zudem entsteht der Engpass offenbar in der Zulieferung des Dieselmotors mit 150 PS, nach dem allen Unkenrufen gegen den Diesel zum Trotz derart hohe Nachfrage besteht, dass Volkswagen mit der Produktion nicht Schritt halten kann.

          Vom Ateca sollen bis Jahresende rund 10.000 Stück gebaut werden. Noch bevor einer zum Händler kam, mithin allein nach der Berichterstattung in der Presse, hatte Seat schon 5000 Vorbestellungen gemeldet. Der Ateca, der etwas kleiner und günstiger ist als der neue VW Tiguan, trifft nicht nur den Geschmack der Kunden, sondern auch in den ungebremsten Boom dieser Fahrzeuggattung. Inwieweit er intern kannibalisiert, sagt Seat nicht. Es ist aber davon die Rede, dass es eine überdurchschnittlich hohe Eroberungsrate von anderen Marken gebe. Seat war jahrzehntelang das Sorgenkind im VW-Konzern mit hohen Verlusten, in jüngerer Zeit erlebt die Marke jedoch unter anderem mit dem gelungenen Golf-Konkurrenten Leon eine neue Blüte.

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