Die Deutsche Bundesbank rechnet für die kommenden Jahre mit höheren Teuerungsraten, die erstmals seit Einführung des Euro über dem Durchschnitt des Währungsraums liegen. Das stellte der Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung der Bundesbank, Jens Ulbrich, vor dem Finanzausschuss des Bundestages fest.
„Reguläre Anpassungsprozesse“ führten dazu, dass sich die Wettbewerbsfähigkeit der finanzschwachen Euroländer gegenüber Deutschland verbessere. „Deutschland dürfte in diesem Szenario künftig eher überdurchschnittliche Inflationsraten aufweisen.“ Bislang war es umgekehrt.
Seit der Einführung des Euro betrug die deutsche Inflationsrate durchschnittlich rund 1,6 Prozent, während sie für den gesamten Währungsraum bei rund 2 Prozent lag. In der Spitze stieg die Teuerungsrate hierzulande auf 3,5 Prozent, als im gesamten Euroraum im Sommer 2008 mehr als 4 Prozent gemessen wurden.
Dass angesichts der wirtschaftlichen Stärke des Landes in Deutschland nun überdurchschnittliche Inflationsraten zu erwarten sind, ist keine Überraschung, gleichwohl kann der ausdrückliche Hinweis der Bundesbank darauf und auf die Wirkung in der Schuldenkrise als Signal verstanden werden.
Denn durch die höhere Teuerung in Deutschland trägt die hiesige Wirtschaft automatisch zu der Anpassung der wirtschaftlichen Ungleichgewichte im Euroraum bei, wenn die schwächeren Länder zugleich ihre Kosten zumindest stabil halten oder sogar senken.
Zugleich ist im Umfeld der Bundesbank zu hören, dass die jüngsten Tarifabschlüsse als nicht überzogen gewertet werden. Ähnlich hatte sich vor einigen Tagen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble geäußert. Auch der Internationale Währungsfonds rät Deutschland einen Anstieg der Löhne und Güterpreise zuzulassen, um den Anpassungsprozess zu erleichtern.
Höhere Rate nur auf kurze bis mittlere Sicht
Die Bundesbank betont nun, dass Deutschland infolge der Schuldenkrise höchstens auf kurze bis mittlere Sicht höhere Preissteigerungen hinnehmen müsse, als normalerweise erwünscht sei, hieß es am Donnerstag im Umfeld von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann in Frankfurt.
„Damit ist eine Inflationsrate gemeint, die moderat über dem Inflationsziel der EZB von knapp zwei Prozent liegt“, sagte ein hochrangiger Notenbanker der Nachrichtenagentur Reuters. Deutschland habe in den ersten Jahren der Währungsunion mit Inflationsraten unterhalb der Zwei-Prozent-Marke gelebt, nun könne die stärkste Volkswirtschaft der Euro-Zone auch eine Zeit lang höhere Teuerungsraten verkraften.
Von der EZB alle drei Monate befragte Finanzmarktexperten erwarten für 2012, dass die Teuerung im Euroraum im Jahresschnitt bei 2,3 Prozent liegen wird. Bislang hatten sie 1,9 Prozent angenommen.
Jetzt werden noch die Renten und die Ersparnisse der Bürger entwertet.
Norbert Regin (FAZ-Leser344)
- 13.05.2012, 10:22 Uhr
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- und Aufbauhilfe für China
Gerhard Rohlfs (gerhardrohlfs)
- 11.05.2012, 20:42 Uhr
Aus dem Vorhof der Deflation durch langfristiges Inflationsziel von vier Prozent
Dr. Ludwig Paul Häußner (wittigofranko)
- 10.05.2012, 17:34 Uhr
Wettbewerbsnachteile von D durch Bundsbank- u. Schäuble-Äußerungen
Gerhard Storm (gerhardstorm)
- 10.05.2012, 17:31 Uhr
Solange der Wähler die seinen Interessen entgegen arbeitenden
Politiker/Parteien wählt, wird
bernd stegmann (fazhansi)
- 10.05.2012, 16:44 Uhr