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Schuldenkrise weitet sich aus Standard & Poor's stuft auch Spanien herab

28.04.2010 ·  Nach Griechenland und Portugal hat die Ratingagentur Standard & Poor's am Mittwoch auch die Kreditwürdigkeit von Spanien herabgestuft. Damit wächst die Angst vor einem Dominoeffekt, der auch noch andere Länder in Schwierigkeiten bringen könnte.

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Nur einen Tag nach der Herabstufung Portugals und Griechenlands hat die Agentur S&P auch die Kreditwürdigkeit Spaniens gekappt. Der Euro gab binnen Sekunden nach Bekanntwerden der Nachricht ebenso nach wie die Aktienmärkte.

Das Rating für Spanien werde um eine Stufe auf „AA“ von zuvor „AA-plus“ gesenkt, teilte S&P am Mittwoch mit. Grund dafür sei, dass die Periode eines schleppenden Wachstums in dem Land länger andauern werde als bislang erwartet. Man gehe nun von einem durchschnittlichen Wachstum von 0,7 Prozent in den Jahren von 2010 bis 2016 aus, nach bislang erwarteten 1,0 Prozent. Zudem sei der Ausblick für das Land negativ. Dies bedeute, dass eine weitere Herabstufung möglich sei, falls sich die Finanzlage Spaniens schlechter als bislang von S&P vorhergesagt entwickele.

Spanische Regierung: „Machen unsere Hausaufgaben gut“

Das Land müsse weitere Sparmaßnahmen ergreifen. Die Regierung in Madrid versicherte, sie werde alles tun, um ihre Sparziele zu erreichen.
Die Agentur Fitch erklärte unterdessen, sie halte an ihrem Rating „AAA“ für Spanien und einem „stabilen“ Ausblick fest. Die Regierung habe ein umfassendes Spar-Programm aufgelegt. Die Agentur Moody's wollte sich zunächst nicht äußern.

Die Regierung in Madrid rief nach der Herabstufung zur Besonnenheit auf. „Wir machen unsere Hausaufgaben, und wir machen sie gut“, sagte Vizeregierungschefin María Teresa Fernández de la Vega mit Blick auf die Sparanstrengungen ihres Landes. Madrid hat unter anderem ein Sparpaket im Umfang von 50 Milliarden Euro bis 2013 beschlossen. „Wir haben alle Maßnahmen ergriffen, um unseren Verpflichtungen nachzukommen.“ Das Wirtschaftsministerium zeigte sich überrascht von der Herabstufung. Diese widerspreche allen anderen Analysen zur Kreditwürdigkeit Spaniens. „Die Auswirkung auf die Märkte wird aber begrenzt sein“, meinte ein Sprecher.

Kein „desaströser“ Euro-Verfall erwartet

Finanzmarkt-Experten sagten, die Herabstufung Spaniens habe sich nach den Entwicklungen bei Griechenland und Portugal abgezeichnet. Solche Mitteilungen seien etwas, was Anleger auch in Zukunft erwarten müssten, sagte etwa Carl Birkelbach vom amerikanischen Finanzhaus Birkelbach Investment Securities. „Ich glaube, damit werden wir über Jahre leben müssen und ich gehe auch von einem weiteren Wertverfall beim Euro aus.“ Dieser werde aber nicht „desaströs“ sein. Im Vergleich zur weltweiten Finanzkrise vor rund einem Jahr sei die gegenwärtige Krise als eher klein einzustufen.

Joseph Brusuelas von Brusuelas Analytics sagte, die Entwicklung zeige die Sorge vor einer Ausweitung der Finanzkrise in Europa. „Ich erwarte weitaus größere Hilfspakete für Griechenland und Portugal und auch bald Verhandlungen darüber, wie einer Ausweitung der Finanzkrise innerhalb Europas begegnet werden kann.“

Spanien in komfortablerer Position als Portugal und Griechenland

Am Dienstag hatte Standard & Poor's (S&P) bereits Portugal und Griechenland herabgestuft. Portugals Langzeit-Rating wurde um zwei Stufen auf „A-“ gesenkt. Damit ist das Euro-Land noch vier Stufen vom spekulativen „Ramsch-Status“ entfernt, den Griechenland nun hat.

Analysten verwiesen darauf, dass Spanien im Vergleich dazu selbst mit dem gesenkten „AA“-Rating noch in einer wesentlich komfortableren Situation sei. Dennoch werde sich dadurch für die Regierung in Madrid die Aufnahme von Schulden nun verteuern. Der Euro fiel nach der Spanien-Herabstufung bis auf 1,3114 Dollar, auf den tiefsten Stand seit einem Jahr. Im weiteren Handelsverlauf erholte er sich etwas wie auch die amerikanischen Börsen.

Quelle: FAZ.NET mit dpa, AP und Reuters
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