Die Euro-Krisen-Diplomatie läuft trotz Urlaubszeit auf Hochtouren. Von Tirol aus telefoniert Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem französischen Präsidenten Hollande und dem italienischen Regierungschef Monti, der gerade mit seinen Hilfsbitten durch halb Europa tourt. Auf Sylt trifft Finanzminister Schäuble seinen amerikanischen Amtskollegen Geithner, der wiederum in Frankfurt auch den EZB-Präsidenten Draghi besucht. Immer geht es um die Frage, wie „alles getan“ werden kann (Draghi, Merkel, Hollande, Monti), um den Euro zu erhalten.
In den Wirtschaftsverbänden wächst derweil die Sorge, dass die rote Linie, die die Bundesregierung immer weiter nach hinten verschiebt, endgültig überschritten werden könne. Der Rettungsfonds ESM könnte sich, so die Befürchtung, unlimitiert Liquidität über die EZB besorgen - mit schweren Folgen für die Steuerzahler potenter Länder. Doch die Wirtschaftsverbände bleiben still. Zu groß ist die Angst, als „Europa-Feind“ abgestempelt zu werden - eine Marke, die sich exportorientierte Unternehmen nicht leisten wollen. Die Wirtschaft schielt nach Karlsruhe: Wenn die Politik sich zu weit vorwagt, sollen es die Verfassungsrichter wieder richten.
Der Wirtschaft ist es doch egal, wer ihre Produkte bezahlt
Konstantin Schneider (bundesboy)
- 01.08.2012, 22:58 Uhr
..."Zu groß ist die Angst, als „Europa-Feind“
abgestempelt zu werden"...
Eric Arnesen (Offenes_Wort)
- 01.08.2012, 21:44 Uhr