Ratingagenturen und ihre Arbeit können hilfreich sein: Von Unternehmen, die von ihnen eine Bewertung ihrer Kreditwürdigkeit erbitten, bekommen die Agenturen dafür nicht nur viel Geld, sondern auch alle Informationen, die nötig sind, um eine entsprechende Note zu erteilen. So erhalten Kapitalgeber eine bessere Übersicht über die Finanzstärke von Unternehmen, die zum Beispiel Anleihen emittieren wollen. Dabei können börsennotierte Gesellschaften durchaus ein schlechtes Kreditrating haben und mit ihrem Aktienkurs doch gut dastehen. Das gelingt, wenn Wachstum und Gewinn nachhaltig zulegen, so dass die hohen Schulden und ihre Bedienung kein Problem sind.
Die Anleger müssen in einem solchen Fall gleichwohl besonders wachsam sein. Denn das schlechte Rating signalisiert, dass schnell Gefahr droht, wenn der Wachstumspfad verlassen wird. Beim Blick auf das Rating von Staaten liegen die Dinge in vielen Punkten ähnlich. So gilt auch hier, dass Länder mit einer soliden, wachsenden Volkswirtschaft sich ein höheres Schuldenniveau „leisten“ können und die Situation brenzlig wird, wenn zu den hohen Schulden eine schwächelnde Wirtschaft kommt. Das erleben Länder wie Griechenland oder Spanien derzeit im Negativen, Deutschland im Positiven.
Nun haben Ratingagenturen über die finanzielle Situation von Staaten längst nicht so gute Informationen wie von Unternehmen. Deshalb sind sie hier noch häufiger als in der Unternehmenswelt mit ihren Einschätzungen zu spät dran. Dass die Ratingagentur Moody’s den Ausblick für die Bonität Deutschlands und einiger deutscher Bundesländer, der Niederlande und Luxemburgs von stabil auf negativ gesenkt hat, ist gerade deshalb bemerkenswert. Denn anders als bei vorangegangenen Ratingänderungen, etwa von Frankreich oder der Vereinigten Staaten, versucht sich Moody’s nun in der Rolle des Frühwarners.
So haben sich die Zinsen für die Anleihen Deutschlands zunächst zwar nicht bewegt. Denn das Land und seine Wirtschaft stehen viel besser da als die Problemstaaten. Doch gleichgültig, ob Griechenland den Euro behält oder nicht, entstehen Deutschland durch die Euro-Krise erhebliche Belastungen. Darauf macht Moody’s zu recht aufmerksam: Der Ausblick auf die Entwicklung der Euro-Staaten ist in der Tat negativ. Das gilt inzwischen auch für Deutschland, vor allem wenn jetzt das Wachstum Schwung verliert.
Die Alleinretter!!
Joachim Schroeder (Pequod)
- 25.07.2012, 10:26 Uhr
Das war schon lange überfällig
Peter Nicol (pnicol)
- 25.07.2012, 08:20 Uhr
Für diesen Ausblick
Valentin xyler (xyler)
- 25.07.2012, 07:45 Uhr
Was sind schon 2000 Mrd Staatsschulden, zu sonst üblichen 3%-4%?
Horst Müller (KonzeptionistzuVerlassen)
- 25.07.2012, 06:56 Uhr
Ohne ideologische Brille sieht das alles anders und heller aus!
Josef Bujtor (Mramorak)
- 25.07.2012, 06:04 Uhr